WR1338 Ökonomische Folgen der Russland-Sanktionen

Ende Februar 2022 hat Russland die Ukraine überfallen und große Teile der freien Welt haben mit nie gesehenen ökonomischen und politischen Sanktionen reagiert. Russischen Banken wurde der Zugang zu Swift stark erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht, die russische Zentralbank kann nicht mehr auf den größten Teil ihrer Geldreserven zugreifen, Deutschland scheint verstanden zu haben, dass die Bundeswehr verstärkt und die Energiewende schnellstmöglich vorangetrieben werden müssen.

Mit Rüdiger Bachmann und Christan Bayer rede ich darüber, was diese Sanktionen für die heimische und die Weltwirtschaft bedeuten können.

19 Gedanken zu „WR1338 Ökonomische Folgen der Russland-Sanktionen

  1. Morrrk

    “Der Aggregatzustand!” Ey, Holgi… ;D

    Die erste ‘Wirtschaftskunde’, die ich komplett anhöre. So weit ist es in den letzten Tagen gekommen. Nicht falsch verstehen, ich bin ja dankbar.

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  2. Dirk

    Ziemlich am anfang redet ihr glaube ich ein mal aneinander vorbei oder habt etwas falsch verstanden.

    Die 100 Milliarden sind einmalig und bekommt die BW nicht jedes Jahr. Die dienen praktisch zum aufhohlen dessen was man in den letzten Jahren gesparrt hat.

    Ab nächstes Jahr wird das normale Verteidigungsbudget dann erhöht auf 2%+ des Bip, aber das werden wohl immer noch deutlich unter den 145 Milliarden sein die die BW dann dieses Jahr erhält.

    2021 hat die BW 46,9 Miliarden bekommen, das waren 1,3% des Bip. 72,15 wären dann 2%

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  3. Marcel

    Puh, die Idee das bei steigenden Gas und damit Heizpreisen -jeder- direkt sein Teil zu bezahlen hätte finde ich naturgemäß persönlich eher ungeil, aber auch Gesellschaftlich. Als ich das EFH 2013 saniert habe, wurde zu 100% auf EE gesetzt, aber jetzt soll man die Zeche für so ewig gestrige wie z.B. Holgis Hausgemeinschaft mitbezahlen. Das sendet dann auch für die Zukunft wieder so ein Zeichen von wegen “ne, lass ma den gut/günstig Weg machen im Zweifel rettet uns die Allgemeinheit eh wieder den Hintern.”

    Weil kurz das Thema “Autos fahren auch mit Gas” aufkam. In DE fahren Stand 2021 (https://www.kba.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistik/Fahrzeuge/FZ13/fz13_2021.pdf ) 430.000 PKW mit Gas, aber nur 80.000 mit Erdgas. Der Rest mit LPG, in DE auch oft Autogas genannt ( nicht zu verwechseln mit LNG ). LPG, ein Gemisch aus Propan/Butan und wird bei der Herstellung von Benzin als Abfallprodukt gewonnen.

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    1. holgi Beitragsautor

      Exakt so tickt meine WEG (meist implizit) in allen Fragen, die mittelbar oder unmittelbar Solidarität erfordern. Kaltwassserzähler, damit kleine Haushalte nicht die Rechnungen der großen mitbezahlen: Abgelehnt. Dämmung der oberen Geschossdecke: Abgelehnt. Ordentliche Fahrradständer: Abgelehnt. Und das mit Begründungen, wie sie egoistischer kaum sein können. Es würde mich nicht wundern, wenn viele andere WEGen auch so drauf sind.

  4. Tobias

    Danke für diese Folge. In dieser erschütternden Zeit konnte ich aus eurem Gespräch doch einige Zuversicht für unser allen Weg in die Zukunft ziehen.

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  5. DAT

    ziemlich Erster Satz: “Deutsche Presse hat keine Korrespondenten in der Ukraine”

    Das stimmt so nicht. Es mögen nicht viele sein, soweit richtig – aber “keine” ist falsch. Z.B. hat das ZDF Katrin Eigendorf vor Ort.

