WR249 Ulfberht

 

wrint_wissenschaft_200Florian Freistetter (hier spenden!) und ich plaudern diesmal über Rosetta (aufgewacht), Doktoren, alten Grog, das Voynich-Manuskript, Taschenrechner, den Mars, den LHC, Placeboschlaf, nicht vorhandene schwarze Löcher, exportierte Umweltverschmutzung, Antibiotikaverschreibungen, Dünnfrösteln, Virenschleudernkindliche Amnesie und vermutlich noch mehr Dinge, die ich aber – kindlich wie ich bin – vergessen habe. Da bin ich mir allerdings auch nicht ganz sicher.

Einen Tag nach Aufzeichnung stellt sich die Fiebersenker-Virenschleuder-Geschichte dann doch ein wenig differenzierter dar.

63 Gedanken zu „WR249 Ulfberht

  1. Marc

    Hi Holgi,

    als Archäologe hab ich mich gefreut dass endlich mal die Archäologie als Thema Einzug gehalten hat. Da mein Fachgebiet zudem noch die Wikinger sind hätte ich einen kleinen Fakt noch los zu werden, der dich noch interessieren könnte: Und zwar sind diese Ulfberht Schwerter, welche immer mit Wikingern in Verbindung gebracht werden eigentlich Fabrikate aus dem Rheinland, zu dieser Zeit fränkisches/karolingisches Gebiet. Da die Wikinger immer auf dem Kontinent waren, um sich Schwerter zu “besorgen“, und da sie – nicht wie die “Germanen“ bei uns – noch nicht christianisiert und damit noch Beigabensitte bei ihren Bestattungen betrieben, finden wir diese Schwerter fast nur im wikingischen Kontext.
    Die meisten der von dir erwähnten Fälschungen sind dann übrigens aus Skandinavien.

    Die Franken hatten offensichtlich etwas dagegen dass die Heiden im Norden sich mit so vorzüglichen Waffen ausgerüsteten, und somit gibt es in diesem Zusammenhang auch ein überliefertes Waffen Export Verbot, an das sich natürlich nicht gehaltenen wurde.

    Der deutsche Wikipedia Artikel darüber ist übriges im Vergleich zu den anderssprachigen exzellent und beschäftigt sich gut mit all den Ungenauigkeiten die sich um das Thema rangen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ulfberht

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    1. Chris

      Aber das heißt doch, das man sich leider Dokus im Fernsehen, selbst in den Öffentlich-rechtlichen mittlerweile sparen kann, da die vor Halbwissen auch nur so triefen.
      Kannst du denn als Person vom Fach eine Buchempfehlung aussprechen, die sich mit Ausgrabungen von Schwertern und ähnlichem befasst, und Rückschlüsse auf den Technikstand etc. zieht?

    2. Marc

      Das stimmt wohl war. Ich glaube jeder der sein Fachgebiet einmal von den Medien dargestellt bekommen hat, muss eigentlich den Schluss ziehen, dass auch in anderen Fachgebieten mit der selben Sorgfalt mit Fakten umgegangen wird. Aber wenn man darüber lange nachdenkt verliert man jede Hoffnung was das Fernsehen o. Ä. betrifft.

      Zu den Ulfberht Schwerten selbst gibt es sogar online eine sehr gute Zusammenfassung des ganzen Themas hier zu finden -> http://jenny-rita.org/Annestamanus.pdf (Englisch).

      Zu Schwertern allgemein gibt es jetzt nichts was ich absolut Empfehlen könnte. Da gibt es leider nur Publikationen wie diese: (http://www.amazon.de/Das-Schwert-im-fr%C3%BChen-Mittelalter/dp/3806203628), welches fachlich immernoch das Standardwerk für dieses Thema ist. Nur ist dieses Buch nicht gerade einfach in die Finger zu bekommen oder billig zu erwerben.
      Ansonsten könnte man mal in dieses – auch nicht gerade billiges – Buch hineinschauen: http://www.amazon.de/Damaszener-Mythos-Geschichte-Technik-Anwendung/dp/3514005206 Habe dieses aber persönlich nicht genauer gelesen und kann deshalb nichts weiter dazu sagen.

    3. Chris

      Danke für die schnelle Antwort 🙂
      Die Bücher sind natürlich teuer, mal schauen 80 Euro sind vielleicht irgendwann mal drin aber 200 -.-

  2. marcel

    Wegen dem Adibas-Schwert, ist das Kapitel aus dem Wikipedia-Artikel vmtl. interessant: https://de.wikipedia.org/wiki/Ulfberht#Verf.C3.A4lschende_Darstellung_in_den_Medien

    Zitat:
    […] Letztendlich ist die Behauptung, dass gefälschte „Ulfberht“-Schwerter daran erkennbar waren, dass die Inschrift das zweite Kreuz hinter dem T aufwies und das H vor dem R stand („+VLFBEHRT+“), nicht verifizierbar, denn die Schreibweise +VLFBEHRT+ ist historisch nirgendwo belegt (siehe Stalsberg S. 6) und muss als massenmediale Desinformation betrachtet werden.

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  3. Marco

    Zur kindlichen Amnesie denke ich dass,das ES dem erlernten ICH Konzept im Wege steht weil ,die Selbstlegitimirung des ICHs in Frage gestellt wird und damit Angst erzeugt. Der daraus entstehende Verdrängungsdruck ist mit einem Trauma Mechanismus zu vergleichen und führt zur Amnesie.

    Ich habe natürlich keine Ahnung und wollt nur klugscheißen.
    Weiter so ihr beiden.

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  4. Thomas

    Die Wahrscheinlichkeit, dass das Schwert sogar noch archaischer ausgesprochen wird, ist ziemlich hoch. Im Germanischen hat man damals noch das behaucht. Sprich, dass Ding heißt wahrscheinlich Ulfbercht. Meine deutsche/nordische Sprachwissenschaft ist aber nicht so gut. Wenn es jemand besser weiß, gern.

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  5. Mokkel

    Zum Thema LHC gab es auf dem 30c3 einen schönen Vortrag:
    Breaking Baryons – On the Awesomeness of Particle Accelerators and Colliders
    http://media.ccc.de/browse/congress/2013/30C3_-_5305_-_en_-_saal_g_-_201312272300_-_breaking_baryons_-_michael_buker.html

    Zu Google Schoolar: Leider verlässt sich Google beim Indexieren nicht auf schon vorhandene Metadaten sondern versucht die selbst aus dem Dokument zu extrahieren.
    http://www.base-search.net/ hingegen durchsucht auch die Repositorien mit (hoffentlich) gefelgten Metadaten.

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    1. Felix R.

      Auf den Vortrag wollte ich gerade auch hinweisen. Sehr, sehr sehenswert! Wer des Englischen einigermaßen mächtig ist und sich für Teilchenbeschleuniger auch nur im Entferntesten interessiert, sollte sich den unbedingt anschauen!

      Es sollten eigentlich auch deutsche Untertitel verfügbar sein, allerdings finde ich auch der CCC Media Seite gerade keinen Link.

