WR698 Murzynek Bambo

 

Darin: Alexandra las in Ratingen-West – Milieustudien – Geld und Lebenserwartung – Neger, Zigeuner und Eskimos – Kochen und Aufwand – Leben in Serien – Kranke Menschen – Wecker – Namen merken – Placebo und Nagetiere – Piktogramme – Salate – Silberbesteck – Autokorrektur – Alexandra in Krakau – Nicknames – Lebensmüdigkeit – Lichtschalter – Momo und die unendliche Geschichte – Pegida – Asterix – Sprache im Denken – Unerwünschte Gedanken – Fragen an 15-jährige – Der BER – Mikrofonklau – Grünpflanzen – Scheißfrage – Fern von Daheim – Störche und Kinder – Handzeichen – Vorheizen – Erfindung des Fahrrades – „sitt“ – Das 16-jährige Ich – Der gemeinsame Podcast von Alexandra und Katrin – Die Höflichkeitsfrage von esureL.

Menschliches Versagen führte zu der schlechten Klangqualität. Wir bitten um Verzeihung.

42 Gedanken zu „WR698 Murzynek Bambo

  1. andreas

    Wenn ein Radiomoderator und Podcaster schon nicht mehr mit dem Milieu der Arbeiterklasse in Berührung kommt und seine Ängste bezüglich der eigenen Besserstellung und damit Erhabenheit gegenüber dieser Menschen äussert,wie sieht es dann eigentlich mit Abgeordneten,Ministern und Staatssekräteren aus ?

    Muss man sich dann noch wundern,warum Leute auf der Straße „Lügenpresse“ rufen und Politiker beleidigen und vertreiben ?

    Diese Frage mal ganz objektiv und ohne Wertung.

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    1. holgi Beitragsautor

      Ja, man muss sich wundern, denn da geht es nicht um Milieuunterschiede, sondern um den Unterschied zwischen Zivilisation und Barbarei. Es ist nämlich jedem möglich, seine Bedürfnisse auf zivilisierte Weise wirksam zu äußern. Das Milieu ist keine Entschuldigung für unzivilisiertes Verhalten. Zumal die Schreihälse nicht einem bestimmten Milieu zuzugehören scheinen.

    1. Michael

      Thema Eskimos: Barry Lopez schildert in seiner Naturbeschreibung „Arctic Dreams“ von 2001 in einer reichen, empfindsamen Sprache, wie das Ökosystem Arktis bei seinen ausgedehnten Reisen und Tierbeobachtungen auf ihn wirkte. Inzwischen dürfte sich da sehr vieles verändert haben. Jedenfalls erklärt er, genau wie ihr in dieser Podcast-Folge, dass Eskimos die Gesamtheit der arktischen Stämme bezeichnen, wovon die Inuit nur einer sind. Demnach finden die Eskimos selber diese Bezeichnung passend und gut.
      https://www.goodreads.com/book/show/16878.Arctic_Dreams

  2. Sebastian

    Ich esse ja sehr gern Nudelsalat und mache auch immer schön Erbsen aus der Dose da rein, einfach weil’s lecker ist…

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  3. Stefan

    Hier in Dänemark leben viele Grönländer, das Wort Grönländer ist hier praktisch schon ein Schimpfwort. Beispiel: den Grönländer machen bedeutet hier, besoffen die Treppe herunter fallen.

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  4. Bastek

    Ich habe 20 von meinen 24 Jahren in Ratingen West gelebt.
    Da verstehe ich voll und ganz, dass Holgi sich so wegschmeisst und konnte nicht anders als mitzulachen. 😉

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  5. Der Freibeuter

    Die Erfindung des Fahrrades so wie wir es heute kennen erfolgte nicht von einer Person – daran sind viele „Erfinder“ beteiligt. Für die praktische Nutzbarkeit denke ich ist vor allem die Einführung des Kettenantriebes (vorher flog man beim scharfen Bremsen auf einem Hochrad leicht vornüber) und der Luftreifen (Komfort beim Befahren schlechter Straßen) wichtig.
    So Dinge wie Kugellager, die in den Rädern und dem Steuerkopf Verwendung finden gibt es auch noch nicht so lange – da war man im Mittelalter wirklich noch ganz weit entfernt so etwas im großen Maßstab (= zu geringen Kosten für die Masse) herstellen zu können.
    Dieses Laufrad von Drais, ist wie ich finde noch kein richtiges Fahrrad.
    Ist interessant, dass ein Ding, das ja an sich instabil fährt (man muß Gleichgewicht halten, sonst fällt man um) doch so einen großen Erfolg hat.
    Ich setze mich auch gleich wieder auf mein Fahrrad 🙂

