WR711 Mohammed

 

Im Jahr 622 musste Mohammed Mekka verlassen: Die islamische Zeitrechnung beginnt genauso wie die Ausbreitung des Islams. Matthias von Hellfeld erzählt.

Die passende Ausgabe “Eine Stunde History” läuft am 16. Juli 2017 auf DLF nova.

9 Gedanken zu „WR711 Mohammed

  1. Fabian

    Hi, ich habe keine 20 Sekunden reingehört, aber dennoch schon eine Frage.

    Ist die Historizität Mohammends tatsächlich belegt?

    Der Ketzerpodcast hatte sich vor geraumer Zeit genau mit dieser Frage beschäftigt.
    https://ketzerpodcast.wordpress.com/2014/12/12/34-2-die-historizitat-mohammeds/
    Nun sind dies keine Historiker, aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten beschäftigen sie sich sehr intensiv mit den Fragen der Ethik, von Religionen und auch den geschichtlichen Zusammenhängen.

    Ich weiß, dass Matthias von Hellfeld hier nicht mit liest. Aber wäre es möglich ihm dennoch die Frage zukommen zu lassen, ob das jetzt nur daher gesagt war, dass Mohammed nicht nur eine mythologische Figur war, sondern dass er real existierte?
    Wie sehen die historischen Belege und Zeugnisse aus?
    Wenn er existierte, wie sind dann die Wunderzuschreibungen, wie das Fliegen auf einem Pferd, Diverse Speise- und Wasserwunder und die Tatsache dass er als Analphabet lesen und schreiben konnte zu verstehen? Anders als bei Jesus, entstand die Kanonbildung um Mohammed recht früh nach seinem ihm zugeschriebenem Tod.

    Eine Beantwortung dieser Frage, vielleicht sogar im Rahmen des Podcasts, würde mich sehr freuen.

    Vielen Dank
    Fabian

    Antworten
    1. Matthias von Hellfeld

      Ich lese sehr wohl mit. Ich gehe davon aus, dass es sowohl eine Figur wie „Jesus“ gegeben hat, als auch eine wie „Mohammed“. Insofern habe ich die Historizität Mohammeds nicht in Frage gestellt. Alles Weitere ist etwas für Spezialisten, von denen zwei in der Sendung bei DLF-Nova auftauchen. Ich konnte bei beiden keine Bemerkungen erkennen, die auf eine „Nichtexistenz“ schließen ließen.

    2. Fabian

      Hallo Matthias,

      danke für deine Antwort.
      Ich fand bisher keinen SN-Account von Dir, so schloss ich fehl, dass Du generell nicht internetaffin seist.
      Du wärst nicht der Erste, bei dem genau das der Fall wäre.
      Entschuldige bitte die Fehleinschätzung.

      Was Mohammed und Jesus angeht, so muss ich (als Laie) sagen, dass ich davon ausgehe, dass dies keine reellen Personen waren, die so gewirkt haben, wie es ihnen zugeschrieben wird und um die dann einfach Wundergeschichten dazu erfunden und in den Kanon übernommen wurden.
      Von Jesus gibt es keine Zeitzeugen-Berichte, von Mohammed wohl nur eine.
      Das ist recht wenig für Personen, die einen halben Subkontinent eroberten oder es mit dem Imperium Romanum aufnahmen.

      https://www.welt.de/kultur/article1848051/Mohammed-das-Neue-Testament-und-Rotkaeppchen.html

      Ich vermute bei vielen Historikern einen falschen guten Willen.
      Diese sind an historische Zusammenhänge interessiert und nicht daran, sich mit verschiedenen Religionsgruppen anzulegen. Also akzeptieren sie erst einmal den jeweiligen Kanon, besonders dann, wenn dieses Thema nicht ihr Fachgebiet ist und sie mit Religionen nicht auf Kriegsfuß stehen.

      Dieser grundsätzlich zu begrüßende Charakterzug hat aber auch den Nachteil, dass religiös geprägte Narrative entgegen dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand weiter transportiert werden.
      Dabei geht es mir nicht darum, Religiöse zu ärgern, oder sie gar zum „Atheismus zu bekehren“. Das wäre nicht meine Art (Man muss den Menschen ihre Götter lassen.) und ist auch nicht mein Anliegen.
      Ich erachte aber wissenschaftliche Erkenntnisse als viel wichtiger als religiöse Erzählungen.

