WR701 Minus geht jetzt anders

 

Darin: Elternabend und Subtraktion – Odonien am 17.7.2017 – Die Provinz – Zweit-Immobilien – Geschenke – Analogfotografie (Podcast: Absolut Analog) – Erinnerungen in Fotos – Das Wetter

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43 Gedanken zu „WR701 Minus geht jetzt anders

  1. Philipp

    Nette Sendung.
    Aber: SEIT KAISER WILHELM HABEN WIR EINEN IM SINN! WAS SOLL DAS?
    Diese Experimente treiben nur einen Keil zwischen die Generationen.
    Danke Merkel!

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    1. Donngal

      Ich fand das sofort viel logischer als das was ich gelernt hab, ich musste echt lange überlegen wie das nochmal funktionierte, aber das neue hab ich auf Anhieb verstanden. Gute Sache glaube ich.

  2. TB

    Moin Toby, kurze Anmerkung von einem Lehrer zum Minusrechnen: In Niedersachsen dürfen wir Lehrer entscheiden, welchen Weg wir den Kindern beibringen – die Richtlinien sind da offen. Der „neue“ Rechenweg (Abziehverfahren/Entbündeln) wird insbesondere an den Universitäten propagiert, weil er für die Kinder (wohl) einsichtiger ist und mit Material handelnd begleitet werden kann. Die Mathematik hinter dem „alten“ Rechenweg (Ergänzungsverfahren) ist letztlich nur von sehr pfiffigen Kindern wirklich zu verstehen, sodass die meisten Kinder dieses Verfahren ohne echtes Verständnis lediglich abarbeiten.

    Frisch von der Uni habe ich daher auch das neue Abziehverfahren gelehrt und entsprechende Elternabende mit Tafelbeispielen gehalten 😉 – Im praktischen Unterricht habe ich dann aber schnell gemerkt, dass das „neue“ Verfahren eine gewaltige Schwäche hat: Rechne mit dem Verfahren mal die Aufgabe: 20.000 – 33, m.E. ein Grauen! Heute bin ich daher wieder beim alten Verfahren und übe mit den Kindern lieber echtes Kopfrechnen (und entsprechende Strategien) und bin zufrieden, wenn das schriftliche Subtrahieren als stumpfer Algorithmus angewendet werden kann. Im Zeitalter von Smartphones werden die schriftlichen Rechenverfahren sowieso immer unbedeutender, sodass sie vielleicht bald schon ganz aus dem Unterricht verschwinden …

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    1. Mithrandir

      Hab das gerade auch probiert. Bei zweistelligen ist es ganz Ok, oder dreistellig minus dreistellig, aber 3000-15 war dann schon schwierig.
      Habe mir dann ein Video gegoogelt, und dann merkt man, dass es nicht viel besser ist als die alte Art.
      https://m.youtube.com/watch?v=NKxHQFzYXRw

  3. blub

    Boah eh, dieser „neue“ Rechenweg klingt super kompliziert zu erklären. Macht doch einfach Subtraktion durch Addition. solange man bei natürlichen zahlen bleibt ist das super easy und man hat schon nen halben Fuß in der Tür bei Gleichungen.

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    1. S wie scheisse

      Bzgl. Neuer Minus Hype ‚
      Mir kommt das vor wie das ewige hin und her mit doppel ss oder dreifach sss…. dann doch lieber wieder ß anstatt ss bzw s…..oder wie wars noch mit dem S Knäuel ??? Nee einfach scheisse find ich solche Reformen.Das irritiert mich bis heute wenn ich mal mitm „flow“ im Handgelenk schreibe.
      Wozu nun Minus über phantasievolle Lösungswege? Also mit Mathemathik bleib ich ebenso sturrrrrr bei “ old is gold“ ….soooo! 🙁

  4. njorg

    Yay – neue Folge 🙂

    Die Notwendigkeit dieser schriftlichen Minusrechnung hat sich mir ohnehin noch nie erschlossen. Ich fand es schon immer praktischer, die Zahlen zu zerlegen. Also bei 319-71 ignorier icherstmal die Einerstelle, ziehe dann je 10 ab, damit ich bei der glatten 300 ankomme, das dann minus 60 und dann hänge ich noch die Einerrechnung hinten dran. So rechne ich für gewöhnlich im Alltag und das geht dann eigentlich auch ganz gut im Kopf.

