WR130 Realitätsabgleich: Igel anzünden

Heute mit Erbrochenem, der CDU, fiesen Scherzen, Rachejustiz, Medienkompetenz, Ghettos, Suchmaschinen, der Sparkasse und so (danke, Quimoniz, Gurkitier, eNBeWe und SimonWaldherr!)

Ohne Toby ginge es nicht. Sein Klingelbeutel hängt hier.

32 Gedanken zu „WR130 Realitätsabgleich: Igel anzünden

  1. David

    Eine kurze Anmerkung zum kirchlichen Arbeits- und Kündigungsrecht. Abgesehen mal davon, dass darunter auch die Erlaubnis fällt Mitarbeitern ihre Lebensweise aufzuzwingen (z.B. kündigt die katholische Kirche auch gerne mal bei Scheidung) und dass wir in einer Gesellschaft leben, in der ein starkes Arbeits-Dogma herrscht, weil man sich ja nur in der Arbeitswelt verwirklichen kann – darum zwingen wir ALG 2 Empfänger ja auch zu ihrem Glück….
    Aber bitte, was zur HÖLLE sagt eigentlich die Mitgliedschaft zu so einem Verein wie der Kirche zur eigenen Wertebasis?? Als Kirchensteuerzahler glaube ich doch nicht per se an die 10 Gebote, Wiederauferständerung und den erotischen Wert von Messdienern.
    Die ganze Absurdität zeigt sich spätestens darin, dass uns z.B. beim Studium der Sozialen Arbeit (früher Sozialpädagogik) ans Herz gelegt wurde, aus eigenem Interesse und Kalkül niemals auszutreten. Taktisch empfiehlt sich dabei der katholische Steuerschein, denn während die Caritas (katholisch) oft auf eigene Mitgliedschaft besteht, reicht der Diakonie (evangelisch) das “Bekenntnis zu einer christlichen Gemeinschaft” oder wie die das nennen.
    Kann man das bigott nennen? Lächerlich ist es meiner Ansicht nach auf jeden Fall.

    Antworten
    1. Toby

      Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich die Voraussetzung, für eine Anstellung im evangelischen Kiga auch in der Kirche zu sein, falsch finde. Ob es gegen irgendein Gesetz ist, mag ich nicht beurteilen, aber schlecht finde ich es schon. Wobei man hier durchaus ein fachliches “Aussieben” sehen könnte: wenn das Ziel der Einrichtung die Vermittlung christlicher Werte ist (was ja in Ordnung ist), sollten die Mitarbeiter dazu in der Lage sein. Ob die Mitgliedschaft im Verein dabei hilft, bezweifle ich.

      Allerdings: Cafes, die Kinder aussperren, finde ich auch schlecht. Wahrscheinlich deshalb mein Bedürfnis nach einem Vergleich 😉

    2. theo

      Hey Toby,

      du hast ja erwähnt, dass du mit Gedanken spielst, aus der Kirche aus zu treten. Auch findest du diese Regelungen bzgl. des Arbeitsrechts der Kirche nicht gut. In früheren Episoden kam auch immer wieder durch, dass du viele Aktionen der Kirche falsch findest.

      Warum machst Du nicht Nägel mit Köpfen und kündigst deine Mitgliedschaft bei diesem Verein? Hab auch einige Bekannte, die genauso drauf sind. Finden viele Entscheidung der Kirche schrecklich und sind trotzdem noch Mitglied… Kann ich echt nicht nachvollziehen. Ist für mich auch eine Form der Scheinheiligkeit.

      Gruß

      Theo.

      P.S.
      Auch wenns sich so liest, so ist dieser Post keineswegs aggressiv oder belehrend gemeint. Ich kanns nur echt nicht nachvollziehen….

    3. Toby

      Hihi 🙂 Die Mitgliedschaft in einer Glaubensgemeinschaft kann man nicht rational erklären. Sie ist per se irrational. Wenn ich Argumente dafür finden will, ist es: ich nutze es um (Denk-)Anstöße zu bekommen und ich kann nur so lange Einfluss darauf haben wie ich drin bin (zwar nicht unbedingt demokratischen Einfluss, aber immerhin eine Stimme).

