WR484 Cartmanwall

 

wrint_realitaetsabgleich_2014_200Diesmal mit Streit, James Bond, Fernsehen, Fotografie, Schuhen, Finanzen und dem Wetter.

Ohne Toby ginge es nicht. Unterstützt ihn hier.

 

Shownotes
von unbekannten Helden der Arbeit
mühsam handkuratiert

James Bond und Beschiss bei Sky

00:00:00

James Bond — sky — Daniel Craig — Game of Thrones.

Video on Demand

HBO — VPN — Amazon Prime instant video — Amazon Fire TV Stick — Chromecast.

Rund ums Bild

00:07:21

Leica M9 — Fuji X100T — Messsucherkamera — Schnittbildindikator — Sigma — Tobis Flickr — Canon FD-Mount — Altglas — Warnemünde — Einwegkamera — Ilford.

Schuhe kaufen

00:21:36

Holgi ist auf Werbung für Timberlandstiefel reingefallen — Platz der Luftbrücke — Holgis Stiefel sind was für Sibirien. — Tobi hat Schuhgröße FÜNFZIG! — "Online hat mich gerettet." Tobi — Horsch — Sports Basement — Bei Holgi klingelt's an der Tür. Unerhört! ò.ó — Hermes-Versand — Hermesboten schuften sich den Arsch ab..

Aktien und Finanzen

00:31:47

Tobi hat bei Adobe ein Aktiensparprogramm — Kapitalertragsteuer — Einkommensteuer — Versorgungswerk der Presse — Rendite — Holgi hat jetzt Volkswagenaktien — "Schulden sind Geld, das man nicht hat, selbst wenn man es hat." Zitat von Unbekannt — Inflation — Das Wetter.

73 Gedanken zu „WR484 Cartmanwall

  1. Michael

    @Holgi Zu deiner Aussage, der Sender muss sicherstellen, dass eine Nachricht beim Empfänger richtig ankommt. Grundsätzlich bin ich da vollkommen deiner Ansicht. Allerdings ist der Mensch nun einmal ein Mensch und kann dieses nicht wirklich sicherstellen – alleine aus Dummheit, Schludrigkeit und eben der allgemeinen Unzuverlässigkeit, die uns innewohnt.

    Dazu kommt ein kleines Problem, das ich erst kürzlich aus dritter Hand miterleben durfte. Und zwar die Diskussion von Netz-Feministinnen, die darum stritten, wann „frau belästigt wird“. Und hier wurde auf einer Seite standhaft die These vertreten, dass man belästigt wird, wenn man sich belästigt fühlt, ganz egal, ob eine tatsächliche Belästigung stattgefunden hat. Also: wenn ich einen Missstand oder Verletzung wahrzunehmen glaube, muss der Misstand vorhanden sein – Wahrnehmung und Befindlichkeit schafft Realität. Eines der genannten Beispiele war dabei, dass eben alleine, wenn ein Kerl und seine Freundin sich küssen, dies andere Frauen sexuell belästige – bzw. die ungenannte Netz-Feministin; denn diese öffentliche Zurschaustellung von sexuellem Geplänkel, sei eindeutig unangebracht. Oder eben, wenn ein Kerl eine Frau unangebracht anschaut, aber nicht wirklich eine Tat vollbringt, die einer tatsächlichen Belästigung entspräche, aber bei einem sensiblen Gemüt, schon zu einem Heulkrampf führt.

    Kurzum: bei gnadenloser Anwendung der „der Sender trägt Verantwortung“-These, würden wir in eine Richtbarkeit abgleiten, in der nur Befindlichkeiten – teils auch nur kurzzeitige Befindlichkeiten, denn je nach Stimmung, werden Texte anders auf- und wahrgenommen – den Ausschlag geben und nicht Tatsachen.

    Antworten
    1. Romconstruct

      Das Thema fand ich auch etwas arg zwiespältig von Holgi. Erst sagen dass er selbst immer nur kurz und knapp antwortet und deshalb ggf. unfreundlich rüberkommt was er aber gar nicht sein will und man müsse ja eigentlich mehr schreiben um sich richtig vermitteln zu können, dann aber mehr oder minder umschwenken und eben die Regel aufstellen dass der Sender die Verantwortung trägt.

      Irgendwie schließt sich das für mich aus 🙂

      Und genau aus dem Grund schreibe ich auch immer sehr viel da ich es aus meiner recht aktiven Forenzeit noch sehr genau kenne wie oft da etwas in den falschen Hals bekommen wird. Aber alles lesen und mal 5 Sätze mehr schreiben will irgendwie keiner. Gespräche/Diskussionen im Netz scheinen dem ungeschriebenen Gesetz zu folgen dass zwingend Missverständnisse dabei enstehen müssen.