    Holgis Provinzdefinition find ich interessant. Aber ich glaube, man muss nochmal eine Zwischenstufe einbauen. Immer alles verfügbar haben ist ja eigentlich eher die Ausnahme, gerade in Europa, weil wir hier halt so wenig Metropolen haben. Ich würde sagen, Provinz ist, wenn man nicht mal mehr mit Vorausplanen nahezu alles in der eigenen Stadt/Region bekommen kann.

    Was bei den alten Fotokisten für mich anders ist, ist das Wissen darum, dass diese Bilder eine physische Geschichte haben. Irgendwann haben meine Eltern die geknipst, dann den Film in eine Dose getan und zum Entwickeln gebracht, auf der Fototasche angekreuzt, was sie haben wollen, die fertigen Bilder abeholt, einzeln in der Hand gehabt und angeschaut, in ein Album oder eben eine Kiste einsortiert und vielleicht auch ein paar Mal rausgeholt und sie wieder angeschaut. Und die Kiste ist dann in verschiedene Wohnungen mit umgezogen, dann beim Umräumen mal runtergefallen und wurde wieder angesehen. Und man sieht es den Bildern auch an: da ist Staub drauf, vielleicht mal ein Fettfleck, mal eine abgeknickte Ecke, vielleicht ist mal was ausgeblichen, am Fotopapier kann ich sehen, wo das entwickelt worden ist und vielleicht auch wann…
    Digitale Bilder sind weitestgehend geschichtslos, zeigen mir die reine Information ohne einen geschichtlichen Kontext mit zu transportieren.

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    1. Mina

      Das kann man schlecht machen, wenn man 20 Zahlen hat und die alle abziehen will. Man kann es natürlich so machen, dass man zuerst die abzuziehenden Zahlen schriftlich addiert, aber dann kommt man ja wieder beim gleichen Umfang raus, wie bei der schriftlichen Subtraktion.

  5. Carina

    Ein wichtiger Aspekt, der meiner Wahrnehmung nach in der Debatte um’s Fotografieren fremder Leute in der Öffentlichkeit häufig außer Acht gelassen wird ist, dass es Menschen gibt, die unter Umständen in Gefahr geraten, wenn ihr Standort bekannt wird. Spontan fallen mir da Stalkingopfer ein und Leute, die aus gewalttätigen Beziehungen oder Familienverhältnissen geflohen sind.
    Nun mag man einwenden, dass das ein eher seltenes Phänomen ist und einerseits stimmt das hoffentlich auch, andererseits sind mir (anekdotische Evidenz) durchaus schon mehrere Menschen mit solchen Geschichten begegnet, bis hin zu einer halben Familie, die ihren Namen geändert hat und quer durch’s Land umgezogen ist. Darüber hinaus denke ich, dass bei einer Abwägung des Bedürfnisses nach einem Foto bzw nach dessen Veröffentlichung gegen das potenzielle Bedürfnis nach Sicherheit oder Unversehrtheit letzteres in den allermeisten Fällen überwiegen sollte.
    Ähnliche Probleme ergeben sich zB für nicht geoutete Homo- oder Transsexuelle und Jugendliche, die sich nicht entsprechend der Regeln ihres Elternhauses verhalten (zB eine Muslima ohne Kopftuch, von der eigentlich erwartet wird, eines zu tragen).

    Parallel verhält es sich meines Erachtens auch mit der Debatte um Privatsphäre: Wer wenig zu befürchten hat kann relativ entspannt mit der eigenen Öffentlichkeit umgehen. Am anderen Ende des Spektrums sind Leute, die selbstverständlich keine öffentlichen Facebook-Postings machen, sofern sie überhaupt einen Account dort haben. Auf Privatsphäre verzichten zu können ist ein (Achtung, Reizwort)
    Privileg.

    Ich möchte damit übrigens explizit nicht euren Umgang mit dem Thema im Podcast kritisieren, der ist ja gar nicht für erschöpfende Debatten gedacht sondern für eure jeweilige Perspektive.

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  6. Micha

    Bayern und Baden-Württemberg haben als „Agrarländer“ traditionell immer die späten Sommerferien-Termine, damit die Kinder bei der Ernte helfen können…
    Vielleicht sollte man mal drüber nachdenken, ob das noch so zeitgemäß ist!?

    Gruß Micha

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  7. Gunnar

    Hallo
    Ich verstehe nicht warum man als Großstädter immer auf die „Provinz“ herunterblicken muss bzw. sich als etwas besseres fühlt.