  6. luho

    Wikipedia meint übrigens:
    „Letztendlich ist die Behauptung, dass gefälschte „Ulfberht“-Schwerter daran erkennbar waren, dass die Inschrift das zweite Kreuz hinter dem T aufwies und das H vor dem R stand („+VLFBEHRT+“), nicht verifizierbar, denn die Schreibweise +VLFBEHRT+ ist historisch nirgendwo belegt und muss als massenmediale Desinformation betrachtet werden.“

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  7. Lars

    Ich hatte dieselbe Doku auf arte über das Ulfberht-Schwert gesehen und mich auch etwas über die eher am Rand fallen gelassene Formulierung gewundert, dass die Handelsrouten („Wege der Waräger“ genannt) irgendwann einfach versiegten und habe mich dann selbst mal ein wenig schlau gemacht.
    In der Zeit zwischen 850 und 1000 haben sich in diesem Gebiet die Fürstentümer der Rus gebildet, die untereinander konkurrierten und auch nicht die besten Beziehung zu den aus Schweden kommenden Wikingern pflegten (obwohl sie wohl zu einem großen Teil von diesen abstammten). An vorderster Front waren dabei die Kiewer. Kiew war ein großer Handelsknotenpunkt und man wollte die Konkurrenz ausschalten, sodass die Kiewer so ab 969 die anderen Routen versuchten, durch gezielte Angriffe zum Erliegen zu bringen. Auf der anderen Seite fielen um etwa die gleiche Zeit die Petscheneggen in der Region ein und sorgten durch ihre Raubzüge ihrerseits für eine Erschwerung jeglichen Handels, zumal die Chasaren im Osten, die mit Bulgar an der Wolga ein bedeutendes Handelszentrum besaßen (Stichwort: Seidenstraße), als einer der wichtigsten Handelspartner der Waräger im Begriff waren, unterzugehen.

    Hinzu kommt, dass die Passage an sich auch nicht sonderlich einfach war. Bei den Routen mussten die Schiffe teilweise auf dem Landweg zwischen Flüssen zum Übersetzen transportiert werden (von der Wolga in den Don z.B.), was einen essentiellen Aufwand darstellte. Immerhin wurden dafür viele Bäume gefällt, auf deren Stämmen die Schiffe dann durch die Gegend gerollt wurden. Man musste aber auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, da man z.B. auf dem Dnjepr auf das Frühjahrshochwasser angewiesen war, damit er überhaupt schiffbar wurde. So eine Handelsreise hat dann insgesamt auch schonmal zwei Jahre gedauert. Alles in allem kein leichtes Unterfangen.

    Noch ein paar Links:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Weg_von_den_War%C3%A4gern_zu_den_Griechen
    http://de.wikipedia.org/wiki/Rus
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kiewer_Rus
    http://de.wikipedia.org/wiki/Chasaren
    http://www.wikinger-normannen.ch/index.php/die-waraeger/wege-der-waraeger
    http://felag-ladoga.npage.de/
    http://www.wikinger.org/wikinger/osten.htm
    http://books.google.de/books?id=Gqb–QRKyQoC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

    P.S.: Ich erhebe keinerlei Anspruch auf historische Akkuratesse! 🙂

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  8. Senseo

    Die Kassiererin tippt die 3×30 Cent übrigens nicht in die Kasse, weil sie zu blöd zum rechnen ist, sondern wegen der Warenwirtschaft. Die Bäckereizentrale will am Ende des Tages wissen, wie viel Brötchen verkauft wurden.

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  9. framlin

    Ne Anmerkung zum allseits beliebten Esoterikbashing in Abgrenzung zur „seriösen“ Wissenschaft, bzw. ne Frage dazu:
    Was hättet Ihr vor 30 Jahren gesagt, wenn jemand – der *nicht* nachgewiesenermaßen „seriöser“ Wissenschaftler ist – publiziert hätte, dass das Universum zu 4% aus Atomen bestünde und die restlichen 96% als „dunkle Energie“ und „dunkle Materie“ bezeichnet hätte?

    Und ne Nachfrage: Kommt es nur mir so vor, als wäre die Stringtheorie – pragmatisch betrachtet – eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis – intellektuell – zugänglich ist?
    😉

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    1. JolietJake

      „Was hättet Ihr vor 30 Jahren gesagt, wenn jemand – der *nicht* nachgewiesenermaßen “seriöser” Wissenschaftler ist – publiziert hätte, dass das Universum zu 4% aus Atomen bestünde und die restlichen 96% als “dunkle Energie” und “dunkle Materie” bezeichnet hätte?“
      Jeder Astrophysiker hätte wohl nach einem Beleg gefragt. Im Gegensatz zu Esoterikern stellen Wissenschaftler nicht einfach nach Gusto Behauptungen in den Raum.
      „Und ne Nachfrage: Kommt es nur mir so vor, als wäre die Stringtheorie – pragmatisch betrachtet – eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis – intellektuell – zugänglich ist? ;)“
      Mir kommt es so vor, als wäre fast sämtliche Physik des 20. Jahrhunderts nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis (Nein, das macht sie nicht zu Esoterik) intellektuell zugänglich.
      Sie ist kompliziert und nicht unbedingt intuitiv.
      Trotzdem ist sie, außer in hypothetischen Randgebieten, meßbar.
      Was man von den klassisch esoterischen Erfindungen nicht sagen kann.
      Auch wenn du es mit der ursprünglichen Bedeutung von „Esoterik“ versuchst; die Physik ist zumeist eine handfeste Wissenschaft und hat nichts mit Hirngespinsten und Phantastereien zu tun.

    2. Florian Freistetter

      „Was hättet Ihr vor 30 Jahren gesagt, wenn jemand – der *nicht* nachgewiesenermaßen “seriöser” Wissenschaftler ist – publiziert hätte“

      Nun ja, die dunkle Materie wurde schon vor knapp 80 Jahren entdeckt und zwar von einem Astronomen, der mit so gut wie dem ganzen Rest der Astronomen zerstritten war. Aber die Beobachtungsdaten konnte man eben nicht ignorieren.
      Ich weiß das es ein weit verbreitetes Vorurteil ist, dass dunkle Materie/dunkle Energie von den Wissenschaftlern „einfach so erfunden“ worden sind („um ihre Theorien zu retten“). Aber das ist Unsinn. Das basiert auf Beobachtungsdaten (ich hab das hier genau erklärt: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2013/06/26/dunkle-welten-alles-uber-dunkle-materie-die-komplette-serie/). Leute behaupten viel und viele seltsame und komische Dinge. Aber wenn man seine seltsamen und komischen Dinge vernünftig belegen kann, dann werden sie früher oder später auch akzeptiert; egal ob man Wissenschaftler ist oder nicht.

      “ Kommt es nur mir so vor, als wäre die Stringtheorie – pragmatisch betrachtet – eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis – intellektuell – zugänglich ist?“

      Nun ja, das liegt an der komplexen Mathematik, die man sich erst mal drauf schaffen muss, wenn man das Zeug verstehen und mitreden will. Aber das ist da nicht anders als wie in jedem anderen Bereich der Wissenschaft. Aber deswegen ist die Stringtheorie keine mystische Geheimlehrer oder sowas in der Art. Ganz im Gegenteil: Verglichen mit anderen Disziplinen gehört die Stringtheorie zu den Top-Themen wenn es um wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit geht…

    3. BrEin

      Ich glaube Beobachtungsdaten ist DAS Schlagwort.

      Es gab einen Grund dafür, eine Theorie aufzubauen, die der Empirie Rechnung trägt.
      Also es gab nicht erst die Theorie, die sich in erster Instanz dann doch als falsch darstellte und dann kam die Hilfstheorien mit der unerklärlichen Energie und Materie um diese zu retten.

      Umgekehrt gab es von anerkannten Wissenschaftlern auch wilde Theorien, die sich dann später auch zerschlagen haben. z.B. Hohlerde. Diese werden nur noch bei den Pseudowissenschaftlern weiter am Leben erhalten.

      Bei den Esoterikern ist beides nicht gegeben. Weder haben ein Großteil derer eine naturwissenschaftliche Ausbildung, noch decken sich die Beobachtungsdaten mit deren Theorien.