    Spaßigerweise ist das auch gerade ein Vorwurf den man gerade von Springer-Journalisten gerade häufiger liest. Gerade die die sich doch einfach auf’s hohe Ross setzen könnten und sagen “die haben weit weniger als wir!” – was dann sogar faktisch richtig wäre. Aber evtl. gibt’s ja auch irgendeine firmeninterne Grund-Abneigung gegen richtige Aussagen bei denen.

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  6. Daniel

    Hallo Holgi,

    nur mal kurz zu der Idee Gaskessel durch Luftwärmepumpen zu ersetzten, aus der Sicht eines Installateurs.
    Meiner Ansicht ist die klassische Herangehensweise des Wärmerzeugeraustausch im Sinne einer energetischen Gebäudesanierung nicht mehr zeitgemäß. Bisher wurde das eher nach der Regel: erst Fenster dann Kessel und dann Dämmung zum Schluss verfahren. Wobei Fenster und Kessel auch die Plätze tauschen können, aber Dämmung stand immer zum Schluss. Die Rote Laterne für die Dämmung ist wohl dadurch zu erklären, das die Dämmung am meisten Kosten verursacht.

    Wenn ein Gebäude heute energetisch saniert werden soll, dann ist diese Reihenfolge maximal kontraproduktiv, weil es dazuführt, dass ein Wärmeerzeuger installiert wird, der nach erfolgter Dämmung viel zu groß ist. Bei der klassischen Wärmebereitung mittels Gas- oder Ölkessel fällt das nicht besonders ins Gewicht. Anders ist es bei Wärmepumpen, hier ist es besonders wichtig diese möglichst exakt auf den tatsächlichen Wärmebedarf des Gebäudes abzustimmen, damit sie auch wirtschaftlich betrieben werden können. Des Weiteren gibt es viele technische Fragen die im Zuge der Umrüstung geklärt werden müssen und auch die Zuarbeit des Bauherren bedürfen, was den Wechsel von Gaskessel zu Wärmepumpe im Vergleich zum einfachen Kesselwechsel deutlich komplizierter macht, selbstverständlich nicht unmöglich.

    Zusammenfassend möchte ich sagen, der Wechsel von fossilbasierender Wärmeerzeugung auf regenerativ basierender ist wesentlich komplexer als es in der Regel angenommen und auch dargestellt wird. Ein Kommentar reicht hier einfach nicht aus um dies angemessen darstellen zu können.

    Daniel

    PS an Tobi aus dem Realitätsabgleich:
    Du solltest unbedingt auf deinen Installateur hören, die Kunst ist nur auch das zu hören, was er
    nicht sagt. Als nicht Fachmann ziemlich schwierig.

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  7. Frudilin

    @Holgi

    In einer Wohnung könnte es auch eine Möglichkeit sein, eine (Multi-) Split-Klimaanlage zu installieren. Die funktionieren im Heizmodus wie eine Luft-Wärmepumpe und sind gar nicht mal so teuer.

    Allerdings muss man sich wegen des Außengeräts auch mit den Nachbarn abstimmen…

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  8. Frank

    Die beiden sind schon klasse! Vielen Dank! Holger natürlich auch.
    Heute früh beim Joggen erst die Folge mit der fränkischen Brandmeisterin Bischof gehört😋

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  9. sven

    Ihr habt da bei SWIFT, wie fast alle anderen auch, leider einen ziemlichen Wurm drin, lasst euch das bitte von jemandem aus der Bankenwelt oder Zentralbankenwelt erklären und sendet dann bitte ein Erratum. Sorry, mich ärgert das ziemlich, dass man dazu fast überall Unsinn liest und hört und es niemand einigermaßen korrekt erklärt – würde sicherlich viele interessieren.

    Dass SWIFT nur eine Art Messagingsystem ist, das stimmt noch. Danach wirds ein Wirrwarr. SWIFT führt keine Transaktionen aus, es ist kein Zahlungssystem, es ist um Himmelswillen schon gar kein Clearingsystem! Das sind alle verschiedene Bereiche, tw. mit Überschneidungen, was natürlich alles noch komplizierter macht. Deswegen war es auch so wichtig, dass auch Konten eingefroren werden, denn dadurch gibt es keine Verfügung mehr, egal über welchen Weg. Von SWIFT abgekoppelt zu werden ist natürlich massiv, aber das alleine würde kaum verhindern, dass nicht noch große Vermögen verschoben werden. Denn es gibt eben auch andere Wege, Instruktionen – und genau das macht SWIFT – an ein kontenführendes Zahlungssystem – das SWIFT nicht ist – zu übermitteln.