      Insgesamt bin ich da auch bei Toby. Der Empfänger kann letztendlich immer reininterpretieren was er möchte und das kann ich als Sender gar nicht vollständig kontrollieren. Ich kann mich bemühen etwas möglichst klar zu vermitteln, aber wenn jemand es falsch verstehen möchte dann wird er es auch falsch verstehen.

      PS:
      Natürlich kann ich es verstehen wenn Holgi sagt er kann hier nicht bei jedem Kommentar eine riesen Antwort schreiben weil er dann zu nix anderem mehr kommt. Aber es ist mal gut zu wissen dass diverse Antworten hier nicht so pampig gemeint sind wie sie rüberkommen 🙂

    2. sternburg

      Um da mal einen weiteren Aspekt rein zu bringen:

      Die (deutschen) Juristen sehen dass eher so wie Holgi. In Deutschland gilt für die Auslegung von Willenserklärungen nämlich der verobjektivierte Empfängerhorizont. Das heißt, eine Erklärung, die der Auslegung zugänglich ist, bei der also grundsätzlich mehrere inhaltliche Bedeutungen denkbar sind, wird so ausgelegt, wie ein verständiger Empfänger sie an Stelle des Empfängers zu verstehen hat. Ist aber ganz anders gemeint gewesen heißt im Grundsatz: Pech gehabt. Hättest Dich halt weniger missverständlich ausdrücken müssen.

      Ein kluger Mann (Jens Weinreich) hat mir mal gesagt, man dürfe die Erklärung der Welt nicht ausschließlich den Juristen überlassen. Und damit hat er sicher auch recht. Trotzdem finde ich diese Herangehensweise sehr überzeugend. Sie lastet dem Sender die Hauptverantwortung für die Kommunikation auf, weil der schließlich auch deutlich größeren Einfluss auf ihr Ergebnis nimmt. Letztlich gestaltet der Sender die Botschaft und nicht der Empfänger. Vom Empfänger hingegen verlangt sie genau das, worauf der Empfänger (und nur er) Einfluss hat: Er muss objektiv verstehen, also sich um Vermeidung von Missverstehen bemühen und vor allem auch absichtliches Missverstehen vermeiden.

      Ich kann mir schwer eine alltagstauglichere Verantwortungsverteilung vorstellen.

      Und das ist wiederum – wenn mir die Anekdote erlaubt ist – der Grund, warum ich in dem kleinen Stück Webspace, dass ich verantworte, folgende Grundregel eingeführt habe: Jeder ist verpflichtet jedem anderen gefälligst mit einem gewissen Grund-Wohlwollen gegenüber zu treten. Das beinhaltet insbesondere, bevor ich mich über eine Äußerung aufrege, zuerst zu überlegen, ob ich die Äußerung auch anders verstehen könnte. Und dann im Zweifel von der für mich angenehmsten Variante auszugehen oder zumindest erst ein Mal zu fragen, wie das gemeint war. Auf Deutsch: Eine grundsätzliche Verpflichtung, Liebe zu verbreiten (ihr Pissflitschen). Klappt ganz gut.

  2. Onkel Michael

    Schön, dass ihr euch wieder vertragen habt. Ohne “meinen” regelmäßigen Realitätsabgleich würde ich endgültig wahnsinnig werden.
    Ansonsten zur Kamera: Ja, Toby, es ist Gier, das gleiche Problem habe ich auch ab und an 😉
    Schöne Grüße
    Euer Onkel Michael

    P. S. @Holgi: Welche Timberlands haste Dir denn geholt? Muss mir gerade auch neue Winterstiefel kaufen und find irgendwie nichts ansprechendes.

    Antworten
    1. Martin

      Ich mag Timberland-Schuhe nicht, weil man die Schnürsenkel bei den meisten Modellen nicht nachkaufen kann – und Standard-Schnürsenkel passen ja eigentlich nicht … zum Glück gibt’s Alternativen! 🙂

    1. wunderbaaargh

      die Sendungen mit Strobl waren bei Nightline beim Hessischer Rundfunk. Da sowohl Nightline als auch Weissgarnix seit einiger Zeit nicht mehr existieren, sind alle Links dazu auch tot. Aber wenn einer die MP3 noch auf den Rechner hat, wäre ich dankbar für die Bereitstellung 🙂

    2. holgi Beitragsautor

      Ich habe das leider auch nicht mehr. Ein Dump von Weissgarnix wär aber wirklich geil!