      Gruß
      Fabian

  10. BigMcIntosh

    Das Thea Mathematik ist echt ein interessantes Feld. Das steckt ja überall drin, sogar in Photoshop. Schon allein bei so einfachen sachen wie „Rechne mir dieses Bild in RGB-Farben in die entsprechenden Druckwerte um.“ in einem optimalen Verfahren rechnet man einfach den gegenwert aus, z.b. ist der gegenwert zu Rot eine mischung aus magenta und gelb. Das liegen zwei unterschieldiche Farbmischsysteme zu grunde, additive und substraktive Farbmischung
    das allein ist schon ein interessantes Proble, wenn man sich nur die Farbräume anschaut , dann wird an feststellen, daass CMYK deutlich weniger Farben darstellen kann und wir Schwarz zur Hilfe brauchen, um es entsprechend umzuwandeln. Jetzt git es dafür unterschiedlichste Methoden, die Farben entsprechend in das Zielprofil unzuwandeln, was auch zu weit führen würde, dass hier zu erklären. Nur so viel: in einer Der Methoden nimmt man den Startfarbrau und „skaliert“ ihn in den kleineren rein. das funktioniert aber nur, wenn die äussere Form relativ gleich aussieht. Da durch dieses Verfahren die Farben zueinander den gleichen abstand behalten, hat an ein besseren Farbeindruck.
    Ein ähnlich interessantes Problem ist es z.B. RGB Werte in LAB werte umzurechnen.
    Bilder zu vergrössern ist ein ähnlich interessanter Prozess. Nehmen wir mal an wir müssen ein Bild von 1000*1000 Pixel auf 2000*2000 Vergrössern. Da setzt Photoshop immer pro Zeile und Spalte jeweils 1 leeres Pixel ein, und rechnet anhand der umliegenden Pixel einen zwischenwert aus, in welcher Farbe dieses zu befüllen ist.
    Die grösste magie passiert aber bei den Filtern wie „Helligkeit und Kontrast“ da seh auch ich nicht mehr durch woher er weiss welchen Werte er um wie viel verändert.
    Wollen wir da mal gesodert drüber reden , Holgi? Ich kann mich ja mal für die Ferngespräche eintragen, mal sehen 😉

    Antworten
  11. Marco

    Hallo ihr,
    wenn ich das richtig verstanden habe dann kann man für die nächste Sendung hier in den Kommentaren fragen stellen?!
    Also gut dann kommen wir jetzt zu meiner Frage:
    Meine Frau hatte letztens die Frage ob man im Weltall eigentlich eine Morgenlatte bekommen kann. Und jetzt fragt nicht wie sie auf die Idee gekommen ist. Vielleicht bekommt ihr es ja hin die Frage mit der nötigen
    Wrinthaften Ernsthaftigkeit zu beantworten.

    Lieben Gruß
    Marco

    Antworten
  12. Chris

    Also der Wikieintrag zum Schwert ist sehr interessant.
    Klingt eher nach Unfug das die Schwerter nur im Nahen Osten hergestellt werden konnten bzw deren Stahl oder ähnliches dazu benötigten.
    Der Artikel spricht davon, dass die Waffen, der Stahl, die Verarbeitung, die Schmieden, wohl sehr von sehr hoher Qualität waren im europäischen Mittelalter!
    Es gibt wohl diese Legende die sich bis heute hält, das Schwerter aus dem Osten vor allem Japan, viel weiter entwickelt waren.
    Das scheint aber absolut nicht der Fall zu sein, was man mittlerweile oft liest wenn man sich mit dem Thema beschäftigt.
    Der ganze Katana Mythen Gedöhns wird wohl durch Animes und solche Sachen genährt.

    Antworten
  13. Stefan

    Zum Thema Kopfrechnen beim Bäcker:
    Die Damen können wahrscheinlich besser kopfrechnen als ein Student. Aber sie muss das in die Kasse eintippen, damit es am monatsende steuertechnisch abgerechnet werden kann.

    Antworten
    1. Florian Freistetter

      Stefan: Da hast du sicherlich recht und wollte definitiv nicht allen Verkäuferinnen und Verkäufern unterstellen, dass sie nicht kopfrechnen können. Die werden das genau so gut oder schlecht können wie der Rest der Bevölkerung. Aber die eine Begebenheit um die es ging – und die ich vielleicht nicht ausführlich genug erklärt habe – war schon sehr speziell. Ich hatte nur zwei Euro in der Tasche und wollte dafür Brötchen haben und habe der Verkäuferin gesagt, ich hätte gerne Brötchen für maximal zwei Euro. Und sie hat – kein Witz! – zuerst den Preis für ein Brötchen in die Kasse getippt und geschaut, was rauskommt. Dann den Preis für zwei Brötchen. Dann den Preis für drei Brötchen. Usw – bis sie schließlich die zwei Euro überschritten hatte…

    2. JolietJake

      Bei meinen Penny und Rewe um die Ecke sitzen sicherlich viele Studenten an der Kasse. Schließe ich mal aus den Arbeitszeiten.
      Meine Erfahrung ist aber, dass diese sicher keine Mathematik-Studenten sind.
      Beträgt der Preis irgendetwas Ungerades, ich aber so bezahle, dass es irgendeinen runden Restbetrag ergibt, kommen fast alle erstmal in’s Schleudern.
      Beinahe alle verlassen sich auf ihre Kasse und sind nicht in der Lage, das passende Restgeld im Kopf auszurechnen.

    3. Nachtflug

      Dabei ist das so einfach und man brauch nicht mal rechnen:

      Einfach zur nächst höheren Rundung das Kleingeld rausgeben. Will heißen: 76ct auf 2€ rausgeben ist 4ct (80) + 20ct (1€) + 1€ (2€)

      „Verrechnen“ oder falsch rausgeben ist dabei (fast) ausgeschlossen und echt simpel 😉

  14. BrEin

    Alternativvorschlag zum TI-68:
    Der CASIO fx-991DE PLUS:
    http://www.amazon.de/Casio-FX-991DE-technisch-wissenschaftlicher-Rechner-nat%C3%BCrlichem/dp/B0050OTQ42/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1391379994&sr=8-1&keywords=casio+fx-991DE

    Ich denke, die Bilder sind selbstbewerbend 😉 . Er ist nicht grafikfähig oder programmierbar und somit ist er an Gymnasien und Hochschulen auch zu den Prüfungen zugelassen. Aber Integrale und Differentiale lässt er zu. Schade dass er nicht Fourier oder Laplace kann. Das würde mir jetzt im Studium weiterhelfen. 😉

    Schau ihn Dir mal an, der dürfte Dir gut gefallen. Auch die Benutzbarkeit ist sehr gut.
    (Gibt sicher auch andere gute, aber diese kenne ich nicht.)

    Gruß
    Fabian

    Antworten
    1. BrEin

      Ich bin ja auch ein Ketzer!
      Ich höre ja auch den Ketzer-Podcast: http://ketzerpodcast.blogspot.de/

      Glaubensfrage Elektronikgeräte-Präferenzen könnte man für die nächste Sendung vorschlagen. 😉

      (Musste die Vorlage zum Pluggen nutzen. Ich hoffe, das ist OK. )

      Gruß
      Fabian

    2. BrEin

      @Hermann
      Keine Fragen? Kann es denn auch Foure- und Laplace-Transformationen und andere dieser geilen Dinge? 😉

      Wenn ja, dann besorge ich mir das Stand-Alone-Ding in Farbe und Bund. Das ist alle mal billiger als ein iPad+App.

      Gruß und Danke
      Fabian

    3. BrEin

      @Hermann
      Keine Fragen? Kann es denn auch Fourier- und Laplace-Transformationen und andere dieser geilen Dinge? 😉

      Wenn ja, dann besorge ich mir das Stand-Alone-Ding in Farbe und Bund. Das ist alle mal billiger als ein iPad+App.

