WR1368 Brevet

“Alles unter 600 Kilometern fährt man normalerweise ohne Schlaf”.

Bis vor kurzem wusste ich nichtmal, dass die Subkultur der Langstreckenradfahrer überhaupt existiert – bis ich Olaf Storbeck kennengelernt habe. Der macht sich einen Spaß daraus, mehrere hunderte Kilometer am Stück zu radeln. Wie und warum er das macht, hat er mir erzählt.

Darin: Langstreckenfahrten mit dem Rad – Paris-Brest-ParisLondon–Edinburgh–LondonHeinz Helfgen

15 Gedanken zu „WR1368 Brevet

  1. Holger

    hallo miteinander,

    wow: eine genials Folge über ein Thema dass ich noch nichtmal kannte aber total fasziniert.

    paar Anmerkungen – > ich komme vom Ausdauerlauf (10km, Halbmarathon und so Zeug) aber habe wegen Knie bzw. Kniescheibchen nun zum Langstreckenwandern gewechselt (24Stunden mit 80km die Nacht hindurch->geführt da bei Nacht der Weg durch den Wald kaum zu finden ist oder mehrtägig mit Übernachtungspause irgendwo in der Wildnis was auch alleine geht, da tagsüber ja hell ist)

    hier also:
    Thema Sattel: eure Aussage war: Sattel hart und Geldämpfung in Hose
    da habe ich selber nun beim Radel gewechselt in Geldämpfung im Sattel (so 0,5 bis 1 cm) und Hose nicht. Ich nehme da immer meine Laufklamotten sowohl im Winter als auch im Sommer als Ganzjahresradler beim Pendeln zur Arbeit. Eindeutig ist da die Entscheidung nicht. Aber komplett ohne Dämpfung geht nicht ->auch Ledersattel dämpft durch Weichheit des Materials.

    Thema Leistung bzw. zu Beginn zu sehr Verausgaben:
    da acht ich aus Erfahrung beim Laufen auf die Atemfrequenz – wird wohl gleich sein wie Herzfrequenz, aber ist eben einfacher zum Kontrollieren. Konkret eben beim laufen auf 2 Schritte ein und auf 3 oder 4 Ausatmen. ähnlich beim Rqadeln mit der Trittfrequenz.
    Leider war Trittfrequenz nicht angesprochen: (oder habe ich das überhöhrt?).
    Da denke ich : lieber schnell und wenig Kraft, als langsam mit hoher Kraft. Das ist nicht nur entspannter, sondern auch schonender fürs Material.

    das mit Schutzblech stimme ich voll zu – ja: Ganzjahresradler hat oft schlechte Witterung. Nur bei Eis und Schnee fahre ich nicht – werde keine Spikes oder Winterreifen verwenden, aber das gibts. Mich hats bei Schnee schon zu oft reingeschmissen und glücklicherweise war nie ein Auto in der Nähe. Werde dieses Glück nicht mehr herausfordern.
    Thema Gepäckträger: dass nutze ich gerne – zusätzlich sogar einen am Vorderrad. (ja: habe auch Anhängerkupplung für Lastanhänger wegen Getränkeeinkauf und Fahrt zum Baumarkt usw) würde nie darauf verzichten weil mehr Material geht dann nur mit Lastenrad. Und das sind die SUV der Fahrräder.
    Ob das Gewicht nun speziell bei Langstreckenfahrt für Gepäckträger wichtig ist – hm?
    Okay: meine Anwendung als Alltagsradel ist eben anders: Pendeln und Einkaufen und Nutzwert dafür.

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    1. Titus von Unhold

      Es gibt mittlerweile Sättel die bestehen nur aus einem Stück Carbon. Der ist wirklich vollständig ungedämpft.

    2. Holger

      exakt:

      bei Carbon-Sattel kommt dann die Dämpfung in der Hose.
      kommt exakt auf gleiches raus wie Dämpfung im Sattel.
      Nur dass eben keine besondere Kleidung (also Hose mit Gelkissen) nötig ist.

      Zusatz: habe im voeherigen Text Liegerad vergessen.
      da gibt es die kommerziellen mit vereinfacht:
      Lenkung unterm Sattel mit Gestänge nach vorne und kleinem Vorderrad. Meist ist Kettenblatt mit Pedal noch weiter vorn.
      Dann die mit “Hochlenker” sehen aus wie so ein Chopper-Moped. Ist eben Coolness-radel. In meiner Jugend hatte ich sowas – yeah: herrliche Erinnerungen.

      Aber Zweck bei allen ist der geringere Windwiderstand, der bei ebener Strecke den grössten Widerstand ausmacht.
      könnte mir vorstellen, dass die bei solch Langstrecken veranstaltungen satt im Vorteil sind.

  2. Igor

    Hi Holgi,
    danke dass du endlich Thema Radfahren angerissen hast. Habe die Folge mit Vergnügen gehört. Ich fahre etwa seit 3 Jahren intensiv Rad, hauptsächlich in Skandinavien, was längere Touren angeht, und sonst so 200 km Radius um Berlin.
    Kannst häufiger das Thema nehmen. Ich finde es spannend von Erfahrungen anderer zu hören.

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    1. Titus von Unhold

      Dafür gibt es doch Fahrradpodcasts. ^^ Z. B. produziert ein Arbeitskolloge des honorigen Ratsherren Dr. B. den Podcast “Biketour Global”. Ebenfalls empfehlenswert “Die wundersame Fahrradwelt” von Johanna Jahnke.