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    1. Norbert

      Das Draissche Laufrad scheint zumindest von einer Naturkatastrophe inspiriert gewesen zu sein: http://www.spektrum.de/news/ein-vulkan-schreibt-weltgeschichte/1339235

      Im April 1815 brach der Tambora in Indonesien aus. Der Ausbruch war so heftig, und förderte soviel Asche in die Atmospäre, daß 1816 in großen Teilen der Welt Frühling und Sommer, und damit auch die Ernten, ausfielen („Jahr ohne Sommer“, mit Schneefällen in Mitteleuropa noch Ende Juli). Wegen der vorangegangenen Napoleonischen Kriege gab es in vielen europäischen Staaten kaum Nahrungsmittelreserven. Da die Menschen nun die wenigen verfügbaren Lebensmittel vor allem für sich selbst benötigten, wurden Reittiere zu einem echten Luxusgut, und das Laufrad zu einer interessanten Alternative.

    2. Ulrich

      Die ersten Vorläufer des Fahrrads (z.B. das draissche Laufrad) hatten auch deshalb Probleme sich durchzusetzen, weil einfach niemand darin geübt war das Gleichgewicht zu halten. Beim Laufrad ging das noch halbwegs, weil man mit den Füßen an den Boden kam, aber Räder bei denen man nicht mehr den Boden erreichen konnte, waren wohl ein echtes Hindernis. Vermutlich muss man sich heutzutage dafür Erwachsene vorstellen, die das in ihrer Kindheit nicht gelernt haben und sich dementsprechend schwer tun.

      Außerdem gab es recht früh Fahrverbote auf den wenigen passablen Straßen, weil man nicht wollte, dass die Radler Fußgänger und Pferde scheu machen, das hat die Innovation auch gehemmt.

  6. Tobi

    Lustigerweise habe ich das Thema Überangepasstheit der Jugend erst gestern Abend mit meiner Frau diskutiert, die in der offenen Jugendarbeit arbeitet. Die staatlichen Stellen denken offenbar laut darüber nach, solche Angebote deutlich zu kürzen weil „die Jungen ja so gut funktionieren“ und wunderbar angepasst sind. Zumindest äusserlich leben sie keine offene Ablehnung „des Systems“ mehr wie zu unseren Zeiten (Punks etc. ) und ordnen sich schon früh dem Karrieredenken unter, wenngleich Besitz nicht mehr die grösste Rolle spielt.
    Die professionelle Sicht ist aber wohl, dass die Kids von den gleichen alten Gedanken, Ängsten und Sorgen umgetrieben werden wie das bei Teens eh und je der Fall war – gemischt mit einer Welt, die (hier in Europa) Sicherheit und Wohlstand vermittelt, aber gleichzeitig überwiegend unsichere Lebensperspektiven bietet. Alles beim Alten also.

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    1. Sabine

      Ergänzend zu Tobis Kommentar:
      Die Autoritäten (Eltern, Lehrer, Gesellschaft, etc.) sind auch dadurch viel weniger angreifbar, weil sie sich stete so verständnisvoll geben. Früher hatte Papa immer recht, notfalls mit Gewalt, und Schluss. Das fordert Auflehnung geradezu heraus, gerade dann, wenn die Jugendlichen auch noch eine höhere Bildung besitzen als ihre Eltern und andere Autoritäten. Viel schlechter kann man sich gegen Leute wehren, die stets freundlich und hilfsbereit daherkommen. Auch wenn dadurch die Forderungen an die Heranwachsenden von allen möglichen Seiten, die man durchaus mal in Frage stellen könnte (Bsp. : Abi, die Woche danach ins sofort ins Studium, Bachelor in sechs Semestern, Master in acht, ohne nach rechts und links zu schauen, Hauptsache man kann im globalen Wettkampf mit IT-Indern und arbeitswütigen, anspruchslosen Chinesen mithalten und die Rente ist gesichert…), nicht weniger werden.

      Ach so, und damit die, die nicht ganz so mithalten können, wenigstens schön brav sind (im Zweifelsfall sind Komasäufer und politisch uninteressierte Konsumartikel-Konsumenten immer noch besser als wütende Demonstranten), passt man dann auch schon mal die Statistik der mit Ausbildungsplätzen versorgten Jugendlichen an: Seht ihr, es gibt gar keinen Grund zur Aufregung, wir sind das tollste Land der Welt und machen alles richtig – uns allen geht es gut, und wenn DU nicht dabei bist, dann bist du selbst schuld, du OPFER!
      Siehe diesen Spiegel-Artikel: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/ausbildung-warum-die-statistik-zu-lehrstellen-in-die-irre-fuehrt-a-1148259.html . (Ich habe den Eindruck, dass sich der Spiegel wirklich verstärkt bemüht, hinter die Kulissen zu schauen und der „Lügenpresse“-Anschuldigung etwas mit Substanz entgegenzusetzen, wenn unsere Politiker schon kein Interesse daran haben. Gefällt mir.)