      Gruß und Danke
      Fabian

    4. Hermann

      @ BrEin wg Ti-Nspire:

      a. ich habe überhaupt keine mathematischen Probleme zu lösen. deshalb liegt sogar der Casio bei mir in der Ecke.
      b. dem TI-Ding liegt glaube ich das alte DOS CAS namens Derive zugrunde.
      c. für TI-Rechner gibt es eine Seite namens http://www.ticalc.org/ dort gibt es Sourcen für die Taschenrechner TI-83/84/89 (und langsam auch für TI-Nspire).
      http://www.ticalc.org/archives/files/fileinfo/368/36841.html
      Für HP Rechner: http://www.hpcalc.org/ und kleiner: http://community.casiocalc.org/
      d. Ich finde es gut, wenn Sachen auf verschiedenen Systemen weiterverarbeiten kann (Portabilität.)
      e. Textsuche Fourier/Laplace im Nspire-Reference Manual ergab 0(Null), geht wohl nur über selbst definierte FunKtionen bzw TI-Basic.
      f. manche Rechner (HP oder TI) gibt’s als Emulation für den Desktop.

      Gruß,
      Hermann

  15. Norrsken

    Vielen Dank für die interessante Sendung.

    Eine Ergänzung zu der Stoffwechselfrage:
    Endotherme Tiere haben hinsichtlich der Umgebungstemperatur eine „Thermoneutralzone“. Innerhalb dieses Temperaturbereichs ist der Energieaufwand, um die Körpertemperatur konstant zu halten, und damit auch der Ruhestoffwechsel, am geringsten. Untere und obere Grenze dieser Zone sind dabei von vielen Faktoren abhängig (bei Menschen z.B. auch von der Kleidung). Bei niedrigeren Umgebungstemperaturen steigt die Stoffwechselrate, weil aktiv Wärme produziert werden muss (z.B. durch Muskelzittern). Bei hohen Umgebungstemperaturen steigt die Stoffwechselrate aber ebenfalls, weil aktiv Wärme abgegeben werden muss (z.B. durch Schwitzen).

    Antworten
  16. yh

    Die beiden konkurrierenden Experimente am CERN sind CMS und ATLAS. ALICE hat seinen Schwerpunkt in der Schwerionenphysik.

    Antworten
  17. holgi Beitragsautor

    Ich bin übrigens sehr begeistert von der Dynamik, die die „Wissenschaft“ hier in den Kommentaren auslöst. Danke dafür 🙂

    Antworten
    1. framlin

      @Florian: Das mit den 80 Jahren ist interessant, das versöhnt mich dann wieder ein bisserl mit den Astrophysikern 😉

      Ich kenn die Wissenschaft halt überwiegend aus den Massenmedien (inkl. Youtube und Podcasts) und da hab ich mehrmals Menschen gesehen und gehört, die den Eindruck vermittelten, sie seinen vom Fach und die sinngemäß sagten: „Bis vor kurzem dachten wir noch, wir hätten die Welt nun vollkommen verstanden und jetzt wissen wir plötzlich, dass wir nur 4% der Welt kennen“. Das machte auf mich den Eindruck, als seien die Beobachtungsdaten eher überraschend gekommen. (Ich bilde mir sogar ein, so einen Satz entweder im Resonator oder in Raumzeit gehört zu haben)

      Dein Blog deutet ja zumindest an, worauf ich mit meiner Frage zeigen wollte. Was gestern noch „Esotherik“ war, kann heute evtl. wissenschalftlich bestätigt werden und hin und wieder kommt es auch vor, dass die Wissenschaft anerkannte Theorien über den Haufen werfen musss, weil neue Beobachtungsmöglichkeiten neue „Fakten“ schaffen. Daher finde ich die Abgrenzung teilweise schwierig und für mich schwingt disebezüglich aus Richtung Wissenschaft auch immer irgendwie Hochmut mit.

      Ich bin Sotterer. Daher war ich als Kind (anfang der Grundschule) eine Weile in logopädischer Behandlung. Obwohl die Logopädie ne schulmedizinisch anerkannte Fachrichtung ist, würde ich das, was dort mit mir gemacht wurde, ketzerisch in den Bereich der Esotherik rücken. Ich hab Bälle geworfen und gefangen, dabei im Rythmus gesprochen und Comics nacherzählt. Geholfen hat es nullkommagarnix.
      Gegen Ende der Grundschule war ich dann bei einer sog. „Ausüberin“ der „Christlichen Wissenschaft“. Das dürfte ziemlich genau „Holgies Lieblingsfeindbild“ sein 😉 Dort wurde mir erklärt, dass ich nach Gottes Ebenbild geschaffen sei, dass ich daher perfekt sein muss und keine Sprechprobleme haben KANN. Rational und erst recht wissenschaftlich bertrachtet absoluter Nonsens …. ABER ….. nachdem ich da drei mal war und ein paar Telefonate geführt hatte, war ich „geheilt“, vollkommen „beschwerdefrei“, nicht den Ansatz eines „Blocks“. Das hat ca. ein Jahr angehalten, dann wure ich operiert und nachdem ich aus der Vollnarkose erwacht war, war das Stottern wieder da, als wär es nie weg gewesen. Da muss man erst mal ne Erklärung für finden.
      Knapp 20 Jahre später war ich dann beim Neurologen. Wieder ne „Schulmedizinnummer“. Der Neurologe hat ein EEG gemacht, diagnostiziert, dass ich einfach zu schnell denke und mir Haloperidol verschrieben. Drogen auf Krankenkasse, nicht schecht, aber nutzlos. Wirkung auf das Sprchen: NULL. Meine Schlussfolgerung: reine Esotherik 😉
      Den Durchbruch hat dann bei mir trotzdem die Wissenschaft gebracht. Ich hab vor 10 Jahren im Rahmen einer Evaluations-Studie an der Hochschule Kassel eine Fluency-Shaping basierte und computergestützte Therapie gemacht, dort einige Zeit als Softwareentwickler und Hilfstherapeut mitgearbeitet und bin mittlerweile im Alltag völlig sprechangstfrei und habe nur noch selten „Blocks“. Für einen Stotterer ist das so was ähnliches wie „Heilung“.

      Obwohl ich mir einbilde, im Ansatz verstanden zu haben, wie Sprechen funktioniert und warum die Kasseler Stottertherapie gute Resultate vorweisen kann, ist meine Erfahrung mit der „Gesundbeterin“ ein Fakt …. und ein Rätsel, weshalb ich mich bemühe, dem „Unwissenschaftlichen“ gegenüber offen zu beleiben ……

      Wolfgang

    2. BrEin

      @framlin:
      Was gestern noch „Esotherik“ war, kann heute evtl. wissenschalftlich bestätigt werden…
      Nein!
      Nochmal, Du hast die Reihenfolge nicht verstanden.
      Hier bei der dunklen Materie gab erst erst die Beobachtungen, die es zu erklären galt und daraufhin wurde eine Theorie entworfen.
      In der Homöopathie und anderen esoterischen Bereichen, gibt es krude Theorien, die nicht durch Belege gestützt werden. Sie sind eher im luftleeren Raum entstanden und die Belege die wir haben widerlegen eher diese Theorien. Nun davon auszugehen, dass wie durch ein Wunder Belege auftauchen die diese Theorien dann doch noch unterstützen, ist, gelinde gesagt, sehr töricht. (Idiotisch ist eigentlich das Wort dass ich verwenden möchte.)

      Warum diese „alternativen“ Methoden bei Dir funktionierten, dafür kann es viele Gründe geben.
      Einer davon könnte sein, dass der Plazebo-Effekt zugeschlagen hat. Auch scheinst Du sehr beeinflussbar zu sein und deine Bereitschaft an Wunder zu glauben verstärkt wohl die Wirkung. Das, was bei Dir wirkte ist wohl die Suggestion. Holgi sagte mal in einer Folge der Wrintheit, dass das gut sei und man das nutzen könne. So brauchst Du nicht mehr zu einem Wunderheiler gehen, sondern kannst Dich ggf. durch Autosuggestion selber kurieren.