    Viele Grüße von Gunnar

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    1. Micha

      es gibt da leider noch eine Abstufung mehr:
      Hauptstädter – Großstädter – Provinzler…

      bin übrigens Großstädter… 😉

    2. Tarifkenner

      @Gunnar
      Dieses Runterschauen auf die Provinz – häufiger noch: eine bestimmte kleinere Nachbarstadt – empfinde ich auch als sehr unangenehm. Nach meiner Erfahrung ist dieses Verhalten gerade in Städten verbreitet, die sich selbst für Metropolen halten, die in der Fremdwahrnehmung aber eher Provinzstädte sind. Wieviele Nürnberger habe ich schon erlebt, die sich über die Provinzialität von Fürth echauffieren! In Berlin höre ich deutlicher weniger solcher Herabsetzungen. Das liegt fürwahr nicht daran, dass dem Berliner Großmannssucht fremd wäre! Er sieht überhaupt keinen Anlass, auf Hamburg oder München herabzuschauen, sondern vergleicht seine Stadt mit Paris, London und New York. Und dagegen ist Berlin ja übersichtlich und heimelig.

    3. holgi Beitragsautor

      Wir Großstädter halten uns nicht für was besseres. Die Menschen in der Provinz scheinen bloß einen derart großen Minderwertigkeitskomplex zu haben, dass sie Arroganz unterstellen, wo jemand einfach nur keine Lust hast, zu leben wie sie.

    4. Mithrandir

      Naja, ich wohne „auf dem Land“ und muss immer schmunzeln, wenn sich einige damit brüsten in der Stadt zu wohnen, wo alles viel besser ist. Meist wohnen sie in der Vorstadt, wo es auch nicht besser ist als bei uns. Außer Verkehrsanbindung. Wenn uch abends was essen will, gibt es auch genug Auswahl. Notfalls nehmen wir halt dann das Auto.
      Hat alles seine zwei Seiten. Ich geh halt aus dem Haus und bin in wenigen Minuten mitten in der Natur. Und zwar zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Außerdm habe ich hinterm Haus meinen Garten, einen Rasen mit Grillplatz ohne das jemand der Nachbarn sich beschwert wenns raucht. Ich brauch kein Wochenendhäuschen. Hab ein Wohnmobil 😉
      Ich wöllte nicht in die Stadt ziehen. Kann aber die Städter auch verstehen, dass sie auf ihre Vorteile nicht verzichten wollen.9

    5. Mina

      Zwei Provinzen nebeneinander sind auch nicht gerade lieb zueinander. Erfinden irgendwelche gemeinen Sprüche aus dem Autokennzeichen, um die Leute der anderen Provinz als Idioten darzustellen oder einfach zu sticheln.

    6. iomf42

      Ich nenne das „Berlinsplaining“: Wenn Berliner dir ungefragt erklären, warum es bei ihnen so viel geiler ist als bei dir.

  8. Friesenkiwi

    Also, ich hier aus NRW, genauer: Niederrhein, rechne schon self 20 Jahren auf die ’neue‘ Art: über der 1er-Stelle ’ne kleine 10 hinschreiben, unten bei der 10er-Stelle ’ne kleine 1. Analog auch beim Addieren (da halt ohne 10 oben)

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    1. Mina

      das ist doch die alte rechenweise laut toby, wo man die 1 unten hinschreibt.

  9. Tarifkenner

    Ich fand, das Tobias „das neue Minus“ sehr gut erklärt hat.
    Ich (eingeschult 1974) habe das auch so gelernt, nämlich einen Zehner des Minuenden „entbündelt“. Das „neue“ Minus ist fraglos näher an dem dran, was mathematisch geschieht. Nachteile hat diese Methode hinsichtlich der Übersichtlichkeit des schriftlichen Rechnens. Wenn man im Minuenden öfter eine Zahl durchstreichen und durch zwei ersetzen muss, ist das Risiko erheblich, die Übersicht zu verlieren und plötzlich aus dem sechsstelligen Minuenden einen siebenstelligen zu machen. Deshalb wurde uns schon damals in einem zweiten Schritt erklärt: Statt oben zu entbündeln und den Zehner des Minuenden um eins zu reduzieren kann man genauso den Subtrahenten um eins vergrößern.
    Ach ja, es war nicht alles schlecht in den Siebzigern.