  7. Anne

    Zu meiner Fahrradfrage:

    Es ging grundsätzlich darum, dass man mit dem Fahrrad sehr viel schneller vorankommt, dafür aber (außer dem Fahrrad selber) lediglich Körperkraft braucht. Der beim Auto oder der Dampfmaschine limitierende Faktor, dass erst mal die entsprechenden Technologien (Verbrennungsmotor, Treibstoff, Dampfantrieb) entdeckt bzw. erfunden werden musste, greift her also nicht.

    Dass ein Fahrrad im Mittelalter vermutlich anders ausgesehen hätte, und den damaligen Bedingungen angepasst gewesen wäre, muss man bei voraussetzen. Es geht also eher darum, warum es nicht schon viel früher entsprechend ähnliche Fahrzeuge gab, bei denen mit relativ geringem Kraftaufwand höhere Geschwindigkeiten möglich waren. Vielleicht gab es die auch, und ich weiß zu wenig davon.

    Unsere Erklärung war, dass es vermutlich eher Materialprobleme waren. Klar, statt Gummireifen wären auch Holzräder denkbar, auch die grundsätzliche Konstruktion wäre aus Holz denkbar, aber bei der Fahrradkette bzw. einem funktionierenden Äquivalent davon würde es eventuell kritisch.

    Die Argumente von Alexandra fand ich aber auch gut, denn die Zielgruppe müsste eigentlich die ärmere Landbevölkerung sein, wo das Fahrrad eben eine Alternative zum Zu-Fuß-Gehen darstellt. Sobald dann mindestens ein Teil der Konstruktion erheblich aufwändig herzustellen ist, fällt diese Zielgruppe aber sowieso weg.

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    1. Der Freibeuter

      Hallo Anne,
      ich hab‘ etwas weiter oben schon ein Posting dazu geschrieben.
      Ja es waren Materialprobleme: Kugellager, Kettenantrieb, Reifen und vor allem auch Speichenräder (die sind viel leichter als vergleichbar belastbare Räder „aus dem vollen“) können erst ca. 100-150 Jahre hergestellt werden. Die Rohre aus denen Stahlrohrrahmen bestehen gingen auch nicht (vielleicht knappe 200Jahre, nahtlose Rohre erst später). Hydroforming von Aluminiumrohren für spezielle Geometrien oder Carbonrahmen gibt es im Fahrradbau ja wirklich erst seit ganz kurzer Zeit (1-3 Dekaden).

      -> Straßenbau im Mittelalter? Wegelagerei? Zoll überall wegen Kleinstaaterei? Vielleicht noch Hexenverbrennung, weil der Mensch sich nicht schneller bewegen soll, als von „Gott“ gewollt oder so ähnlich?
      Innovationshindernisse wohin man guckt…

    2. Chris

      Hexenverfolgung fand vor allem in der frühen Neuzeit statt, nicht im Mittelalter. Außerdem sollte die Geschwindigkeit in der Hinsicht kein Problem sein, da ein Fahrrad ja nicht schneller ist als ein Pferd. Wie wahrscheinlich schon erwähnt sind Pferde ohnehin viel sinnvoller für Leute, die es sich hätten leisten können. Für das transportieren von Lasten zum Beispiel oder im Kriegsfall.
      Fahrräder sind einfach für eine allgemein recht wohlhabende moderne Gesellschaft bestimmt.
      Wo will man denn hinfahren als normale Durchschnittsperson damals, egal welcher Kulturraum oder Epoche. In benachbarte Dörfer kann man auch laufen und weitere Reisen sind wohl nicht für einen Bauern oder einfachen Handwerker bestimmt.

  8. David

    „Hallo, mein Name ist Holgi und ich kaufe jetzt hier ein.“

    Ist mir spontan in den Kopf gesprungen…. 😉

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  9. njorg

    Ich bin überrascht, dass du immer so in (sehr unterhaltsame 😉 ) Rants ausbricht, wenn es um despektierliche Äußerungen zu Richard David Precht geht. Ich stimme dir vollkommen zu, dass er einen tollen Job macht und es sehr lohnend ist, sich Dinge von ihm anzuhören, aber eigentlich habe ich bisher nur von dir gehört, dass er ständig als lowlevel-Philosoph kritisiert würde. Eigentlich höre ich überall immer nur wie toll er eigentlich ist. Vielleicht sollte man den Kritikern einfach keine Beachtung schenken – die scheinen ja ohnehin eine deutliche Minderheit zu sein.