  3. imetwentu

    Eure Meinungsverschiedenheit letzte Woche hatte mich auch als Hörer/Leser unangenehm berührt. Allerdings war ich von euer sehr reflektierten Nachbetrachtung diese Woche schwer beeindruckt, Kompliment!

    Antworten
    1. Mary

      (Ich antworte mal hier.)

      Vielen Dank Holger für deine sehr erhellenden Erläuterungen zum Thema Kommunikation; nicht nur in dieser Folge, sondern ganz allgemein. Das ist mir in vielen Wrint-Folgen aufgefallen.

  4. René

    Holgi, zum “neuen MacBook” (klingt bescheuert, heißt aber tatsächlich so). Ist in der Tat ein super Device, nicht zuletzt ob des Formfaktors, der Materialien und des Retina Displays und wäre deshalb auch fast mein neuer Arbeitsrechner geworden. Allerdings hat das Ding ein nicht zu vernachlässigendes Manko: es hat nur einen (1) USB Type-C Anschluss (über den auch geladen wird, somit gibt es auch keinen MagSafe-Anschluss mehr). Das heißt, um etwaige Peripherie anzuschließen zahlt man wieder Unmengen an Strafgebühren für viele tolle Adapter bzw. können gewisse Geräte nicht mehr genutzt werden (in meinem Fall das 27” Thunderbolt-Display, was letztlich auch das KO-Kriterium war).

    Langer Rede kurzer Sinn: bevor du den Gedanken weiterspinnst, dir so ein Ding zuzulegen, erstmal dein externes Hardware-Setup auf Kompatibilität prüfen (lassen).

    Antworten
  5. Bernd

    Hi,

    schöne Folge mit etwas anderen Themen.

    Zum Thema Geldanlage will noch folgendes ergänzen da ich mich auf diesem Gebiet gut auskenne:

    1. Traue keiner Bank. Sie werden dir das verkaufen was ihnen am meisten Rendite bringt. Die “Berater” sind Profis im Verkauf, besitzen aber selbst wenig Kenntnisse über den realen Kapitalmarkt. Sobald du das Produkt verstehst das sie dir verkaufen wollen, brauchst du keinen Bankverkäufer mehr.

    2. So einfach wie möglich. Der Markt ist sehr schwer zu verstehen und ein Großteil der Prognosen stellen sich als falsch heraus. Verzichte auch jedes Produkt das du nicht vollständig verstanden hast.

    3. Keine Lebensversicherungen! Erst nach Jahren liegt der Kunde aufgrund der enormen Kosten bei +- = 0. Die Rendite ist lächerlich. Es sei denn es handelt sich um eine Risikolebensversicherung um Kinder etc. abzusichern.

    4. Versuche nicht schlauer als der Markt zu sein. Mit größter Wahrscheinlichkeit wirst du bei dem Versuch unterdurchschnittlich abschneiden. Viel sinnvoller ist es sich mit vollreplizierenden, passiven ETFs (Indexfonds) einfach den Durchschnitt einzukaufen. Diese Fonds sind sehr transparent und günstig und übertreffen in ca. 80-90% der Fälle die teuren aktiv gemanagten Fonds.

    5. Die Artikel von Volker Lohmann in der FAZ lesen. Es lohnt sich!

    6. Schuldenabbau geht immer vor! Keine Investionen tätigen während Schulden existieren. Die Rendite einer Anlage ist unsicher, der Zins der Schulden nicht. In vielen Fällen liegt die Zinsbelastung über der Spekulations-Rendite.

    7. Je jünger, desto mehr Risiko. Je älter, desto weniger.

    8. Einen kleinen Teil im physischen Gold (Münzen, nicht Barren) anlegen.

    9. Je größer die Anlagesumme, desto geringer das Risiko. Man kann zu einem kleinen Teil Einzelwerte wie z.B. VW (Satellit) erwerben aber der Großteil (Kern) sollte breit gestreut und konservativ angelegt sein.

    10. Betongold glänzt nicht. Eine Investion in eine Immobilie kann sinnvoll sein. Oft werden aber die Kosten für die Instandhaltung vergessen bzw. die Probleme im Falle einer Vermietung. Die Lage ist entscheidend. Ein perfekter Neubau in der Pampa wird zukünftig weitaus weniger attraktiv sein als eine unsanierte Wohnung in der Stadt. Ein Immobilienkauf ist hochgradig individuell und lohnt sich längst nicht für jeden. Auch eine mögliche Zinsbelastung kann zu einem großen Problem werden.