      Gruß
      Fabian

    3. holgi Beitragsautor

      Da „funktioniert“ nix. Es tritt eine Veränderung ein, die zeitlich relativ nah an der Scheinbehandlung liegt und im Zuge eines Fehlschlusses (cum hoc, ergo propter hoc) zu einer Wirkung, also zu einem ursächlichen Zusammenhang, erklärt wird. Der Placebo-Effekt schlägt ja immer zu und nicht nur bei bestimmten Scheinbehandlungen, Auslöser ist die Betüddelung durch irgendwen (Cola gegen Bauchweh…). Darauf spekulieren auch die Scharlatane, die selbstverständlich wissen, dass eine Veränderung, meistens sogar eine Verbesserung, sowieso eintreten würde, wenn man nur lange genug wartet. Und weil die Opfer auch gerne mal zu früh zum Scharlatan gehen – also nicht auf dem Höhepunkt der Erkrankung – haben sie auch die „Erstverschlimmerung“ erfunden.

  18. framlin

    So hat labile Wundergläubigkeit eben Licht- und Schattenseiten. Die von der „Gesundbeterin“ ausgelöste Autosuggestion war eine Wohltat, dass ich auf den Neurologen und seine Drogen, die – außer unerwünschten Nebenwirkungen – nix zu bieten hatten, hereingefallen bin, dagegen weniger. Zum Glück hat den Neurologen die Krankenkasse gezahlt ….. 😉

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Ich frage mich gerade, ob Du es wirklich nicht begreifst, oder ob Du trollst. Kannst Du mir die Frage beantworten?

    2. holgi Beitragsautor

      Ich frage mich gerade, ob Du es wirklich nicht begreifst, oder ob Du trollst. Kannst Du mir die Frage beantworten?

  19. framlin

    @holgi: Da ich für mich in Anspruch nehme, nicht zu trollen, muss ich wohl schwer von Begriff sein. Wobei, ein bisschen Provokation schon auch dabei ist 😉

    Ich definiere halt z.B. „funktioniert“ anders. Ich mach da erst mal zwei Spalten
    1) Hatte den gewünschten Erfolg
    2) Hatte nicht den gewünschten Erfolg

    1. „funktioniert“ 2. nicht.

    Ich glaub auch nicht an Wunder, hab das Wort Placebo tatsächlich schon mal gehört und Suggestion, sogar Doppelblindversuch und Kontrollgruppe.
    Und natürlich glaub ich nicht, dass mich die „Gesundbeterin“ tatsächlich gesund gebetet hat. Suggestion scheint mir ebenfalls wesentlich plausibler. Wobei ich mich z.B. frage, warum die Sugestion die Narkose nicht überstanden hat. Da muss sich ja irgendwas „gelöst“ haben, oder so. Und warum die Sugestion funktioniert hat, obwohl ich in meinen Selbstgesprächen mit mir einig war, dass ihre Argumentation voller logischer Widersprüche und absolut nicht nachvollziehbar war. Hat aber offenbar trotzdem oder evtl. gerade deshalb „funktioniert“.

    Aber ich bleibe dabei, dass mich die Logopädin in meiner Kindheit falsch behandelt hat und behaupte, dass sie von Stottern keine Ahnung hatte. Trotzdenm war sie anerkannte Fachfrau und wurde ungeprüft dafür bezahlt, was sie verzapft hat.
    Das gleiche gilt für den Neurologen. Der hattte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch keine Ahnung von Stottern und hat mir wohl irgendwas verschrieben, was ihm nach Durchsicht der EEG-Kurven grundsätzlich plausibel erschien.

    Ein Scharlatan ist IMHO nicht nur deswegen kein solcher, weil er ein Studium oder eine medizinische Fachausbildung vorzuweisen hat.
    Meine naive Erwartungshaltung an Nicht-Scharlatane wäre, dass sie mir sagen „ich hab zwar keine Erfahrung mit Stottern, aber ich könnte mir vorstellen, dass das diese und jene Ursache hat und schlage daher diese oder jene Medikation/Therapie vor.
    Die, die mir irgendwas erzählen, was sie evtl. irgendwo mal in nem Fachmagazin aufgeschnappt haben, fallen für mich eben auch in die Kathegorie Scharlatan. Für mich ist an der Stelle unerheblich, ob sie Unsinn erzählen, weil sie evtl. irgendwas wissenschalftlich fundiertes falsch verstanden haben und das dann als Wissen und Wahrheit verkaufen, oder ob sie enfach nur was erzählen, was aus ihrer eigenen Phantasie gebohren wurde und ihnen daher plausibel erscheint oder ob sie mich bewusst belügen, um an meine Kohle zu kommen.

    Natürlich gibt es Fachärzte oder Logopäden, die sehr wohl sehr viel Ahnung vom Stottern (oder irgendwelchen anderen Gebieten) haben, ich möchte auf keinen Fall behaupten, dasss Schulmediziener prinzipiell unfähig sind, zu heilen oder zu helfen.
    Der Mensch, der die Kasseler Stottertherapie leitet, ist Facharzt für Allgemeinmedizin mit der Zusatzbezeichnung Stimm- und Sprachstörungen und Facharzt für innere Medizin. Jeder Klient wird vor der Therapiue untersucht, gefilmt und mit Fragebögen traktiert; direkt nach der Therapie ebenfalls und in Abständen später nochmal. Also so richtig wissenschaftlich. Da er selber stottert, weiß er aber halt auch, wovon er spricht und was er da behandelt. Und daher käme er auch nicht auf die Idee, von „Heilung“ zu sprechen oder sich damit zufrieden zu geben, wenn die Klienten am Ende der stationären Therapiephase vollkommen flüssig sprechen können (weil das „normal“ und in der Regel von sehr kurzer Dauer ist).

    Ich denke man muss da jeweils genauer hinschauen. Ein Heilpraktiker ist nicht notgedrungen ein Scharlatan. Kniegüsse können bei Schlafstörungen „Wunder“ wirken und es gibt jede Menge Naturdrogen, die den Produkten der chemischen Industrie in nichts nachstehen. Auf der anderen Seite kann auch ein Prof. Dr. Dr. Dipl. med Sprücheklopfer und Scharlatan sein.

    Die Aussgae, die Naturheilkunde sei gefährlich, weil sie die Schulmedizin diskreditiert, ist daher für mich daher schon ganz schön harter Tobak … 😉

    Antworten
  20. Julian

    @Florian: du hattest gesagt, dass 90% der Kollisionen bei LHC erst einmal nicht gespeichert werden. Der Fakt an sich stimmt natürlich, aber mit 90% ist leider deutlich daneben. Im LHC gibt es bei normalen Bedingungen eine sogenannte Bunch Crossing Rate von 40MHz (also die Rate der möglichen Kollisionenzeiten, wobei bei jedem Kollisionszeitpunkt mehrere Kollisionen stattfinden) und die Frequenz der gespeicherten Ereignisse ist 250 Hz (nach Design Report, praktisch aber etwas höher). Es werden also eher 99,999% der Ereignisse direkt weggeworfen, aber keine Angst, mir ist klar, dass es du nicht alle Zahlen auswendig wissen kannst und ob es jetzt 90% oder 99,999% sind ändert ja am Prinzip nichts.

    Antworten
  21. Hermann

    in der ersten Ausgabe hatte ich das so verstanden, das man auch Themen vorschlagen kann.
    1. Primer Fields:
    Über diese Animation[a] -Sonnensystem als Helix- (die leider Kometen ausspart und laut Slate-Artikel nicht richtig ist[b]) kam ich zu „Primer Fields[c]“, die einige Galaxie-Formen plausibel (aber auch richtig?) erklärt. Leider kommen Kometen auch hier nicht vor.
    Könnt Ihr Euch mal dazu äußern (Bullshit -Faktor und so)?