    Zu den Jugendlichen und ihrer Nicht-Rebellion. Ich habe auch die subjektive Wahrnehmung, dass Jugendliche immer unpolitischer und im Verhalten immer konformistischer werden. Das ging mir zu Schulzeiten schon mit meinen Altersgenossen so und jetzt noch mehr, wenn ich mir als bald 30jähriger die Teens anschaue.
    Andererseits kenne ich auch die Erwartungshaltung Älterer an mich Jugendlichen, ich hätte doch als Jugendlicher™ sozusagen eine Gesamtgesellschaftliche Aufgabe/Funktion der Rebellion zu erfüllen. Das ist nicht nur nervig, sondern auch höchst arrogant. Vielleicht verstehen sich heute viele Jugendliche einfach nur besser mit ihren Eltern (welchen Grund hätte z.B. ich, gegen meinen Vater zu rebellieren, der zu Wendezeiten in meiner Heimatstadt maßgeblich am Gelingen des friedlichen Sturzes des DDR-Regimges beteiligt war?). Vielleicht sind viele Jugendliche, die keinen Alkohol trinken oder rauchen einfach nur einsichtiger als Jugendliche früher.
    Noch dazu ist auffällig, dass diese Fragen gerne von Menschen kommen, deren eigene Jugend von Rebellion geprägt war – ich habe also den Verdacht, dass man da ein Selbstbild bestätigt haben will.

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  10. Dieter Michel

    Hallo Alexandra, hallo Holger!

    @Alexandra: Deine Lesung in Ratingen fand ich interessant, aber (für mich zumindest)
    überraschend kurz. Ist das so üblich, oder war das vom Veranstalter so vorgegeben?
    (Mir persönlich war’s in dem Fall nicht unrecht, weil ich an dem Tag Geburtstag und
    deshalb anschließend noch was Anderes vorhatte. ) Ich vermute mal, dass der Wrint-affine
    Teil des Publikums Deine Bücher und/oder Podcasts über das Leben in Polen kennt und
    deshalb nicht viel nachgefragt hat, für die polnischstämmigen Zuhörerinnen und Zuhörer
    gilt das vermutlich auch. Oder mag es an der Bühnensituation liegen, dass Leute eventuell
    nicht ganz so interaktiv reagieren?

    Übrigens: Die Sache mit der Dampflokomotive hinter Eurem Haus fand ich sehr interessant,
    speziell vor dem Hintergrund Deines Podcasts über Konsum-Kids mit selbständig sprechendem
    Plastikspielzeug. Das wäre auch in meiner Kindheit sicher der Oberknaller gewesen, eine echte
    Dampflokomotive zum Spielen zu haben. Sehr phantasieanregend, vermute ich.

    @Holger: Ich fand es sehr gut, dass Du (so ab 1:20:00) darauf hingewiesen hast, dass es
    wichtig ist, die Prämissen in Aussagen mit Schlussfolgerungen zu prüfen.
    Ich kann mich an eine Lehrveranstaltung an der Uni erinnern, die sich u.a. mit Aussagenlogik
    beschäftigte und da z.B. die Wahrheitstabelle der Implikation (Konditional, „wenn … dann …“)
    vorstellte, nach der eine Aussage (überraschenderweise) schon dann wahr ist, wenn die Prämisse
    falsch ist. Dadurch kann z.B. ein rhetorisch geschulter Mensch einem stickum (für Nicht-Ruhrgebietler:
    heimlich, still und leise) eine falsche Prämisse unterschieben und dann logisch korrekt schlussfolgern.
    Wenn man vorher die Prämisse akzeptiert hat, wird man in der Schlussfolgerung keinen Fehler finden
    können und gezwungen sein, die Argumentation anzuerkennen. Kann unerwünschte Folgen haben,
    wenn man da nicht aufpasst.
    Also: Danke nochmal!