    ———-

    So, viel geschrieben. Jetzt habe ich noch eine Frage: Wo finde ich denn die Folge mit Frank über sein Buch bzw. die Digitalisierung?

    Schöne Grüße

    Antworten
  6. Aniong

    Toby, das mit Game of Thrones ist ganz einfach: Frag doch einfach nächsten Frühling noch einmal nach, dann werden die Drei Fragezeichen schon irgendwie eine Privatkopie für dich aufspüren.

    Antworten
  7. Chris

    Mein Bruder hat sich auch das neue Iphone geholt und ich muss sagen die Zoomfunktion (Einstellungen, Bedienungshilfe) ist total sperrig und geht bei weitem nicht mehr so leicht von der Hand. Liegt wohl am neuen iOS, das Problem hab ich nach dem Update auf dem Ipad auch.
    Traurig wenn es bei solchen Geräten an der Software scheitert obwohl es vorher doch schon fast perfekt war -.-
    Vielleicht hat jemand die gleiche Erfahrung gemacht, der auf den Zoom angewiesen ist und weis, dass das Problem schon irgendwie bekannt ist?

    Antworten
  8. Filippo Brehm

    P.S.
    Die App die soviel Strom zieht ist Facebook. Im Moment gibt es in der einen Bug das die zu viel Strom zieht weil die App im Hintergrund irgendetwas macht.

    Warum eigentlich nicht das neue Google Nexus 6P ?
    Hat ne sau gute Kamera, fast so gut wie die vom Galaxy S6 !

    Antworten
  9. Pepe

    @Toby:
    Ich teile dein Schuhgrößenproblem (auch 50). Das muss am norddeutschen Klima liegen ;). Habe zum klassischen Schuhkauf mal Horsch probiert, aber hab den Eindruck, dass Qualität und Preis nicht zusammen passen. Sprich: der Preis rechtfertigt sich allein über die Größe. Da bestelle ich dann lieber teure Schuhe, die dann auch in 50 produziert werden. Das geht dann eben nur online.
    Für “gute” Halbschuhe hab ich mir was von Shoepassion bauen lassen, und bin damit auch sehr glücklich.

    Grüße aus Lübeck,
    Pepe

    Antworten
  10. Aniong

    Tobys Liste der Vermögensprioritäten kann ich so nicht unterschreiben. Schulden abbauen ist auf jeden Fall Nummer 1, das ist unbestritten. Aber schon Wohnungseigentum ist für den Vermögensaufbau nicht unbedingt der beste Weg, es ist eher eine Entscheidung für einen bestimmten Lebensstil.

    Der Kauf von Wohnungseigentum benötigt eine gigantische Menge Geld, die man teilweise über Jahrzehnte abbezahlen muss. Wenn man nicht mit Geld umgehen kann, hat das zumindest den Vorteil, dass man zum Sparen gezwungen wird. Als Mieter hat man aber erst einmal jeden Monat deutlich mehr Geld übrig, und wenn man das nun nicht alles gleich verkonsumiert, sondern einen Teil davon in ein breit diversifiziertes Aktien-Depot investiert, ist man im Alter bei den durchschnittlich zu erwartenden Renditen sogar vermögender als der Wohnungseigentümer.

    Tobys Liste klingt eher nach dem in Deutschland typischen “Häuschen bauen, Sparbuch haben, Aktien sind Spekulation und damit viel zu gefährlich (schnell verkaufen!)”. In der aktuellen Phase der Niedrigzinsen wird diese Einstellung aber immer unrentabler.

    Antworten
    1. Maik

      “Aktien sind Spekulation und damit viel zu gefährlich (schnell verkaufen!)”
      Diese Auffassung finde ich auch bei meinen Ver-/Bekannten wieder. Dabei sollte es zu den Aufgabe jedes redlichen Depot-/Bankberaters eigentlich auch gehören, die Kunden über die simple Möglichkeit von Stop-Loss-Limits aufzuklären. Erst recht wenn der Kurs schon in der Gewinnzone liegt, d.h. auch zukünftige Depot- & Verkaufsgebühren abgedeckt sind.