  3. Igor

    Verstehe nicht, wo das Problem mit Isomate liegt. Die von Xped, meine ist die Xped ML, ist super leicht, sehr kompakt, umd mit 7cm dick genug. Habe im April in Skandinavien bei -12 im Zelt drauf geschlafen. Gar kein Problem.

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    1. Igor

      Die Matte heißt Xped Synmath HL. Wirklich super das teil. Kann ich nur empfehlen.

  4. Matthias

    Es gibt wohl keine Disziplin, bei der Liegeräder und Velomobile so ihre Vorteile ausspielen können wie bei Brevets. Auch hier gilt: wer’s noch nie probiert hat, kann es nicht nachvollziehen.

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  5. Chrisitan

    Hallo sehr schöne Folge mit jemanden der da wirklich genau weiss, wovon er spricht.

    2 kleine Ergänzungen vielleicht

    Frauen sind nicht so dumm sich so etwas anzutun (Zitat sinngemäß), aber wenn doch, sind sie da auch ordenlich schnell. Beim 2019er Transcontinental Race – bewusst ein Rennen und kein Brevet – über 4000km hat eine Frau gewonnen. https://www.sueddeutsche.de/panorama/transcontinental-race-fahrrad-1.4555047 , damals eine wirklich tolle Geschichte mit einer sympathischen Siegerin.

    Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Teilnehmer:innen oft in einem Alter sind, wo Familie eine Rolle spielt und mal nicht eben Mama und Papa für ein paar Tage zum Radfahren weg sein können. Und dann bleibt es dann doch oft an den Frauen hängen, zu Hause die Kinder zu versorgen, während Papa auf Abentuerräise geht. So auch bei mir, wo ich zuletzt von Frankfurt Main nach Berlin gefahren bin. Da durfte dann natürlich die Mama danach auch ein paar Tage wegfahren.

    Immer gute Fahrt – euch Beiden.

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    1. Jedrik

      Es gibt mehr langsame als schnelle Frauen, aber klar, langsam ist uncool, an die erinnert sich dann keiner.
      (PBP 2007, 2011, 2015, LEL 2009, 2013)

  6. Christian

    Vielen Dank für die spannende Folge! Olaf schafft es echt alle Bereiche des Langstreckenradelns zu beleuchten.
    Was immer wieder raus kommt, es sind keine Ausnahmetalente die Brevets fahren. Das kann jeder und jede schaffen. Mit Holgis “unvorstellbaren” 30km zur Arbeit fängt es an. Es ist wirklich faszinierend zu was man dann doch im Stande ist wenn man es einfach nal macht.

    Finde es auch eine wichtige Ergänzung, dass gerade in diesem Bereich des Radsports das Geschlecht gar keine so große Rolle spielt. Auch wenn bei Brevets oder Bikepacking-Events Frauen leider immer noch in der Unterzahl sind, sind sie doch meist zäher und ganz vorne dabei. Siehe Fiona Kolbinger, Sarah Hammond, Lael Wilcox, Ana Orenz,…

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  7. Ohnesorg

    Yes! Mit großer Freude wieder eine Folge “zum thema” reingezogen, noch nie von Brevet gehört und wie immer etwas gelernt!
    (P.S. Ich glaube bei einem Interview mit Katja Diehl (Autokorrektur) hättest du (und wir) auch Spass!)

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  8. Patrick

    Hallo ihr lieben, hallo Holgi

    Schöne folge zum Thema, bei der ich erschreckend viele Parallelen zu mir ziehen konnte – nur eben abseits des Sattels. Ich mache ähnlich verrückte Dinge wie Olaf, aber laufend.
    Als Ultramarathonläufer kenne ich viele Dinge, wie Olaf sie nannte: von der Motivation das überhaupt zu tun, bis zum anfänglichen „das werd ich niemals schaffen“.
    Auch im Ultra laufen sind nach oben keine Grenzen gesetzt und grade bei etappenläufen können sich alte Ultra Hasen und Häsinnen weiter neben dem jagen nach Bestzeiten austoben. Es werden teilweise 3000km in 40 Tagen absolviert. Aber auch 600km nonstop Läufe finden regelmäßig statt. Meistens auch im unwegsamen Gelände (death Valley, Zugspitze, Pyrenäen, ….)
    Eine Anmerkung zu Frauen in Ultra Sport: beim Rad fahren kenne ich mich nicht aus, aber beim laufen gibt es bis zum Marathon doch eine große Differenz der erstplatzierten wenn man nach Geschlecht trennt. Das faszinierende: je weiter die Distanz desto kleiner werden die Unterschiede, sodass 100 Meilen Läufe auch oft von Frauen gewonnen werden. Ab 200km ist praktisch kein unterschied mehr zu sehen und das gewinnt der oder die, die die größere mentale Stärke haben.
    Es steckt soviel interessanter Stoff in dem „Ultra Thema“, das würde hier gewaltig den Rahmen sprengen, aber vielleicht findest du -Holgi- irgendwann Zeit ein Follow up mit Ultraläufer:Innen aufzunehmen. Fänd ich sehr interessant!
    LG

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  9. Markus

    Hier schließt sich für mich ein Kreis. In WR345 wurde mit Chris aus dem Velohome Podcast gesprochen. In Velohome werden u.A. auch über Brevets und Langstreckenrennen behandelt. Jetzt, ein paar Jahre später bin ich beim Langstreckenradfahren hängen geblieben. Letztes Jahr war es z.B. das North Cape 4000 (4500km, <14 Tage).
    Ganz indirekt ist Holgi wohl Schuld an meinem liebsten Hobby :).

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