    Viele Grüße

    Dieter Michel

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    1. Alexandra

      Lieber Dieter,
      Ja, die Lesung war in der Tat ziemlich lieblos gestaltet.
      Die Stadt hat einen Integrationsauftrag zu erfüllen und lädt daher regelmäßig „Autoren mit Migrationshintergrund“ ein, ohne dass ein persönliches Interesse seitens der Veranstalter am Autor selbst und seinen Bücher bestünde. Muss ja auch nicht immer sein. Ärgert einen bloß, wenn man weiß, was andere mit weit geringeren Mitteln aus so einer Veranstaltung machen können. Da habe ich schon die zauberhaftesten Abende erlebt, die allen Beteiligten inkl. mir in angenehmer Erinnerung geblieben sind.
      Eigentlich gibt es bei meinen Lesungen immer eine Pause von 15-20 Minuten. Da kann man was trinken, eine Kleinigkeit essen und sich mit anderen Gästen austauschen, woraus idealerweise Fragen und Diskussionspunkte für die zweite Hälfte entstehen. Meine Forderung nach einer solchen Pause wurde jedoch abgelehnt. Es sollte also bitte schnell gehen. Warum die Eile? Ich weiß es nicht. Vielleicht mussten die Veranstalter ja auch noch auf eine Geburtstagsparty. Das Publikum muss auch gespürt haben, dass man es eilig hatte und hat deshalb wenige Fragen gestellt. Und ja, das mag tatsächlich auch an der stark erhöhten Bühne gelegen haben. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast!

  11. ndim

    Man kann sich auch nützliche Staubfänger als Zimmerpflanze halten. Ich empfehle eine Aloe, die bei gelegentlichem Gießen sowohl länger hält als eine Tube Brandsalbe in der Hausapotheke, als auch besser wirkt.

    Antworten
    1. Leif

      Kleiner Pflanzenfreund-Tipp an dieser Stelle:
      Blätter von Gummibäumen verstauben nicht so schnell, wenn man sie regelmäßig abschneidet.

      😉

  12. Wolfgang Heisel

    Beim Thema „(unerwünschte) Komplimente“ seid ihr, glaube ich etwas vom rechten Pfad abgekommen. Es wäre doch schade, wenn man Menschen die Komplimente machen, Böses unterstellt. Zuallererst ist ein Kompliment doch ein Versuch nett zu sein und etwas Freundlichkeit in die Welt zu bringen, ganz ähnlich wie ein lächeln. Ohne zusätzlichen Anlass dort negative Absichten hineinzuinterpretieren finde ich falsch und irgendwie auch verwerflich.
    Die von Holgi geäußerte These, dass vor allem Männer, die Komplimente bzgl. des Aussehens einer Frau machen, eigentlich mit ihr ins Bett wollen, ist letztendlich (leider) sexistisch. Ich unterstelle hier mal, das das von Holgi so eigentlich nicht gemeint war und einer unvorsichtigen Formulierung geschuldet war.

    Es wäre doch Schade, wenn die Reaktion auf ein Kompliment immer die Unterstellung böser/sexistischer Absichten wäre.

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  13. Tim

    Wieder guter Folge, war auch wieder viel dabei das ich genauso sehe oder den Gedanken nachvollziehen kann, aber dann doch eine Anmerkung und eine Frage für Holgi

    1. Die Frage ob Klarnamen nötig sind.
    Wenn man von social media ausgeht, sorgen Klarnamen auch dafür das jemand nicht mehr seine Ansicht zu einem Thema beitragen kann, aus Angst vor realen Folgen z.B sich gegen Nazis aufstellen, die dann Morgen vor deiner Tür stehen. Nicht alle Menschen sind so stark und können sich da wehren. Manche Menschen können einfach besser mit Worten umgehen. Und da folgt auch das Problem wenn man einen seltenen Namen hat. Den Namen sucht man sich nicht aus. Im Zweifelsfall haben den die Eltern ausgesucht. es gibt sicher Leute die z.B Hans Müller heißen und bei denen es kein Problem darstellt, weil sie einfach nie gefunden würden. Wenn jetzt jemand privat mit dir schreibt oder spricht, ist das was anderes weil die Person klar entscheiden kann wer die Information bekommt solang du sie nicht weitergibst, was dann auf vertrauen dir gegenüber hinausläuft.

    2. Jugendliche und Karriere
    Du sagst hier „wenn du mit 15/17 nicht weißt was du werden willst, hast du es richtig gemacht“. Aber was ist wenn das nicht besser wird? wenn man es mit 25 auch noch nicht weiß und sich von Aushilfsjob zu hartz4 durchhangelt weil jeder Arbeitgeber sagt „komm wieder wenn du weist was du willst“? Karriere ist extrem wichtig. Und da rede ich eben nicht von viel Geld machen oder hohe Position, sondern überhaupt im Markt irgendeinen Job bekommen der nicht Existenzminimum bedeutet. Es gibt sehr viele Jugendliche die keinen Job haben, keine Ausbildung und vor allem keine Perspektive. Dazu dann noch die Gängelung des Jobcenters, Jugendliche bekommen leichter Sanktionen, da hat man einfach Angst vor. Man hat nicht mehr die Möglichkeit einfach mal etwas auszuprobieren.
    Was könnte man da machen um den Leuten irgendwie zu helfen herauszufinden was ihr Ding wäre?