    2. Sand:
    Woher kommt der ganze Sand (Wüsten, Strände), also keiner als Kiesel? Alles schon vorhanden vor der Evolution wegen Erosion ? auf vegetationsfreien Planeten kommt feinkrümeliges Gestein ja auch häufig vor.

    [a]:https://www.youtube.com/watch?v=0jHsq36_NTU
    [b]:http://www.slate.com/blogs/bad_astronomy/2013/03/04/vortex_motion_viral_video_showing_sun_s_motion_through_galaxy_is_wrong.html
    [c]:https://www.youtube.com/watch?v=9EPlyiW-xGI Primer fields

    Antworten
    1. BrEin

      @Hermann
      Danke für die tollen Videos. Auch wenn sie wohl falsch sind, so sind sie doch toll gemacht.
      Dem ersten Video möchte ich noch dieses hinzu fügen, dass auch in dem Artikel von Phil Plait verlinkt ist: http://www.youtube.com/watch?v=C4V-ooITrws da diese Inhaltlich zusammen gehören und Phil sich auf beide bezieht.

      Beide, der Autor des Videos (DJSadhu) und der Autor des Artikels (Phil Plait) sagen beide, dass das heliozentrische Weltbild und das hier neu entworfene Helix-Weltbild sich widersprechen. Dabei ist die aller aller aller erste Annahme aber in meinen trüben Augen völlig korrekt. Wenn die Planeten die Sonne umkreisen und sich die Sonne und somit das gesamte Sonnensystem bewegt, dann müssen die Planeten eine spiralförmige Kurve beschreiben.
      Viele alle anderen Annahmen und darauf aufbauende Schlussfolgerungen sind natürlich falsch. Alleine die Vermutung die Sonne würde sich wie ein Komet durch die Galaxie bewegen und die Planeten hinterher ziehen. Die (in diese Richtung) relative Geschwindigkeit aller Himmelskörper des Sonnensystems sind gleich. Das ganze bewegt sich gemeinsam und das Zentrum der Galaxie. Wo also das heliozentrische Weltbild falsch sein soll, verstehe ich nicht.

      Ich möchte zu dem Artikel ein paar Ergänzungen machen, wenn ich auch einige der Punkte, die da bereits gemacht wurden wiederholen muss.
      – Wenn wir davon ausgehen, dass das Sonnensystem sich als ganzes durch die Galaxie bewegt, warum muss die Bewegungsrichtung ausgerechnet senkrecht zur den Planetenbahnen stehen? (Damit es eine besonders schöne Helix wird?) Wenn wir Pluto außen vor lassen, kann man sich das Sonnensystem vereinfacht als Scheibe vorstellen. Laut DJSanhu steht der Bewegungsvektor senkrecht auf der Scheibe. Warum? Warum kann dieser nicht geneigt sein? (Laut Phil steht dieser Vektor nicht Senkrecht=90° sondern 60° auf der Scheibe.)
      – Warum ist eine Helix, auch wenn er es hier Vertex nennt, was wohl etwas anderes ist, so viel komplizierter als ein Kreis? Im Grunde genommen ist ein Kreis eine Figur im 2 dimensionalen R^2. Eine Abbildung dieser Menge auf eine weitere Dimension, so dass wir im R^3 sind, ist seehr einfach. Der Komplexitätsgrad steigt kaum.
      Gegenprobe: Schaue senkrecht in eine Helix und Du siehst einen Kreis.
      – Angenommen, die Umlaufbahnen der Planeten und zusätzlich der Sonne wären komplexe Helixstrukturen. Und? Was ist daran so wichtig?
      Ich glaube, ein Ursprung dieser Theorie ist die Ästhetik. Am Ende des ersten Videos wird gezeigt, wo noch Helix- und Spiralmuster auftauchen. Und dem wird eine besondere Bedeutung beigemessen (Auch wenn es nicht gesagt wird, außer indirekt, da die Helix ja so kompliziert sein soll) und deshalb muss dieses kosmische Gebilde auch im Himmel, in den Umlaufbahnen zu finden sein. Deshalb diese Theorie über die helixartigen Bewegungen der Planeten und der Sonne, auch wenn sie falsch ist.

      Ich lese gerade Der entzauberte Regenbogen von Rigard Dawkins.
      Darin beschreibt er solche Phänomene (ich nenne es mal so) als schlechte wissenschaftliche Prosa. Schlechte wissenschaftliche Prosa mag gut klingen, eben für unser ästhetisches Empfinden ansprechend sein, aber ist nicht hilfreich beim Verstehen bestimmter Sachverhalte oder ist sogar hinderlich/falsch.
      Als einer der Beispiele nennt Darkins einen Leserbrief, den er erhalten hat und was auch hier sehr gut passt (S. 246):

      Ich nehme an, dass unser kosmisches Umfeld einen gewaltigen Einfluss auf den Verlauf der Evolution hat. Wie sonst könnten wir die Helixstruktur der DNA Erklären, die entweder auf den spiralen Weg der einfallenden Sonnenstrahlen oder auf die Umlaufbahn der Erde um die Sonne zurückzuführen ist. Diese hat aufgrund ihrer magnetischen Achse, die um 23.5 Grand gegenüber dem rechten Winkel gekippt ist, eine Spiralform, daher die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen.

      @Hermann, vielen Dank nochmal für das Verlinken des Videos. Ich hätte sonst den Punkt des Lesers aus dem Buch nicht verstanden.
      Jetzt aber schon. Der Leser und DJSadHu begehen beide den gleichen Fehler, weil sie beide nicht verstanden haben, was die Präzession (das Schwanken der Erdachse) ist und wie es sich auswirkt. Beide glauben, dass DADRUCH die Erdumlaufbahn der Erde helixartig wird. DJSadHu noch dazu, dass das Sonnensystem zusätzlich eine helixartige Bewegung bekommt. Auch nicht richtig. Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen lassen sich zwar durch die geneigte Achse der Erde erklären, aber nicht durch das Schwanken der Achse. Also auch nicht richtig. Hierbei wurde einfach das Jahr mit dem Großen Jahr (~26.000Jahre) verwechselt.
      Den größten Fehler in meinen Augen machen aber beide und den beschreibt Dawkins gleich auf der nächsten Seite:

      Realistisch betrachtet, besteht nicht der geringste Zusammenhang zwischen der Helixstruktur der DNA und dem spiraligen Strahlenweg oder der Planetenumlaufbahnen. Keines der drei Phänomene hilft eines der anderen zu verstehen. Der Verfasser hat sich an einer Metapher berauscht; gefesselt vom Bild der Spirale, glaubt er irrtümlich Zusammenhänge zu sehen die nicht im Geringsten zur Erhellung der Wahrheit beitragen. So etwas [..] ähnelt der Theologie.

      Man muss dazu sagen, das Buch ist von 1998.

      Das andere Video habe ich mir aber noch nicht angesehen, 1h hatte ich bis jetzt keine Zeit. Beim Durchsappen habe ich aber gesehen, das dabei
      wohl sehr ähnliche Fehler gemacht wurden.

      Warum @Hermann versteifst Du dich auf Kometen?
      Und wenn, warum dann nicht auch auf Asteroiden, Zwergplaneten und andere Himmelskörper?

      Gruß
      BrEin

    2. BrEin

      Zu DJSadHu sei noch gesagt:
      Die Videos sehen verdammt gut aus. Ich hoffe mal, dass er später ein Einsehen hat und seine Energie in Modelle und Darstellungen des wissenschaftlich belegten Weltbildes steckt.
      Das würden Imposante Bilder werden.