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    1. Dagmar Hochhauser

      Ich geb‘ dir völlig recht, das „neue Minus“ ist mMn dem Verständnis näher – man „borgt“ sich sozusagen von der nächstgrößeren Einheit was aus, das braucht man insbesondere auch beim Rechnen mit Zeitspannen (zB 2 h 07 min minus 1 h 32 min = 1 h 67 min minus 1 h 32 min) – allerdings ist die Übersichtlichkeit bei der alten Methode bei weitem besser.
      Grüße aus Österreich (auch hier wird subtrahiert 😉 )

  10. j0hn

    Zum Thema „Jeder“ hat Spass am fotografieren: Also ich hasse es 🙂 Hab da einfach überhaupt kein Gefühl für und es interessiert mich auch überhaupt nicht. Ich hab es früher immer gehasst sich diese analogen Dinger vors Gesicht zu halten und dann durch den Sucher einen passenden Bildauschnitt zu suchen, dementsprechend sahen auch meine Bilder aus. War für mich immer arbeit und ein „Du machst die Fotos“, war immer eine Bestrafung für mich.

    In diesem Sinne:

    http://img.izismile.com/img/img3/20100608/640/but_youre_doing_640_12.jpg

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    1. Mina

      Ich mag Fotografieren als Tätigkeit auch nicht. Ich mag es auch nicht gern Bilder zu verwalten, zu sortieren usw. Ich veröffentliche meine Bilder auch nicht. Ich tausche sie vielleicht aus mit den Leuten, die auch dabei waren oder gebe die Bilder den Leuten, die sie auch etwas angeht. Beispiel: wenn die Großeltern zu alt sind um zu einer Hochzeit mitzukommen, dann mache ich Bilder mit dem Bewusstsein, die sind für sie und einige für mich und einige vielleicht für das Brautpaar, falls sie keinen richtigen Fotografen da haben oder der gerade woanders ist während etwas interessantes passiert.

      Ich lasse manchmal andere von mir oder etwas Fotos machen oder fotografiere manchmal, weil ich etwas als Bild haben möchte für später. Das ist etwas Lästiges, um ein Bild für ein Fotoalbum zu haben, was man in einigen Jahrzehnten ansehen kann. So wie die Frau aus der Erzählung von Toby, dass ihr kaum Bilder (Erinnerungsanker?) ihres Mannes bleiben, wenn er mal weg ist. Das ist schon sehr beruhigend, dass man wenn man will oder zur Not, wenn man keine visuelle Erinnerung zusammenbekommt, noch nachsehen kann auf den Fotos.

  11. Rasty

    Hey Holgi, da es heute Thema war, eine kleine Kärwa-Empfehlung von mir:

    In der ersten Oktoberwoche findet in Fürth die größte Straßenkirchweih Bayerns statt.
    Die so genannte Michaeliskärwa, die sich über 3,5km durch die komplette Innenstadt zieht und dieser Form vermutlich einmalig in Deutschland ist. Vielleicht wär das ja was für „Hock dir Her“, da sind viele interessante Gestalten unterwegs und es gibt jede Menge kulinarischer Köstlichkeiten.

    https://www.youtube.com/watch?v=Ba3EG9np3TI

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  12. mithrandir

    Zum Thema fotografieren:
    Es gab ganz früher, als das Wort Blog noch nicht existierte eine gute seite, die so was schon machte und auch immer wieder Tipps zum fotografieren hatte.
    Dort gab es auch mal einen Beitrag, wie man Fotos „konsolidiert“:
    http://www.besserwisserseite.de/willi_newsletter_0610.pdf^
    Immer noch aktuell, meiner Meinung nach.
    Ich verstehe aber auch nicht, wie man mit mehreren Kameras behängt seine kostbare Urlaubszeit opfert um Fotos zu machen. Noch weniger, warum man sich die Mühe mit den Filmen macht, wo man das alles doch auch viel einfacher digital hat. Aber es gibt ja auch Leute, die unbedingt noch Vinyl hören, oder sich ernähren wie in der Steinzeit, einfach um anders zu sein.
    Aber wenns Spaß macht, ist ja alles gut.
    Ich habe zwar auch eine relativ gute

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  13. Einsamer Schütze

    Hallo Holgi,
    du meintest, dass du bei deinen vom Leuchttisch abfotografierten Negativen in Lightroom noch kompliziert rumfriemeln muss, weil die Filme nicht plan sind. Möglicherweise habe ich das auch missverstanden, aber mir kam da beim Hören spontan der Gedanke: wäre es nicht viel einfacher, bei Fotografieren einfach eine Glasplatte über die Filme zu legen?