    Viele Grüße
    Tim

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    1. holgi Beitragsautor

      Ich wusste bis vor wenigen Jahren nicht, was ich eigentlich will – und ich bin auch heute nicht sicher, ob ich das auch sicher weiß allerdings fühlt es sich weitgehend richtig an).

      Wenn sich jemand mit 25 von Aushilfsjob zu Hartz4 durchhangelt und damit unglücklich ist, hat er vermutlich ein ganz anderes Problem, als nicht zu wissen, was er will, und sollte sich überlegen, einen Therapeuten aufzusuchen. Die Motivationscoaches sagen immer, dass erfolgreich ist, wer tut, was er am besten kann und das möglichst deckungsgleich bringt mit dem, was er am liebsten macht. Ich glaube, es ist eine gute Strategie, sich zu fragen: „Was kann ich am besten? Was mache ich am liebsten? Und wie kann ich diese beiden Dinge zusammenbringen?“ Diejenigen, die ich im Leben bisher kennengelernt habe und die diese Fragen für sich ehrlich beantworten können, hatten auch immer ein ordentliches Einkommen (manche waren sogar reich 😀 ).

    2. Greg

      Hallo Tim,

      da hat Holgi recht. Es geht in erster Linie darum herauszufinden, was du am besten kannst. Nicht zwingend was du am liebsten magst, obwohl das meist sehr nah beiander liegt. Darauf musst du dich konzentrieren, auch wenn es vielleicht heisst weniger zu verdienen, der die Tätigkeit nicht üppig bezahlt wird.
      Hierbei darfst du durchaus verschiedene Tätigkeiten ausprobieren. Den roten Faden solltest du versuchen im Auge zu behalten. Der rote Faden, der deine Motivation beschreibt.

      Wenn du partout kein Land siehst und einfach nicht weißt was du willst, dann lasse dich professionell unterstützen. Auch das kann eine sehr langwierige Suche sein, um nach einer für dich passenden Hilfe zu suchen. Das können Praktikas sein, ein Coaching, oder eben eine Therapie.

      Wenn du deine eigene Motivation nicht selbst herausfinden kannst, könnte es sein, dass du vielleicht ein zu schwaches Selbstbild hast, bzw. du dich selbst nicht kennst. Das ist überhaupt nicht schlimm, das geht sehr vielen so. Es gibt aber eben sehr gute Methoden, die dich unterstützen können, dich selbst und deine Leidensschaften zu erforschen.

      Wenn du in deine Selbstfindung investierst, kann es sogar hilfreich sein, wenn du einen etwas anspruchsloseren Job hast. Dann kannst du dich voll auf dich konzentrieren, um dann deine wahren Stärken zu erforschen.

      Hetzt nicht irgendeiner scheinbaren Karriere hinterher, die dich nach spätestens 15 Jahren ausbrennt. Erkenne dich selbst und suche deine Talente um dann zu gucken, wie du daraus eine Tätigkeit schaffen kannst, die dich ernährt und glücklich hält.

      Ach ja, was noch ganz wichtig ist: Bildung hilft ungemein, was immer das für dich bedeuten mag.

      Viel Spaß auf deiner Reise!

    3. Michael

      Greg schrieb:
      > Wenn du in deine Selbstfindung investierst, kann es sogar hilfreich sein, wenn du einen etwas anspruchsloseren Job hast. Dann kannst du dich voll auf dich konzentrieren, um dann deine wahren Stärken zu erforschen.

      Im Grunde Zustimmung. Obwohl die nachhaltige Union aus Begabung, Bedarf und Broterwerb nicht regelmäßig verfügbar ist. Manchmal ist man schon froh, wenn einen die Anforderungen des Jobs, bzw. die Verzweiflung darüber, nichts besseres zu finden, nicht den Lebensmut verlieren lassen.

      Und: Bei introvertierten Idealisten bzw. HSPs (hochsensiblen Personen) ist die Warteschleife in einem scheinbar anspruchslosen Zwischenjob womöglich kein so guter Rat. Hier steht die mentale Energie, die für eine nicht sinnstiftende Arbeit samt obligatorischer Interaktion mit Menschen tagein tagaus verbraten wird, unter Umständen auch nicht mehr für die Suche nach etwas Geeigneterem zur Verfügung. Ergbnis: Totale Erschöpfung.