      Man kann sich auch auf seiner Webseite umsehen: http://www.djsadhu.com/
      Er macht auch noch andere coole Sachen. Leider hat er da auch noch viel Verschwörungsmüll drauf.

      Gruß
      BrEin

    3. Hermann

      @ BrEin
      alles im Weltraum scheint sich kreis-/ellipsenmäßig um einen Punkt, auf einer Achse, auf einem Kreis,oder schraubenartig um einen Zylinder zu bewegen.
      deshalb find ich die Kometen, die sich meines kleinen Wissens gemäß outlaw-mäßig bewegen, interessant. Wo liegt der Mittelpunkt, die Achse usw. um die sie sich bewegen? gibt eine grafische Darstellung mit dem _ganzen_ Kreis der Kometenbahn(en) ?
      Dreidimensionale Lissajous-Figuren fände ich cool.
      Was mich auch mehr als Zwergplaneten interessieren würde, ist, ob der Weltraummüll sich irgendwann mal zu einem Saturnring um die Erde formt und ob es dann Verdunkelungen und /oder Iridiumflare- ähnliche Erscheinungen gibt.

      andere schöne Animationen
      http://www.youtube.com/watch?v=bY14cJ5AP30 Strange ‚horseshoe‘ orbital dynamics of an earth Trojan moon.
      http://www.youtube.com/watch?v=z52WWLE8bBo Lagrange – Punkte

    4. BrEin

      @Hermann

      Ich kann Dir da nur wärmsten den Podcast vom Florian empfehlen. Darin wird über Asteroiden und Kometen berichtet.

      Auch DJSadHu hätte das mal machen sollen. Dann hätte er die Umlaufgeschwindigkeit des Jupiters nicht scheller als die der innereren Planeten wie Erde oder Mars in seinem Video dargestellt (1. Video recht früh.).
      Als treuer Sternengeschichten hörer weiß man, dass die Umlaufgeschwindigkeit eines Himmelskörpers um die Sonne (wahlweise ein Mond um seinen Planeten) von der Entfernung abhängt. Kurz, je weiter draußen, desto langsamer.

      Ich hoffe ich bringe die Sachverhalte von Kometen und Asteroiden richtig zusammen:
      – Auch Asteroiden und Kometen die um die Sonne kreisen verfolgen eine elliptische Bahn.
      Diese Bahn ist stark elliptisch mit der Sonne in einem der Brennpunkte.
      Auch deine Outlaws müssen sich an die Physik und hier an die keplerschen Gesetze halten.
      Je exzentrischer eine Ellipse ist, desto weiter „wandern“ ihre Brennpunkte nach „außen“ also an den Rand ihrer Ellipse. (Wenn man die ganze Figur betrachtet.) Beim Sonderfall Kreis liegen die beiden Brennpunkte aufeinander, dieser hat somit keine „Exzentrik“ und die Brennpunkte liegen am weitesten von Rand entfernt. (Anmerkung: Mit „Entfernung vom Rand“, meinte ich eigentlich das Verhältnis zwischen den Abstand der Brennpunkte zueinander und dem Anstand der Brennpunkte zum Rand.)
      Dadurch dass die Ellipse der Bahnen von Kometen und Asteroiden so lang gezogen ist und die Brennpunkte so weit „außen“ liegen, wirkt es so, als würden sie aus dem Nichts kommen, an der Sonne vorbei und wieder in das Nichts verschwinden. Dabei kreisen sie einfach um ihre beiden, sehr weit entfernten Brennpunkte. In einem von denen die Sonne sich befindet und der andere sogar weit außerhalb unseres Sonnensystems sich befinden kann.
      – Der Unterschied zwischen Asteroiden und Kometen ist der, dass ein Komet gefrorenes Wasser und Gase besitzt und der Asteroid nicht (mehr). Kometen sind weiter weg von der Sonne entstanden und konnten somit auch Wasser und Gase im gefrorenen Zustand mit aufsammeln. Asteroiden sind in der Nähe von Sonnen entstanden oder sind zu oft an einer vorbei geflogen, sodass sie alle Gase und all das Wasser bereits verloren haben.
      – Solche Objekte sind nicht selten in unserem Sonnensystem.
      Zwischen Mars und Jupiter findet sich der Asteroidengürtel, hinter unserem letzten Planeten, dem Neptun, befindet sich der Kuipergürtel und außerhalb unseres Sonnensystems und um sie herum befindet sich die Oortsche Wolke.
      Wenn dass alles DJSadHu hätte mit einzeichnen wollen, dann wäre er jetzt noch am Rendern. 😉
      – Die meisten Kometen werden sich sich wohl im Kuipergürtel und in der Oortschen Wolke befinden. Der Asteroidengürtel (wie der Name schon sagt) dürfte wohl zu nah sein. Alle diese Objekte bewegen sich, ähnlich wie unsere Planeten, in einer weniger exzentrischen Ellipse. So dass sie nicht aus dem Nichts, an der Sonne vorbei, in das Nichts fliegen. Sie bleiben dort, in den Gürteln oder der Wolke. Also keine Outlaws. Sie können aber gestört werden und somit aus ihrer Bahn in eine neue Bahn gelenkt werden. Führt diese an den Planeten und an der Sonne vorbei, haben wir einen „neuen“ Asteroiden oder Kometen. Da Kometen ja, wie gesagt, diese schmutzigen Schneebälle sind, erzeugen sie an der Sonne vorbei ihren Schweif. Achtung! Sie erzeugen zwei Schweife! Aber das bringe ich jetzt nicht mehr zusammen. Daher: Sternengeschichten anhören“.

      So, ich hoffe, ich habe alles einigermaßen richtig zusammen gebracht. Sollte es Fehler geben, bitte ich um Berichtigung.

      Zu deinen Saturn-Ring-Müll um die Erde: Ich vermute nein. Was soll dazu führen? Der Saturn und andere Planeten mit Ringen, hatten in der Umlaufbahn Monde oder andere Körper die zerborsten sind, oder Dreck, dass sich nie zu Himmelkörpern haben bilden können. Aber frage mal Florian in der aktuellen Folge.

      Lagrange-Punkte sind auch Thema der aktuellen Folge.

      Schöne Vids wieder, Danke!

      Gruß
      BrEin

      http://de.wikipedia.org/wiki/Keplersche_Gesetze
      http://de.wikipedia.org/wiki/Asteroideng%C3%BCrtel
      http://de.wikipedia.org/wiki/Kuiperg%C3%BCrtel
      http://de.wikipedia.org/wiki/Oortsche_Wolke

  22. Hannes

    Ich hätte da auch einige Fragen aus einem Themengebiet, nämlich Plasma, für die nächste Sendung.

    Seh ich es richtig, dass…
    1. … Plasma eine Suppe aus Neutronen, Elektronen und Protonen ist, die nicht mehr aneinander gebunden sind?
    2. … man theoretisch jedes Material zu Plasma machen kann?

    Außerdem:
    3. Wie lässt man Plasma übkühlen?
    4. Kühlt Plasma immer zudem ab aus was es bestand? Wenn ja, wie „merken“ sich die Teilchen aus was sie bestanden?

    Antworten
  23. Christoph

    Hallo,

    ich bin mit meinem Kommentar vermutlich etwas spät dran, habe die Folge aber gerade eben erst gehört. Vorab: Diese Form, Wissenschaft zu präsentieren finde ich sehr spannend!

    Als Chemiker möchte ich hier zum Begriff der Entropie Stellung nehmen, die wegen der schwarzen Löcher kurz Thema war. Ich möchte ergänzen, was wir darunter verstehen und verdeutlichen, dass Entropie nichts ist, was einfach existiert oder unbeeinflusst immer mehr wird, sondern dass Entropiegewinn einer DER Triebkräfte der Vorgänge ist, die uns umgeben.