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  14. Mina

    wie holger ganz am anfang seine eigene rechnung beschrieben hat, ist exakt die reihenfolge, die anscheinend neu ist.
    ich rechne auch immer so, nur malten wir in kasachstan immer einen punkt über die obere Zahl.
    also bei 31-23, dann wird über der 3 ein punkt gemacht und das bedeutet einfach, dass es jetzt eine zwei ist, dann recht man halt 2-2 für die zehner. die 11 und die 20 muss an ja nicht einzeln aufschreiben. vielleicht schreiben die das nur jetzt kurz hin, um das vor augen zu haben.

    ich fand die deutsche schreibweise mit der eins ganz unten seltsam, da hat man plötzlich mehr zahlen, die man berücksichten muss, bei der „neuen“ methode bleibt die anzahl der zahlen auf dem papier gleich, nur dass die 3 als 2 gekennzeichnet ist durch den punkt über der 3.

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  15. Michael

    Naja, zur Diskussion Großstädter muss ich als ein auf dem Land geborener, in einer mittleren Stadt studierter und nun seit Jahren in der Großstadt wohnender sagen:
    Aus meiner Perspektive schwingt bei vielen (vielleicht nicht den meisten) „eingeborenen“ Großstädtern schon eine gewisse Arroganz den Leuten vom Land gegenüber mit.
    Andersrum gehts aber auch: Ich betrachte es schon als Privileg sowohl die „Provinz“ als auch die Großstadt „hautnah“ zu kennen.
    Und mir tun alle Kinder leid, die in einer Stadt aufwachsen müssen – was aber wohl nur jemand nachvollziehen kann, wer schon mal nach einem langen sonnigen Herbsttag der Heuernte abends in der Scheune gemeinsam Brotzeit gemacht hat – da sehnt man sich im Akademikerjob dann schon oft danach.

    Und irgendwie sind das für mich viel wertvollere Erinnerungen als das Essen um 11 beim Afghanen in Haidhausen letzte Woche – das macht man halt in der Stadt weil Heuernte in der Stadt nicht geht 😉

    Andererseits kommt man sich dann in der Stadt schon unendlich alt vor wenn man an so eine Kindheit zurück denkt 😉

    So oder so eine schöne Folge, danke an Holgi und Tobi dafür!

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    1. Anne

      Als in der Vorstadt aufgewachsenes Kind glaube ich ja, dass wir alle unsere Kindheit romantisieren, unabhängig davon, ob wir in der Stadt oder auf dem Land groß geworden sind. Insofern tun uns vermutlich auch alle Kinder leid, die nicht so aufgewachsen sind wie wir, weil sie eben nicht die gleichen geilen Erlebnisse machen konnten.

      (Es sei denn, die eigene Kindheit war scheiße, dann tun einem die leid, die unter ähnlichen Bedingungen groß wurden.)

  16. Christian

    „Klar, was ich mit der kleinen Retina mache, das ist halt Kunst…“ – „Wer bitte ist Retina?“ ;D

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  17. Tina

    Ach schade, am 17.7. sind wir im Urlaub – sonst hätte ich mich direkt auf den Weg (aus der Provinz ;oP) nach Köln gemacht! Nun denn, viel Spaß euch schonmal!

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  18. Stefan

    Fotografieren vs. „Persönlichkeitsrechte“:
    Ich find gerade in der heutigen Zeit die Diskussion absurd. Wir werden permanent überall und allenortes von Videokameras aufgenommen und letztlich wissen wir nicht, was mit diesen Aufnahmen geschieht, wer diese Bilder wie und warum auswertet und in welchen Datenbanken diese landen. Aber darüber regen wir uns nicht auf, dagegen wehren wir uns nicht. Dabei finde ich diese Entwicklung für den einzelnen Menschen sehr gefährlich, weil es im Zweifel massive Auswirkungen auf den individuellen Lebenswandel haben kann.