    4. Alexandra

      @Michael

      „Bei introvertierten Idealisten bzw. HSPs (hochsensiblen Personen) ist die Warteschleife in einem scheinbar anspruchslosen Zwischenjob womöglich kein so guter Rat. Hier steht die mentale Energie, die für eine nicht sinnstiftende Arbeit samt obligatorischer Interaktion mit Menschen tagein tagaus verbraten wird, unter Umständen auch nicht mehr für die Suche nach etwas Geeigneterem zur Verfügung. Ergbnis: Totale Erschöpfung.“

      Uff. Voll ins Schwarze. <3

  14. Roland

    Hallo Ihr beiden, ich könnte mit Komplimenten lange nicht viel anfangen. In meinem Kopf war da immer eine Barriere, die meinte, das sagt die/ der doch nur weil x. Bis mir mal jemand empfohlen hat bei Komplimenten nur ein einziges Wort darauf zu erwidern. Danke. Das hat mir seitdem sehr geholfen Komplimente nicht weiter zu verkomplizieren, sondern sie einfach anzunehmen, auch wenn da Hintergrund vielleicht immernoch das Männchen sitzt und mir was anderes einflüstern will. Sagt einfach Danke.

    Antworten
  15. Julia

    Hallo Holgi

    Um die Zuckerkügelchenfrage beim Nagetier ein bisschen besser zu erläutern:
    Es gibt tatsächlich einen Zucker namens D-Mannose, der bei Harnwegsinfektionen hilft. Da Harnwegsinfektionen meistens durch E.Coli ausgelöst werden, eignet sich dieser Zucker, da die E.Coli Bakterien von der Oberfläche so strukturiert sind, dass sie an die D-Mannose andocken und dann ausgespült werden.
    Ärzte verschreiben dieses Zeug ganz gern, da Antibiotika grundsätzlich alles abtöten, sowohl bösartig als auch gutartig. Dieser Zucker hingegen eignet sich nur, um Bienchen zu töten. Die Wirksamkeit ist klinisch nachgewiesen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23633128). Auch wenn sich die Homeopathen begeistert auf dieses Mittelchen stürzen, in diesem Fall kann man dem Doktor trauen.

    Hilft nicht nur bei Hamstern, auch bei Katzen, Hunden, Menschen etc, eignet sich aber nicht gut für Diabetiker.

    Antworten
  16. Thomas

    Danke an Alexandra für die großartige Antwort auf die Serienfrage. Da kann es keine zwei Meinungen geben: Auf nach Stars Hollow!

    Antworten
  17. Greg

    Liebe Alexandra, lieber Holger,

    ich fand eure Auseinandersetzung mit dem Thema political correctness sehr interessant und habe dazu eine Anmerkung zu Alexandras Umgang mit den muslimischen Schülerinnen, in deren Gegenwart sie den Teil aus ihrem Buch nicht erwähnt, indem es um ein Kopftuchtragendes Mädchen geht.
    Das ist sehr rücksichtsvoll von dir, du möchtest das Mädchen gegebenenfalls nicht verletzen oder dem Schmach der Klasse aussetzen.
    Ich frage mich, ob es da nicht eventuell eine elegantere Lösung gäbe.

    Das Ding ist doch, das Thema steht im Raum. Es gibt ein kopftuchtragendes Mädchen in der Klasse und es gibt eine Stelle im Buch, indem ein kopftuchtragendes Mädchen für Verwunderung sorgt.. Diese Verwunderung wird beim Vorlesen aus dem Buch auf das reale Mädchen übertragen.
    Das könntest du doch so erstmal durchaus gewollt provozieren.
    Auflösen könntest du es damit, dass du das polnische Mädchen, welches verwundert ist, letztendlich als unerfahren und überzogen ausgedrückt, als dumm und hinterwäldlerisch darstellst. Du würdest also die Position des realen Mädchens sogar stärken, indem du die Verwunderung des polnischen Mädchen als Schwäche darstellst. Kopftuchtagen ist doch so was von normal.

    Das ist mit Sicherheit auch eine haarige Angelegenheit und da musst du auf jeden Fall die Gruppendynamik im Auge behalten. Es müsste idealerweise gar nicht groß beachtet werden, sondern als normal betrachtet werden.

    Dass das Mädchen in der Klasse auch gehänselt wurde, nachdem die Stelle vorgelesen wurde, gängt wohl weniger mit dem Kopftuch zusammen, als vielmehr mit der momentanen Situation, indem eine Person der Person aus dem Buch glich.

    Vielleicht ist das ein Versuch wert.