    Entropie stellt tatsächlich eine Art von Unordnung dar, auch wenn sie schwer fassbar ist und das Beispiel mit den Buchseiten, das Florian Freistetter erläutert hat, die Sache recht gut trifft. Auch wenn die Entropie des Universums als unfassbarer Begriff wohl stetig zunehmen wird, so haben wir in unserem Alltagsleben durchaus Einfluss auf die Entropie und sie auf uns. Extrem vereinfacht gesagt, laufen chemische und physikalische Prozesse dann freiwillig ab, wenn sie Energie (wir nennen das Enthalpie) freisetzen und/oder die Entropie des Systems erhöhen (und das mit einem bestimmten Faktor zueinander gewichtet, den wir im Alltagsleben übrigens als Temperatur kennen).

    Ein schönes Beispiel für den Einfluss dieser Triebkräfte stellen Experimente zur Mischbarkeit verschiedener Stoffe dar, auch wenn ich dabei stark und sicherlich unzulässig vereinfache:

    1) Bringt man zwei Gase (z. B. Helium und Neon) zusammen, die untereinander praktisch keine anziehenden oder abstoßenden Wechselwirkungen erfahren, so werden sie sich problemlos mischen. Der Grund: Die zufällige Verteilung der Atome im Raum bringt Entropiegewinn, irgendwelche energetischen Einflüsse bleiben mangels Wechselwirkungen außen vor.

    2) Mischt man Wasser und reinen Alkohol (96%iger Spiritus aus dem Baumarkt tut’s auch), so erwärmt sich die Mischung. Die durch Wasserstoffbrücken bzw. Dipolkräfte getriebene Anziehung der beiden Substanzen zueinander setzt Energie frei. Die Tatsache, dass sich diese Moleküle „mögen“ und enger zusammenrücken, wird auch dadurch deutlich, dass 50 ml Wasser und 50 ml Alkohol (Ethanol) nach dem Zusammengeben nur ca. 98 ml Gesamtvolumen ausfüllen. Zusätzlich ergibt sich in dieser einfachen Betrachtung ein Entropiegewinn durch die Vermischung, der den Mischungsvorgang zusätzlich begünstigt.

    3)Die Mischung von Wasser und Olivenöl wäre entropisch betrachtet vermutlich durchaus ähnlich vorteilhaft, jedoch sind die anziehenden Wechselwirkungen innerhalb dieser Phasen so viel stärker als diejenigen zu den jeweils anderen (Öl + Öl und Wasser + Wasser hat weniger Energie als 2 * (Öl+Wasser)), so dass der Entropiegewinn das nicht kompensieren kann und sich deswegen diese Mischung nicht so ohne weiteres bildet.

    4)Möchte man Kaliumnitrat in Wasser lösen, so geht das hingegen problemlos und freiwillig, wobei sich die Lösung sehr stark abkühlt (ohne weiteres bis auf unter 0 °C). Zwischen Wasser und Kalium- bzw. Nitrat-Ionen herrscht also durchaus eine gewisse Anziehungskraft, die allerdings geringer ist, als zwischen ihresgleichen. Dieses Beispiel zeigt sehr stark den Einfluss der Entropie, denn in diesem Fall überwiegt die Triebkraft des Entropiegewinns (Kalium- und Nitrat-Ionen schwimmen „frei“ im Wasser, statt in ihrem Kristallgitter gefangen zu sein) sogar den Energiebetrag, der bei Raumtemperatur nötig ist, um den Kristallverband des Kaliumnitrats aufzulösen und die Ionen die eigentlich unvorteilhafte Umgebung zu verfrachten. Das Salz löst sich also auf, weil die Entropie überwiegt, braucht dazu aber Energie und entzieht diese Energie der Umgebung, die sich dadurch abkühlt.

    Viele Grüße

    Christoph

    Antworten
  24. Robert

    Eure Aussagen über schwarze Löcher sind, wie soll ich’s sagen, etwas gewagt. Insbesondere was die (nicht) Punktfoermigkeit angeht (zumindest beim Schwarzschildschwarzloch hinter dem Horizont die t-Koordinate zeitartig und die Singularitaet — also das eigentliche schwarze Loch — liegt immer in der Zukunft und nicht „weiter innen“, sie ist in gewisser weise auch ausgedehnt, füllt sie doch das ganze Innere des Horizonts aus. Am besten macht man sich das mit einem Carter-Penrose-Diagramm klar.

    Auch das Information-Loss-Paradox ist etwas subtiler: Florians Erklärung würde auch auf meine Hosentasche zutreffen: Was ich da reinstecke kommt in der Regel auch nicht mehr raus und ist in gewisser Weise dem Universum entzogen. Trotzdem gibt es da kein Paradox. Der Schlüssel liegt in der Tat bei der Hawking-Strahlung, aber die macht es zum Paradox (und löst es nicht auf, wie von Florian gesagt): Nach gängiger Meinung ist diese Strahlung nämlich thermisch und enthält keine Information. Am Ende ist das schwarze Loch weg, da es gänzlich zerstrahlt ist, und dann erst hat man ein Paradox: Vorher könnte man ja immer noch sagen, „klar, die Information ist im Schwarzen Loch (bzw in der Hosentasche)“. Erst wenn das nicht mehr da ist, steht man dumm da.

    Das Originalpaper von Hawking in diesem Fall ist übrigens ganz untypisch: Erstens ist es sehr kurz (IIRC 2 Seiten) und es enthält auch nur Prosatext, keine Formeln (was sich aus den bekannten Umständen bei Hawking ergibt, inzwischen ist wohl auch TeXen zu schwierig).

    Trotz dieser kleinen Anmerkungen aber: Toller Podcast, keep up the good work!

    Antworten
  25. Robert

    So, inzwischen weitergehört, daher noch zwei Anmerkungen mehr: Was Florian über Taschenrechner sagt, ist, wie jeder sofort merkt, hahnebuechener Blödsinn: Jeder Wissenschaftler, der etwas auf sich hält, benutzt natürlich ausschliessliche Taschenrechner aus dem Hause HP mit umgekehrt polnischer Notation, da es sich damit viel effektiver arbeiten lässt. Und ja, emacs rulez, Tod dem vi! Und als Nachbildung auf dem Mac verwende ich diesen https://www.macupdate.com/app/mac/31949/rpn-scientific/

    Ausserdem zu open book exams (Pruefungen, bei denen die Kandidaten alles mitbringen dürfen): Da war ich bis vor kurzem auch ein grosser Fan von, habe mich aber überzeugen lassen, dass sich das auch nachteilig für eher schwächere Studierende auswirken kann, die nämlich, wenn sie auf Probleme stossen, anfangen, hektisch in all ihren Büchern zu blättern und dann so wertvolle Zeit vergeuden. Daher erlaube ich inzwischen nur noch jedem ein selbst beschriebenes A4 Blatt mitzubringen, auf dem alles, was sie wollen stehen darf. Es stellt sich heraus, dass das Zusammenstellen dieses „Schummelzettels“ schon eine sehr gute Klausurvorbereitung ist, und man kann auch nicht lange drin blättern.

    Antworten
    1. BrEin

      Emacs? Wozu ein OS getarnt als Editor?
      Wenn, dann vi, oder halt eben vim. Bleibt mir nur fern mit Emacs, nano und Co! 😉

      Wozu UNP? Wie soll ich ein Integral mit UNP eingeben? 😉
      Das bisschen +,*,- und /, … ich muss ein wenig mehr als Kassenbelege eingeben. Studiere ja nicht Steuerwesen und mache etwas mehr als BWL-Mathe. 😛

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