    Wenn aber ein privater Fotograf im öffentlichen Raum ein Foto macht, dann gibt es Menschen, die völlig austicken, aggressiv und beleidigend werden oder gar die Polizei rufen. Es gibt Menschen, die andere Menschen für mehrere hundert oder gar tausend Euro abmahnen lassen, wenn diese irgendwo ein Foto der Person veröffentlichen. Da frage ich mich ernsthaft: Was soll der Mist? Haben solche Leute nichts besseres zu tun? Was ist an ihrer Nase so besonders, dass sie nirgends zu sehen sein darf? Oder geht es doch nur um den schnöden Mammon und das schnelle Geld? Dann ist die Abmahnung an sich auf ein unmoralisches Argument zurückzuführen.

    Diese Menschen bewegen sich doch auch im öffentlichen Raum und können von allen Menschen dort gesehen werden. Das bereitet ihnen doch auch keine Problem. Eine solche Aufnahme wird auf ihr Leben auch keinerlei Einflussnahme haben oder ihren Lebenswandel beeinträchtigen, demnach kann auch keine Schädigung abgeleitet werden.

    Oder verklagen diese Leute den Staat oder die Supermärkte, weil sie dort permanent aufgezeichnet werden? Nein, tun sie nicht. Weil sie da in der schwächeren Position sind und wissen, dass diese Rechtsstreitigkeiten Jahre dauern und zigtausende von Euro kosten werden – bei ungewissem Ausgang.

    Im Übrigen sehe ich da auch nicht, wieso man zwischen Erwachsenen und Kindern unterscheiden soll. Kinder sind und bleiben tolle Motive. Punkt. Wenn ein Kind im Sommer einer Seifenblase hinterherjagt, dann ist das ein tolles Motiv. Wieso soll das nicht dokumentiert werden dürfen? Weil es ein Kind ist? Diese Unterscheidung ist rational nicht erklärbar, es sei denn, wir geben uns einer Hysterie hin. Wenn wir danach gehen, müssen wir Kinder aus dem öffentlichen Leben verbannen. Ist das zielführend? Wohl kaum.

    Ich kenne übrigens Kinder, die sich sehr gerne fotografieren lassen möchten, deren Eltern das aber untersagen, wähernd die Kinder enttäuscht sind. Andererseits gibt es Kinder, die nicht gerne fotografiert werden, aber die Eltern das erwarten. Da ich auch als Fotograf arbeite, stehe ich immer wieder mal vor diesem Problem und wie man damit umgehen soll. Ich kenne Fotografen, die sich inzwischen ganz klar weigern, überhaupt noch Minderjährige zu fotografieren. Nicht, weil sie es persönlich ablehnen, sondern weil die in den letzten Jahren geschaffene „Kultur“ zu dem Thema derart emotional aufgeladen ist, dass man sich immer mehr in einem Minenfeld bewegt.

    Zu mir selbst:
    Ich selbst lasse mich nur ungerne fotografieren, aber inzwischen ist mir das auch egal. Mein unansehnliches Ich kann ich bei Youtube schon so oft in diversen Videos finden. Was solls auch? Wäre ich fotogen, wäre das anders, das ist also tatsächlich eine reine Kopfsache zum Thema Ästhetik bei mir. Aber wie gesagt, mir ist es egal. Und wenn jemand ein Foto von mir macht, mach ich inzwischen auch mit. Dann scheint die Person ja irgendetwas an mir interessant zu finden, das es wert ist, abzulichten.

    Ginge es nach mir, müsste der Persönlichkeitsrechtequatsch für den öffentlichen Raum abgeschafft werden.
    Ich sage nichts, wenn es um Bilder aus dem privaten Raum geht, die Angebetete halbnackt im Schlafzimmer oder Bilder aus einem Fotoshooting, das in privaten Räumlichkeiten stattfindet. Das sind individuelle Geschichten, die vorab für beide Seiten einer Abklärung bedürfen. Aber der öffentliche Raum sollte der öffentliche Raum sein.

    Und wer tatsächlich aus individuellem Grund ein Problem damit hat, weil es eben einen tatsächlichen Grund gibt, der kann doch auch auf den Fotografen zugehen und das ansprechen. Es mag ja Einzelfälle geben, wo es z. B. um den persönlichen Schutz der Person geht usw. – und dafür hat dann eigentlich auch jeder Fotograf Verständnis. Zumindest gehe ich nach gesundem Menschenverstand davon aus.

    Wenn das so weitergeht, sehen wir im Fernsehen, in der Berichterstattung und auch sonst überall nur noch ausgegraute oder sonstwie unkenntlich gemachte Menschen, so wie das inzwischen bei Kindern häufig gemacht wird.