    2. holgi Beitragsautor

      Stop loss ist allerdings auch nicht ungefährlich. Ich kenne einen, dessen Automat mal alles verkauft hat, weil es einen kurzfristigen Einbruch gab, der sich aber binnen zwei Tagen wieder ausgegelichen hatte – bloß waren seine Aktien da schon weg 😀

    3. Anne

      Dass man als Mieter am Ende des Monats mehr Geld übrig hat, kann ich so nicht bestätigen. Es kommt natürlich immer drauf an, aber wir haben auch schon Eigentum gekauft, bei dem die monatlichen Kreditzahlungen + Nebenkosten + Rücklagen unter dem lagen, was man für eine vergleichbare Wohnung vermutlich an Miete hätte zahlen müssen.

    4. Aniong

      @Maik: Ich stimme da Holger zu, Stop-Loss ist für Privatanleger viel zu gefährlich. Google mal nach dem “ETF flash crash”, den es letzten August gab, da wurden einige Anleger mit Stop-Loss heftig gebissen.

    5. Aniong

      @Anne: Du hast in deiner Rechnung das Eigenkapital bei der Finanzierung einfach ignoriert, das Wohn-Eigentum ist eben nicht nur Kreditzahlungen + Nebenkosten + Rücklagen. Wenn man das vorhandene Eigenkapital stattdessen sinnvoll investiert und zur Miete lebt, kann daraus dank Zineszins bis zur Rente eine ganz hübsche Summe werden.

      Mein persönliches Hauptproblem mit Immobilien-Eigentum: Die Transaktionskosten sind viel zu hoch (teilweise weit über 10%), d.h. der Verkauf macht die Rendite von mehreren Jahren schlagartig wieder kaputt und einen Umzug schwierig. Dann ist es ein Klumpenrisiko (die Diversifikation fehlt), man muss Glück haben, in einer Gegend zu wohnen, wo langfristig die Wohnungspreise steigen. Auf dem Land mussten Hausbesitzer schon teilweise zweistellige Prozentwerte an Wertverlust hinnehmen. Wenn man gerne im eigenen Eigentum wohnen will, kann sich das immer noch lohnen, aber man sollte sich den Risiken bewusst sein. Deswegen ist es wie gesagt eher eine Entscheidung für einen bestimmtem Lebensstil, als Investition sind Immobilien von der Rendite her oft nur mittelmäßig.

      Besonders kritisch sehe ich es mit dem Klumpenrisiko, wenn sich Leute eine einzelne Eigentumswohnung zum Vermieten kaufen, da kann einen ein einzelner Mietnomade gerne schon einmal ruinieren. Wenn man Vermieter sein möchte, sollte man hier auch auf mehrere Wohnungen diversifizieren).

    6. holgi Beitragsautor

      Geld ist dermaßen billig, dass man mit minimalem EK auskommt, so dass dieser Einwand gerade nur leicht wiegt (so lange die Rendite aus der Vermietung über den Zinsen liegt). Eine Immobilie ist im Grunde ein Sparschwein, in dem man auch wohnen kann. Und wenn sie abbezahlt ist, druckt sie Geld. Die Transaktionskosten sind in der Tat ein Problem. Besonders, wenn ein Makler sich dabei noch die Taschen vollstopft, gehen die ersten Jahre aus der Vermietung in dessen Taschen. Das kann man aber absetzen.

      Schlimm wird es, wenn man – wie wir – selbst drin wohnen will. Was mich momentan daran hindert, mehr Objekte zu besichtigen, ist dass die meisten an einen solchen Wegelagerer gebunden sind und ich es nicht einsehe, jemandem, der im Grunde nichts anderes macht, außer ein Immoscout-Posting voller Rechtschreibfehler abzusetzen und drei Besichtigungstermine zabzuhalten, dafür direkt mehr als 20.000,- Euro in den Rachen zu werfen.

    7. Anne

      Ja, das mit dem Eigenkapital stimmt, das vergisst man schnell. Ich habe da auch noch nie eine detaillierte Rechnung gemacht. Im Moment bekommen wir zumindest für eine Eigentumswohnung, die wir vermieten, mehr als wir monatlich an Kredit + Zinsen zahlen. Ich würde das aber nicht jedem empfehlen, man muss sich der Risiken bewusst sein (wir hatten auch schon Mietnomaden, allerdings Gott sei Dank nicht lange) und sicherlich auch etwas Glück haben, was die Mieter und die Wertsteigerung angeht. In der Stadt sehe ich da weniger Probleme, auch wenn es da natürlich auch keine Garantie gibt.

