WR1192 Weimarer Pegizei

 

Auch in Deutschlands erster parlamentarischer Demokratie gab es Rechtsextremismus bei der Polizei. Matthias von Hellfeld erzählt.

Die passende Ausgabe “Eine Stunde History” läuft am 15. Februar 2021 auf DLFnova.

8 Gedanken zu „WR1192 Weimarer Pegizei

  1. Magnus

    Ich musste etwas stutzen bei Matthias‘ Aussage „es gibt keine rassistischen Systeme, nur rassistische Menschen.“ Das 3. Reich mit seinen Rassengesetzen oder der Apartheidsstaat in Südafrika, waren das keine inhärent rassistischen Systeme? Vielleicht hab ich da auch nur falsch verstanden was er eigentlich meinte, aber kann man dann ggf. mal jemand aufklären?

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  2. morrrk

    Frei nach Völler, Rudolf: “Du sitzt hier locker, bequem auf deinem Stuhl, hast drei [elsässische Weine] getrunken” ;D

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  3. Ole aus Hamburg

    Lieber Matthias, ich schätze dich (und Holgi) sehr, gerade auch was eure linksliberale Haltung angeht. Wenn ihr einfach nur igendwelche Deppen wäret, würde ich das Folgende nicht schreiben.
    Als du Hamburg-G20 anführtest zum Beleg zur Verrohung Der Jugend und zum Verfall Der Sitten, hast du leider ganz tief daneben gegriffen. Deine Empörung über das “in Schutt und Asche legen ganzer Stadtviertel” läßt dich leider aussehen wie einen reaktionären Narren, der Springerpresse nachplappert.

    Ich sage das in dieser Härte, weil diese deine Fallhöhe leider eben genau jene ist, dafür kann ich nichts.

    Jetzt mal die Härte wieder raus und dich in Schutz genommen, es war leider nicht nur WELT und FAZ die gelogen haben, dass sich die Balken bogen. Ich könnte dir gar nicht sagen, woher du dein realistisches Bild hättest bekommen können, aus “den Medien” war das nämlich nicht möglich. Die dort gesetzten Narrative wurden ind er Folge wieder und wieder widergekaut und bestätigen sich seitdem selbst. Jetzt hast du vielleicht nicht immer und in jedem Moment den Selbstanspruch, als forschender Historiker zu sprechen- was G20 angeht wärest du allerdings, für eine solche, dringend auf Zeitzeugen angewiesen, um zu ergründen, was hier eigentlich los war.
    Ich selber habe mir damals einiges selbst angesehen: Einen extremen Überfall der Bullen auf eine ordnungsgemäße Großdemo, das war von einem sicheren Logenplatz aus, ohne echte Gefahr aber mit Pfefferspray in der Luft. Und dann bin ich noch viel mit dem Leichtkraftrad herumgekurvt und konnte u A erspüren, wie massiv die Hamburger tagelang eingeschränkt waren in ihrer Freizügigkeit- die Bannmeile ging weit über die Innestadt hinaus. Ach, und dass der eine Budni-Drogeriemarkt auf der Schanze ausgeräumt worden war von dem halben Prozent der Demonstrierenden, die harte Vollidioten sind, und die lange Tage vorher herbeigetrommelt worden waren durch das Geblöke der Herren Veranstalter von Innenbehörde und Polizeipräsidium, das hat man mit einer solchen Fahrlässigkeit geschehen lassen, dass ich Anzeichen für Absicht sehe. Ich behaupte, und die Indizienkette ist lang, dass diese Fernsehbilder erzeugt werden sollten. Und wenn du das für eine steile Behauptung hältst, hast du recht, und genau deswegen schreibe ich dir hier, wiederum: die Fallhöhe.
    Von diesen dreien Dingen die ich dir hier bezeugen kann war nichts, nichts, nichts zu lesen in der Zeitung oder zu gucken in der Glotze. Irgendwo bei Monitor oder Panorama war natürlich kurz mal was Gutes.
    Die Polizei als Feind und Täter, das war das, was jeder zu spüren bekommen konnte, der sich aus dem Haus trauen mochte. Der schwarze Block, und davon wiederum die Bescheuertesten, die haben jede Menge Scheiße gebaut und das war sicher hier und da auch gefährlich (so wie ein brennender geparkter Wagen halt ne Gefahr darstellt), aber das Risiko mit Überfällen terrorisiert zu werden kam ganz klar von Team Blau. Wenn du irgendeinen Hinweis auf (angeblich gestiegene) Respektlosigkeit gegenüber der Polizei als Solcher finden willst, dann höre dir die Fassungslosigkeit der Bürger an die dachten, ne angemeldete Demo, das muss ja wohl gehen in diesem Land. Manch einem ist da wirklich das Weltbild verrutscht.
    Jetzt war das alles überhaupt nicht neu, wenn linke Szene sich der Staatsmacht mehr oder weniger begründet und auf mehr oder weniger gutzuheissender Weise entgegenstellt, dann passieren diese Dinge immer und immer wieder. In meinen jungen Jahren bin ich extra hingetourt nach Gorleben und Co, um mir das zu geben. Man staunt nicht schlecht, was so in “richtigen Zeitungen” so behauptet wird, wenn man gesehen hat was da wirklich vorgefallen war, inkl ausreichender Anzahlt von anwesenden Qualitätsjournalisten, die eifrig die Verschlüsse klcikern ließen, aber scheinbar zu einem realistischen Gesamtbild irgendwie dann doch nicht in der Lage waren. Merkwürdig, merkwürdig!
    Nur so als Detailbeispiel, es heißt immer und immer und jedesmal in der Berichterstattung “es flogen Steine und daraufhin setzte die Polizei Einsatzmittel X ein”. Das ist ein Narrativ, das mindestens ebenso oft erlogen wird wie auch wahr sein kann. Wenn man sich denn für das “wer hat angefangen?” ernsthaft interessiert, dann muss man aber auch mal nachfragen: wenn ein besoffener Krawalltourist einen Stein 5m vor die Stiefel einer Polizistenkette wirft (einer, von 10.000!!), war das dann eine gewalttätige Demo, die man leider angreifen mußte, woraufhin das Steineschmeißen (o wunder) erst richtig losging? Wer von “beiden” Parteien ist denn da eigentlich der monolithische Block mit Befelhlskette und Korpsgeist und als ein Ganzes betracht- und beurteilbar? Natürlich “die Chaoten”… da muss man doch nicht linksversifft oder steinwurfromantisierender Wirrkopf sein, um etwas zu merken.
    Also, bitte. Informier dich.
    Eine Medienhappen fällt mir dazu noch ein, der ist zwar ein bißchen länger, die Vortragenden sind in der Podcastlandschaft sicherlich mindestens ebenso gut beleumundet wie du und Holgi, es handelt sich um eine der meistgehörten Folgen von “Logbuch Netzpolitik”, und deren Link suche ich jetzt noch mal raus.

    https://logbuch-netzpolitik.de/lnp225-dringende-bitte

    Zum Abschluss nach guter alter Sandwich-Methode noch mal Zucker obendrauf: Ich hör euch liebend gern und bin mit euch zufrieden. Ich bitte um Entschuldigung für meine Anspruchshaltung und hoffe, dass mein kleiner Aufsatz hier BEachtung findet, ich meine es gut. Danke und im Großen und Gazne: bitte weiter so.

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