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    1. Michael

      Da fallen mir gleich zwei Sachen auf:

      Zum Thema Videoüberwachung vs. Fotografieren durch Privatpersonen kann man ja durchaus auf die Idee kommen, dass wir als Gesellschaft dem Staat mehr Rechte einräumen als anderen Privatpersonen.
      Nahezu jeder zahlt hier Steuern und hat in der Regel kein großartiges Problem damit, dass der Staat die eigene private Vermögenssituation genauestens kennt.
      Trotzdem wollen viele Menschen ihre Steuererklärungen ansonsten nicht in der Öffentlichkeit ausgebreitet sehen.
      Insofern sehe ich das als weniger schizophren wenn man mit staatlicher Videoüberwachung weniger ein Problem als mit dem Fotografiertwerden durch Privatpersonen hat.

      Zweitens pauschalisierst du da schon ziemlich (mit Absicht?). „Keiner hat ein Problem mit Videoüberwachung“ kann schon deshalb nicht stimmen weil ich sehr wohl eines damit habe – und auch entsprechend wähle.
      Videoüberwachung und Fotografieren ohne zu fragen – beides finde ich nicht ok. Allerdings geht mir persönlich die Videoüberwachung sogar noch mehr auf den Senkel 😉

    2. Michael

      Was ich im Eifer ganz vergessen hatte war mein eigentliches Kernanliegen:

      Heute ist vieles anders als vor 20 , 30 Jahren.
      Heute finden es viele Leute nicht mehr schlimm wenn die Privatsphäre ständig verletzt wird.
      Ist das deswegen gut? Ich finde nicht – nur weil man gegen unschönen Dingen abstummt werden die doch noch lange nicht gut.

      Da fallen mir gleich zwei Sachen auf:

      Zum Thema Videoüberwachung vs. Fotografieren durch Privatpersonen kann man ja durchaus auf die Idee kommen, dass wir als Gesellschaft dem Staat mehr Rechte einräumen als anderen Privatpersonen.
      Nahezu jeder zahlt hier Steuern und hat in der Regel kein großartiges Problem damit, dass der Staat die eigene private Vermögenssituation genauestens kennt.
      Trotzdem wollen viele Menschen ihre Steuererklärungen ansonsten nicht in der Öffentlichkeit ausgebreitet sehen.
      Insofern sehe ich das als weniger schizophren wenn man mit staatlicher Videoüberwachung weniger ein Problem als mit dem Fotografiertwerden durch Privatpersonen hat.

      Auch wenn wir uns inzwischen schon stark dran gewöhnt haben:
      Wenn einen wildfremde Leute ohne zu fragen fotografieren ist das unschön, die Videüberwachung ist Mist.

    3. Stefan

      Die Pauschalisierung ist keine Absicht, aber wenn jemand ERNSTHAFT etwas dagegen hätte, würde derjenige ggf. vielleicht den Klageweg beschreiten und versuchen, diese ausufernde Videoüberwachung wegzuklagen. Genau das passiert aber nicht. Wir nehmen diese Gesetze hin und fertig.

      Sicherlich gibt es Menschen, die sich darüber aufregen, ich mag es auch nicht, wenn ich im ÖPNV beim Nase popeln abgefilmt werde bzw. nicht weiß, ob nicht inzwischen gar Gespräche aufgezeichnet werden. Angeblich dient das dann zu meiner eigenen Sicherheit, ich bin da aber skeptisch. Denn diese Videoaufzeichnerei führt zu Verhaltensänderungen bei allen Menschen. Und das kann nicht gut sein. Den Gewalttäter hingegen, der dann meist gar im Affekt handelt, den stört das nicht. Das dokumentieren zahlreiche Übergriffe, von denen wir regelmäßig lesen und hören.
      In den UK wird inzwischen alles aufgezeichnet, das wird mit den Jahren auch in Deutschland kommen. Die Misere rührt bereits die Werbetrommel für noch ausuferndere Videoüberwachung. Und die wird auch kommen, da die SPD bei dem Thema noch immer eifrig mitgemacht hat und wir in den nächsten Jahren nichts anderes erwarten können als CDU, evtl. mit Irgendwas als schmückendes Beiwerk. Genauso wie jeder Meter getrackt wird, den wir künftig mit dem KFZ zurücklegen. Denn das schützt uns irgendwie vor dem Terror.