      Es ist vielleicht auch ein bisschen das Gefühl, zumindest eine Wohnung (oder ein Haus) zu haben, dass man im Ernstfall immer noch veräußern oder halt drin wohnen kann. Das ist ein bisschen konkreter als irgendwelche Fonds und andere Anlagen, die ja recht abstrakt sind. Auf der anderen Seite bedeutet konkret natürlich auch immer, dass etwas kaputtgehen kann.

    8. Jan

      Wenn das EK nicht ausreichen da ist (ist bei uns der Fall) ist man heute nach wie vor gekniffen, wenn man eine Immobilie kaufen will. Mit dem Fall der Zinsen, sind die Kaufpreise doch ebenso rapide gestiegen. Auch die Kosten für Handwerker sind aufgrund der großen Nachfrage in den Himmel gestiegen.

    9. Donngal

      Ich wähne mich in der komfortablen Situation in einem Haus zu leben, das meine Frau früher oder später neben anderen Immobilien erben wird, ausserdem haben auch meine Eltern Immobilien, die ich früher oder später vermutlich erben werde. Also haben wir quasi ohne eigenen Kapitaleinsatz unsere Altersvorsorge schon “in der Tasche” da lebt es sich recht sorglos. Wichtig ist nur, dass unsere Beziehung bestand hat, dann haben sogar unsere Kinder eine relativ gute Zukunft ohne finanzielle Sorgen vor sich.

      Für uns ist Wohneigentum also zur Zeit die favorisierte Anlageform, aber wir haben auch keine Schulden.

    10. holgi Beitragsautor

      Das ist natürlich geil 🙂

      Für die Entwicklung der Gesellschaft allerdings eher nachteilig, weil sie sich aufteilen wird in Erben und Habenichtse (die es sehr schwer haben werden, sich ein Vermögen aufzubauen, von dem sie auch nur ansatzweise so komfortabel leben können, wie beispielsweise Du).

    11. Donngal

      Gesamtgesellschaftlich finde ich das auch eher problematisch. Dem wäre wohl nur durch eine viel höhere Erbschaftssteuer und/oder kompletter Abschaffung des Prinzips Erbschaft beizukommen. Dazu wird es aber vermutlich nicht kommen. Für mich gut, für die Gesellschaft leider eher schlecht. Trotzdem freue mich mich über mein unverdientes Glück meiner Geburt. Und ich bin sogar unter den Leuten die erben noch ein kleiner Fisch. Da gibt es Menschen mit noch viel mehr unverdientem Geld.

    12. Mithrandir

      @Holgi zum Stop Loss: Wenn er Gewinn gemacht hat soll er zufrieden sein.
      Wieder einsteigen und dabei etwas Geld liegen lassen ist kein Verlust.
      Wenn er miese gemacht hat, hat er zwar Pech gehabt, aber der Verlust war begrenzt.
      Alles andere ist Gier und Gier frisst Hirn.
      A propos Gier.
      Den Kaufrausch,den du beschreibst halte ich nicht für Gier, eher für Dekadenz.
      Ich finds nicht schlimm. Das kurbelt die Wirtschaft an.
      Was ich aber interessant finde ist, wie oft du jammerst, was du dir nicht leisten kannst (Wohnmobil, tolle Kamera) und dann kaufst du dir mal eben ein iPhone 6, einen FireTVStick, den du nicht mal auspackst.
      Timberland Stiefel, die du nicht anziehst (vielleicht nie, man denke an den Klimawandel 😉 )

  11. Jan

    Immer wenn Toby von seiner Zufriedenheit mit seinen privilegierten Arbeitsbedingungen erzählt, übe ich meine Resistenz gegen Neid und Gier. 🙂

    Warum ich eigentlich schreibe – Themenvorschlag:
    Ich habe kürzlich den Nachbar-Podcast “Omegatau – Societal Complexity and Collapse” gehört und musste bei fast jedem Satz denken: Das Thema hätte ich gern mal in Wrint vertieft aufgearbeitet gehört mit Holgi als “Richtige-Fragen-Steller.”

    Im Prinzip gehts darum, dass historisch gesehen jede Gesellschaft mit der Zeit immer komplexer wurde, bis die Aufrechterhaltung der Komplexität die Gesellschaft so viel gekostet hat, dass es nicht mehr leistbar war und die Gesellschaft zusammenbrach.