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  10. Devid

    Vielleicht könnt ihr in einer nächsten Folge mal darauf eingehen, wie ein Währungs-Wechselkurs bestimmt wird. Wenn Russland nun sanktioniert wird, das fast nur noch Steinzeit übrig bleibt, gibt es also kaum noch etwas, was Russland importieren kann (unsere Sanktionen), bzw exportieren wird. (unsere Boykotte)

    Da Import und Export doch sich immer in etwa die Waage halten sollten, wie löst man diese… Division durch Null … hier auf? 😉 Ist der Wechselkurs dann 0 bzw Unendlich?
    Der Kursverfall ist jetzt schon deutlich (bei der Türkei auch, aber etwas langsamer), wie soll denn da wieder Vertrauen reinkommen, überhaupt noch mit dieser Währung etwas zu machen? Wird das dann ein Ostmark-Problem, die nie anerkannt war – und reinkommende Devisen dann sofort in Forumscheck umgetauscht wurden? Innerhalb des Landes mag das ja dann weiter alles funktionieren (vgl. auch Kuba).

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  11. Monoaminooxidase

    Xi Jinping ist kein Maoist. Das sozio-ökonomische System unter Xi ist ein völlig anderes als zu Maos Zeiten. Selbst die Klassenzusammensetzung der KP in China hat sich massiv verschoben. Nur eine Einparteienherrschaft und Personenkult machen noch keinen Maoismus. Gegen die (Neo-)Maoisten ist Xi massiv vorgegangen. Ich denke er sieht die größte Bedrohung in einer linken Opposition und bei (angeblichen) Seperatisten und weniger bei den Liberalen und den Ultranationalisten.

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  12. Persy

    Ich vermisse ein wenig den “zwei Ökonomen – drei Meinungen” Ansatz und finde, dass die Herrschaften zu optimistisch bei den Folgeabschätzungen sind. Besonders den Teil, wo es um die Energieträger geht, sehe ich ein Wenig anders. Es ist wahr, dass das Angebot unverändert bleibt, daraus zu folgern, dass auch die Nachfrage sich Pi Mal Daumen nicht ändert, weil die Beschaffung sich nur anders strukturiert, ist meiner Meinung nach nicht schlüssig. Man denkt sich folgende Entwicklung: der westlicher Welt fehlt ein nicht unwesentlicher Teil der Ressourcen, hieraus die steigenden Preise, die entweder nicht alle tragen könnten oder wenn doch, jemand trotzdem leer ausgehen muss. China hätte hier eine Möglichkeit sich auf dem Restmarkt so ungefähr weiter wie bisher einzudecken, sowie zusätzlich sich der billigeren Ressourcen der Russen zu bedienen. Wachstum, Wachstum, Wachstum.

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  13. Herbert

    Hallo an Alle,
    ich habe aus gegeben Anlass eine Frage zum Thema Banken. Mir ist aufgefallen, dass so gut wie keine deutsche Bank Filialen in der Ukraine, speziell in Kiew oder Odessa unterhält. Was ich mal gesehen habe war: die Erste Bank (Sparkasse Österreich) und die Raiffeisenbank (Österreich).
    Nach einer kurzen Recherche gibts Banken aus Polen (Kredobank), Spanien(Citi), vermtl. Griechenland (Piraeus bank) und vrmtl. Zypern (MTB Bank).
    Hat Deutschland also kaum Geschäftsbeziehungen mit der Ukraine gehabt?
    Oder sind deutsche Banken generell im Ausland schlecht vertreten?

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  14. Tom

    @Holgi:
    Mieter so: Scheiß Eigentümer!
    Eigentümer so: Scheiß Eigentümer!

    Oder wie ein Journalist vor einiger Zeit resignierend schrieb: “Eigentum verpflichtet, aber wozu eigentlich?”

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  15. Becher

    @Rüdiger Bachmann

    Ich weiß nicht ob es in die Wirtschaftskunde passt, aber was mich interessieren würde ist ihre Meinung zu Sheldon Wolin’s Auffassung, die USA sei ein inverted totalitarianism.

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