      So hatte ich auch große Bauchschmerzen damit, dass am Ende einem Hassprediger wie Luther gehuldigt wurde.
      Selbstredend war Luther eine wichtige historische Figur. Aber das war Hitler auch und über ihn finden wir nicht solch versönliche Worte.
      Ja, dieser Godwin ist hier angemessen, da sich Luther und Hitler nur in wenigen Punkten unterscheiden – vorrangig darin, dass Hitler 400 Jahre nach Luther geboren wurde und es ihm möglich war seinen Worten Taten folgen zu lassen.
      Inhaltliche Differenzen hat es wohl kaum gegeben. Menschen mit Behinderung seien „seelenlos“ und müssen getötet werden. Sein Antisemitismus ist bekannt. Lediglich ob Hitler die Frauenverachtung Luthers teilte, weiß ich nicht. http://www.projektwerkstatt.de/religion/luther/luther_zitate.html
      https://hpd.de/node/13504?nopaging=1

      Hitler würden wir heute bei seinen Aussagen bestrafen. Zu Recht.
      Luthers Aussagen aber auch. So wurde wegen diesen erst kürzlich ein Verdacht auf Volksverhetzung geäußert.
      https://hpd.de/artikel/luther-polizeilich-attestierter-volksverhetzer-14459

      Wenn man vorbildlichere Charaktere aus der Reformationszeit sucht, so würde ich eher Thomas Münzer oder Jan Hus vorschlagen.

      Ich wünsche noch eine lange Zusammenarbeit.
      Mit macht die Podcast-Reihe sehr viel Spaß und ich habe sie bisher immer genossen.

      Gruß
      Fabian

  2. Alias

    Die Hidschra (der Auszug Mohammeds nach Medina) gehört nicht zu den fünf Säulen des Islam. Gemeint ist wohl eher der Haddsch (die Pilgerfahrt nach Mekka). Nichtsdestotrotz wird die Hidschra von radikalen Gruppen wie dem IS instrumentalisiert, um Muslime davon zu überzeugen, dass sie in einer nicht durchweg muslimischen Gesellschaft nicht leben dürfen. Nach deren Sichtweise ist es eine Pflicht.

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  3. Carsten

    Moin

    Ich hab immer ein Problem damit wie die islamische Eroberung dargestellt wird. Meist liest sich das so, das die Nachfolger Mohammeds mit dem Banner des Islam in der Hand durch die Levante und bis nach Spanien gezogen sind. Als ob der Islam der einzige entscheidende Punkt ist, der diese Eroberung erst möglich gemacht hat. Was meist nicht auftaucht die die Tatsache das sich das oströmische Reich und Persien/ Sassaniden ca 100 Jahre lang im Krieg waren. Konflikte zwischen Rom und Persien waren „normal“ aber dieser letzte Krieg war so extrem das beide Reiche danach keine Kraft mehr hatten. Die Araber sind halt auf ein Machtvakuum gestoßen und haben das ausgenutzt.

    Empfehlen kann ich für das Thema:
    https://twitter.com/CryForByzantium Die Geschichte Byzanz als Twitterfeed.
    https://thehistoryofbyzantium.com/ Podcast über die Geschichte Byzanz. Der Podcast beginnt da wo der History of Rom Podcast von Mike Duncan aufhört.

    Gruß
    Carsten

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  4. Porridge

    Nitpicking-Alarm: „Moslem“ und „mohammedanisch“ sind veraltete Termini. Mich reißts immer ein bissl, wenn ich die hör.

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    1. Christian von Praun

      Wie möchtest Du Moslems denn dann nennen? Muselmann sagt man auch nicht mehr und „religiöser Mensch mit islamischem Hintergrund“ wäre mir zu lang 😉

  5. Sebastian

    Die Bedeutung von Luther kann ich nicht nachvollziehen. Luther und die anderen Abspaltungen von der katholischen Kirchen führten eher zu einer Radikalisierung von Religion und damit auch des weltlichen Lebens und der Moralvorstellungen. Beispielsweise führte dies in einigen Städten zur Zerstörung von Kulturgütern und dem Verbot von Wirtshäusern.

    Antworten
  6. user unknown

    @Porridge:
    Moslem ist mitnichten veraltet.

    Vielmehr ist Muslim der zwanghafte Versuche einen englischen Terminus zu benutzen – setzt sich aber nicht so recht durch.

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