    Antworten
  12. Mina

    Zu dem Sparen:
    Es gibt einige Fälle, wo man vielleicht doch froh ist, irgendwie eine Versicherung zu haben. Das sind ja meistens Fälle, wo man zwar nicht stirbt, aber durch Unfall oder Krankheit so raus ist, dass die ganze eigene Bildung nicht mehr bringt und man nicht mal seine Schulden abbezahlt bekommt. Es gibt ja Leute, die von einer Leiter fallen und dann sind sie für den Rest des Lebens wie Kleinkinder.

    Ich weiß nur nicht, was da sinnvoll ist. Lohnt sich da wirklich so eine Berufsunfähigkeitsversicheurng? (wenn man sie denn überhaupt bekommt und wenn sie nicht zu teuer ist) Oder ist Sparen an sich besser, weil man auch was davon hat, wenn nichts Schlimmes passiert?

    Zum Thema Sender/Empfänger und die Botschaft bin ich auf Tobys Seite. 🙂

    Antworten
  13. Oliver

    Zum Kamerazeugs:

    Eine Fuji X100T hat zwar nur einen APS-C-Sensor, allerdings einen weitaus neueren als eine M9, da gibt es keinen Vorteil bezüglich der Sensorgröße. Der M9-Sensor ist ja zusätzlich noch ein CCD-Sensor und kein CMOS, da müsstest Du schon auf eine M Typ 240 schauen. Die M9 ist ja auch schon über sechs Jahre alt, die Fuji noch aus dem letzten Jahr. Bei wenig Licht wird die Fuji die M9 weit hinter sich lassen.

    PS: Die Schwarzweiß-Leica ist übrigens die M Monochrom, gibt es auf Basis der M9 mit CCD-Sensor und auf Basis der 240 mit CMOS-Sensor.

    Antworten
  14. dersascha

    Lustigerweise hatte ich heute eine Schulung zum neuen Cart-System und mich dabei noch gefragt, ob man die Diskette als speichern-Knopf nicht wirklich mal abschaffen sollte.
    Ich habe übrigens auch 2 Handys. Ein Smartphone und einen Knochen zum Telefonieren als Diensthandy. Grade wenn man den ganzen Tag in d3n Weiten Brandenburgs unterwegs ist sind 2 verschiedene Netze und eine Akkudauer von über einer Woche ziemlich praktisch

    Antworten
  15. Dummdödel

    Ich check den Witz mit dem Ostwind beim Wetter irgendwie nicht. Wurde auch nie thematisiert aber seit jeher betont ihr das so :/ . Ist das ein Insider?

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Such mal nach Lang- oder Mittelwelle-Durchsagen vom Seewetterdienst Hamburg 😉

    2. Greg

      wenn die Seewetterberichte über Mittel- oder Kurzwelle gesendet werden (wurden? lange nicht mehr bewusst gehört.), wurde großen Wert auf eine gute Verständlichkeit gelegt. Dazu wurde der Bericht langsam und mit einer überdeutlichen Betonung vorgelesen. Besonders auffällig war die Angabe der Himmelsrivhtung Ost. Das klang halt immer besonders lustig. Ooooost, mit geschnabelten Lippen ausgesprochen.
      Es muss halt auch mitten auf den Weltmeeren, wenn’s drauf ankommt, verstanden werden können.

      Hat aber auch schon echt einen Bart!

  16. Marco

    Wieder einmal eine tolle Sendung. Die Leica M9 hat einen sogenannten Messsucher. Die Kamera ist schon ab 2.500 EUR gebraucht zu bekommen. Die Preise sind leider kräftig gesunken… Interessant, dass einige erzählen, dass man mit dem Messsucher besser fokussieren kann als mit anderen Techniken. Zu unserem Fotostammtisch kommt sogar jemand der fast nichts mehr sieht. Die M8 ist sein Tor zur Welt. Scharfstellen funktioniert noch mit Ihr… faszinierend!
    Lass Dir doch von Leica eine Kamera mal geben zum ausprobieren 🙂 Mir persönlich reicht die M9 super. Sie wurde 2009 vorgestellt! In der digitalen Welt ein Dino.. aber reicht aus! Bei Fragen zur Leica Welt bin ich gerne für Euch da 🙂

    Antworten
  17. Thies

    Moin @Tobi, ich bin mir nicht sicher ob ich das richtig mitbekommen habe, aber du hattest davon gesprochen das du mit ESP gute Erfahrungen hast, wegen der Geldanlage. Meintest du damit http://www.sonnigerendite.de ? Im Grunde bieten die doch ähnliches wie Prokon die vor gut einem Jahr pleite gegangen sind. Bin da gerade etwas hin und hergerissen ob es das richtige für mich ist. Bin ja schon grundsätzlich risikofreudig 😉 Aber vielleicht kannst du dazu ja noch mal was sagen, wie die Erfahrungen mit denen sind.