    Antworten
    1. Alexandra

      Ich mache das jetzt immer so, nachdem ich die Stelle vorgelesen habe:
      „Ihr wisst natürlich, dass das Mädchen eine Muslima war, weil es ganz normal ist in Deutschland, dass viele verschiedene Religionen zusammenleben. Könnt ihr euch vorstellen, warum das Mädchen mit dem Kopftuch mir damals wie eine Oma vom Bauernhof vorkam? Weil es in Polen damals nur eine einzige Religion gab, und das war der Katholizismus. Das heißt, ich hab in meinem ganzen Leben noch nie eine Muslima gesehen, und die einzigen Frauen, die in Polen ein Kopftuch trugen, waren die Omas vom Bauernhof.“
      Das finden die Kinder dann lustig und auch nachvollziehbar. Und ich muss die Polen weder als hinterwäldlerisch darstellen noch die Muslimas als abnormal. Die Botschaft ist einfach, dass verschiedene Erfahrungen zu verschiedenen Sichtweisen auf die Wirklichkeit führen.

  18. mrjerk

    Zu der Frage, woher die Idee kommt, der Storch bringe die Kinder:
    Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass einer meiner damaligen Psychologie-Profs in einer Grundlagenvorlesung von einer hohe Korrelation zwischen Geburtenrate und Storchenpopulation erzählt hat (um uns den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität klar zu machen), was er mit vorangegangenen warmen Sommern begründet hat (in denen viele Jungtiere überleben und Menschen mehr Sex haben :)).

    Insofern wäre an Holgis Theorie etwas dran – ich weiss allerdings nicht mehr, ob diese Begründung tatsächlich wissenschaftlich fundiert war, oder es nur ein Beispiel war, wie es zusammenhängen KÖNNTE, um uns zu verdeutlichen, warum Korrelation eben nicht gleich Kausalität ist.

    Antworten
    1. Anne

      Ich war während des Podcasts etwas am Hadern, ob man wirklich von einem Aberglauben sprechen kann. Statt dessen sind das doch eher Mythen und Geschichten, die man erzählt, es ist ja auch davon auszugehen, dass die Leute sehr wohl wussten, dass der Storch gar keine Kinder bringt und lediglich eine Geschichte brauchten, weil man halt von so Sachen wie Sex und Geburt nur ungerne sprach (und spricht).

      Man kann dazu ganz gut rumgoogeln, wirklich geklärt scheint es nicht zu sein, aber es gibt Ideen, wie es dazu gekommen sein könnte. Der Storch als Glücksbringer, bzw. als Vogel, der häufig am Wasser anzutreffen ist, was wiederum als Quell des Lebens verstanden wird usw. Und wie Alexandra sagte, gibt es in anderen Ländern auch andere Geburtsvorstellungen, es sind also eher Kulturmärchen, die weitergegeben werden und nicht wirklich ein Aberglaube. (Wobei ich jetzt mal nachgucken müsste, wie genau Aberglaube definiert ist.)

  19. Baba

    Mark Benecke erklärt auf youtube sehr schön das sog. Storchproblem. Er nimmt es als Paradebeispiel für eine Scheinkorrelation: ein Dorf mit vielen Bewohnern hat viele Häuser mit vielen Schornsteinen, auf denen viele Störche Nester bauen können. In einem solchen Dorf werden auch mehr Kinder geboren als in einem mit weniger Einwohnern. Also: mehr Störche – mehr Babies.
    http://blog.gwup.net/2013/07/02/dr-mark-benecke-erklart-das-storch-problem/comment-page-1/

    …und danke für die erhellende und unterhaltsame Folge 🙂

    Antworten
  20. Clemens

    Bah, Palmen … Palmen sind doch Bäume minderster Qualität, die haben ja noch nicht mal Äste. Sind das überhaupt vollwertige Bäume? Vielleicht eher Büsche mit extra viel Strunk. Schon mal was aus einer Palme geschreinert …? … FacePalme …

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  21. Ludwig

    Ich habe eben die Frage von Leo gehört, welche Fragen Ihr einem 15jährigen stellen würdet. Wie wäre es mit einer Rubrik, welche Fragen die Wrintheit an die Wrintheit stellen würde?
    (Dann einfach ein Jahr liegen lassen und dann „wrintheitsgemäß, aber absolut nicht zeitnah“ beantworten. )

    Antworten
  22. Mina

    „entartet“
    Ich benutze dieses Wort immer mal wieder und zwar im Zusammenhang mit Halbleitern und Krebs. Es gibt halt entartete Zellen, die dann Krebs werden und es gibt entartete Halbleiter.

    Umgangssprachlich benutze ich „abartig“, wenn ich schlimme Entwicklungen beschreiben will, die ich persönlich sehr schlimm finde und für schädlich halte, also dass es zu etwas noch schlimmeren führt.

    Antworten

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