      Der Privatfotograf hingegen wird heute ganz schnell mal abgemahnt für tausende von Euros. Ich habe auch schon gesehen, wie Fotografen in der Öffentlichkeit von der Polizei abgeführt wurden. Was da konkret vorgefallen sein soll, weiß ich zwar nicht. Mir gibt das aber zu denken.

      Persönlich habe ich kein Problem damit, wenn mich Menschen fotografieren, sobald ich mich im öffentlichen Raum bewege. Meist bin ich dann eh nur unschmückendes Beiwerk und eher die unerwünschte Störung im Bild. Ich kenne das doch von mir, wenn ich Sightseeing mache, ein schönes Motiv habe und mir dann ständig Leute vor die Kamera rennen, was natürlich auch völlig normal ist. Dann versucht man eben, die Menschen ins Bild mit einzubauen.

      Ich sehe dann immer den schlimmsten anzunehmenden Fall: Was kann passieren? Der Fotograf veröffentlicht das Bild / die Bilder von mir aus dem öffentlichen Raum irgendwo im Internet. Hat das für mich oder mein Leben Auswirkungen? Nein. Demnach: Egal.
      Wenn ich natürlich von mir ein Bild sehe und darunter Beleidigungen oder Diffamierungen auftauchen, würde ich natürlich dagegen vorgehen. Aber das ist ja eher nicht zu erwarten und wenn, dann fällt es bereits jetzt in den Rahmen der Strafgesetze, hat aber mit dem Bild selbst nichts zu tun.

      Wenn da jemand ein Bild von mir veröffentlicht und darunterschreibt: „Neben mir gabs auch andere Mitfotografen…“ (alles schon passiert), dann habe ich damit kein Problem.

      Das ist eben meine Meinung bzw. Ansicht zu dem Thema. Wir leben in einer Zeit, in der es nahezu Jeder als normal ansieht, überall die Kamera zu zücken. Daher finde ich Einschränkungen in diesem Bereich eher kontraproduktiv. Denn letztlich dient es dann nur den Juristen. Und ich will mir keine Welt vorstellen müssen, in der Fotografen in Gefängniszellen landen, weil sie im öffentlichen Raum Fotos gemacht haben…

  19. Herwig

    Ich suche mir jedes Jahr im Januar die „repräsentativsten“ 53 Bilder des letzten Jahres heraus. Daraus lasse ich einzelne Abzüge entwickeln.

    Zusätzlich mache ich daraus ein Poster (geht prima in Lightroom, 6 Reihen mit 9 Bilder quadratisch sowie eine Jahreszahl), welches ich groß ausbelichten lasse und an die Wand hänge. Damit dampft man alle Erinnerungen an ein Jahr auf ein Minimum ein.

    Antworten
  20. justme

    Ich gerade meinen Wrint-Rückstand auf… und dabei ist mir hier meine ich schon in der zweiten Sendung das Thema ‚Ferienwohnung‘ aufgefallen. Da Du, Holgi, ja wie ich mich zu erinnern glaube auch ein großer Freund von Booten bist (hattest Du meine ich zumindest mal vor längerer Zeit in einigen Podcasts erzählt) und offenbar auch einem Campingmobil nicht abgeneigt zu sein scheinst, warum nicht statt einer Ferienwohnung ein nettes Boot? Wenn man auf’s Rasen (sprich, Gleitfahhrt) verzichten kann und stattdessen eher im Bereich gemütliches Wasserwandern unterwegs sein will ist das gar nicht mal so teuer, wie es immer aussieht.. und mit der traumhaften Wasserlandschaft rund um Berlin kann man da einige Jahre schönen Urlaub verbringen (und ist trotzdem halt eben nicht immer am gleichen Ort)…

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  21. Dorothee Bernhardt

    Zur Subtraktion: diese Haltung “ kenn ich nicht, will ich auch gar nicht wirklich verstehen, haben wir schon immer anders gemacht“ nervt tierisch!!!! In den meisten (auch europäischen) Landern wird das Abziehverfahren gelehrt. Ist also beileibe nix Neues, Deutschland ist nur, wie so oft, unglaublich hintendran und konservativ/ignorant! Und noch was: nicht das Ergebnis ist in beim Mathematiklernen das Wichtigste, sondern das Verständnis des Rechenweges!
    Geschrieben von einer auch noch in hohem Alter (61) gerne dazulernenden Lehrerin

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