    Antworten
    1. Thies

      Ja, scheint mir auch so 🙂

      “Die Besonderheit des Nachrangdarlehens ist in der Regel die fehlende Bürgschaft der Gesellschafter gegenüber dem Kapitalgeber. Somit kommt der Vorbereitung auf die Beschaffung eine besondere Bedeutung zu, da die Kapitalgeber eine tiefere Prüfung des Unternehmens wünschen, bevor diese Mittel bereit gestellt werden.” sagt Förderland.de

      Hört sich nicht so rund an…..

  18. Manu

    Das Gespräch über Sky zeigt mal wieder schön, wie undurchsichtig deren ganzes Geschäftsmodell ist. Und letztendlich zeigt es, dass es Kunden wie Toby unnötig vergrault, weil es darauf angelegt ist, dass Kunden vergessen zu kündigen und dann in diese Mondpreisstruktur rutschen.

    Hier kann man schön sehen, welche Angebote bei Sky möglich sind:

    tl;dr: 34,99 für das komplette Paket, 24,99 für 2 Pakete (z.B. Buli und Sport) und 19,99 für 1 Paket. Alles mit HD wohlgemerkt.

    http://forum.digitalfernsehen.de/forum/sky-technik-allgemein/348938-sky-rueckholangebote-980.html#post7168197

    Problem an der Sache: Neukunden, die sich auf der Sky-Website informieren, bekommen nicht diese Angebote. Meist sind das irgendwelche Sonderaktionen über andere Vermittler, die ein paar mal pro Jahr stattfinden. Eigentlich bekommt man diese Angebote nur, wenn man gekündigt hat und Sky einen zum Verlängern überreden will. Meist staffeln sich die Angebote in 2-3 Varianten, die zum Datum des Vertragsendes i.d.R. immer billiger werden. Aber welcher Kunde genau welche Angebote wann bekommt, das weiß auch keiner so genau.

    Fazit: Sky scheint der Ansicht zu sein, mit dieser Taktik mehr zu verdienen, obwohl es natürlich die meisten Kunden extrem nervt.

    Antworten
  19. patrick

    hallo holger, gestern war dein letzter blue moon bei fritz, das wurde nicht öffentlich auf der fritz seite oder so gemacht das finde ich schade, auch das du nun dieses format nicht mehr betreibst find ich schade !
    wie wirst du neben wrint denn noch zu hören sein ? wirst du bei radio1 nun öfter zu hören sein ? vll ein eigenes format bekommen ?

    grüße patrick

    Antworten
    1. Eule

      Wenn du jetzt noch eine kurze Gebrauchsanweisung aufmalst und beides zusammen im Garten verbuddelst, ist das eine prima Zeitkapsel für Archäologen im Jahr 2568 oder so. 😉

      (Nicht vergessen den Akku vorher noch aufzuladen, damit die dann gleich loslegen können!)

  20. Bibo

    Ohhh Gott,
    dann denken die Leute aus der Zukunft das es nur kauf- und saufsüchtige Menschen gab,
    die dafür aber gut auf ihre Umwelt achtgegeben haben.
    ; )

    Antworten
  21. Bibo

    Aufgepasst ich starte ein Quiz:
    Wenn man die erste und die letzte Zahl des Titel dieser Episode nimmt,
    mit der zweiten Zahl multipliziert und die daraus folgende Summe mit 59 subtrahiert erhält man eine bestimmte Anzahl von Buchstaben.
    Was kann man mit diesen Buchstaben bilden?
    (Es hat etwas mit Holgi zutun.)

    Bibo

    PS:Es gibt nichts zu gewinnen.

    Antworten
  22. cehah

    Das Sigma 10-20 mit durchgehender Blende 3,5 ist vom Preis-Leistungsverhältnis her wirklich sehr zu empfehlen. Das Gewicht hält sich in Grenzen und die Abbildungsleistung ist recht ordentlich. Vergleichbare Nikkor-Objektive sind (für mich) nicht bezahlbar, da ich dieses im Alltag kaum benutze. Das andere Sigma 10-20 ist einfach zu lichtschwach.

    Antworten
  23. Tom

    Ich bin immer enttäuscht, wenn sich der Sendungstitel schon in den ersten Minuten des Podcasts erklärt, weil ich glaube, dass es dann nichtmehr besser wird. Zu unrecht. 🙂

    Antworten

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