      Und da die Entscheidung nicht rational ist, kann ich auch leider nicht Vorteile gegen Nachteile aufwiegen oder so.

      Insofern: überlass die Entscheidung bitte einfach mir. Ich erwarte nicht, dass mich jemand versteht 😉

    4. Romedius

      Zu dem Thema gabs kürzlich eine gute Doku in der ARD:
      http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/die-story-im-ersten-gott-hat-hohe-nebenkosten?documentId=12580180

      Ich verstehe den Untersched katholische Kita schmeißt Ehebrecher raus vs. Lokal mag keine Kinder folgendermaßen: Die Kita wird in der Regel zu einem hohem Prozentsatz von Steuergeldern finanziert. Weil das so ist, sollte für die Arbeitnehmner, die in Projekten für die öffentliche Hand in einer Privaten Orgaisation arbeiten, auch die selben Arbeitnemerrechte gelten, die auch für direkt öffentlich Angestelltegelten. Wieso sollte der öffentliche Auftraggeber in diesem Fall gewollte diskriminierung unterstützen? Eine Lösung wär da sinvoll: Wenn der Staat/Land/Gemeinde Leistungen von einem externen Träger zukauft, muss sich die Organisation dazu verpflichten, dass die finanzierten Stellen dann dem “normalen” Arbeitsrecht entsprechen.

  2. DIEantwort

    zur Frage kinderloses Kaffeetrinken vs. Arbeitsplatzkündigung zwecks Religion:

    Das eine ist Geschmacksfrage, das andere ist eine Gesinnungsauflage.

    Antworten
  3. Theo

    Der Vergleich hinkt weil die kita mit öffentlichen Mitteln finanziert wird. Es müsste eigentlich das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gelten, tuts aber nicht weil die Kirche leider eine Sonderstellung hat.

    Antworten
  4. Philipp

    Hallo Holger, hallo Tobi,
    der Begriff Kinderschänder entstammt der rechten Sprachverschwurbelung. Er impliziert das Schande auf den Kindern liegen würde. Schande liegt aber auf den Tätern!

    So sollte man wohl eher von Sexualstraftätern sprechen.

    Viele Grüße

    Philipp

    Antworten
  5. Bauherr

    Moin Tobi,

    vielleicht interessiert es dich ja:

    habe gerade nach einer Baufinanzierung gesucht. Verglichen habe ich
    – Sparkasse
    – Volksbank
    – Commerzbank
    – DiBa (laut einem freien Berater die besten)

    Gewonnen hat die Volksbank: 20 Jahre Zinsbindung mir 3,2%. Da finde ich es zusätzlich nett das ich einen Ansprechpartner habe.

    Die anderen Angebote waren:
    – Sparkasse 10 Jahre Zinsbindung ca 3,4% nicht diskutabel.
    – Commerzbank lächerliche 3.95%, nachdem ich Sie mit der Konkurrenz konfrontiert habe, haben die sich auch nie wieder gemeldet.
    – DiBa 3,25 für 30 Jahre (gutes Angebot…aber Volksbank hat mir besser gefallen…)

    Gruß
    ein Bauherr

    Antworten
  6. Dirk

    Bzgl. Kirchenrecht und Arbeitgeber.

    1) Arbeitgeber dürfen nicht diskriminieren, egal ob der Bewerber ein Mann oder eine Frau ist, jung oder alte, … Es darf nur die Qualifikation für die Arbeit zählen. Daran haben sich Arbeitgeber zu halten und wenn Kirchen Arbeitgeber sind, dann müssen sie sich auch daran halten und keine Sonderrechte einzufordern. Wenn es ein allgemeines Gesetz gibt, dass es verbietet Müttern mit Kindern vom Kaffeetrinken auszuschließen, dann müssen sich auch Prenzelbergcafes daran halten.

    Im Zweifel gibt es darüberhinaus auch genug andere Cafes in die sie gehen können. Aber wenn die einzigen Kindergärten in der Gegend von Kirchen getragen sind, dann haben Kindergärtner/innen ohne Kirchenmitgliedschaft keine Chance mehr.

    2) Noch viel gravierender finde ich, dass die Kirchen zwar als Träger auftreten, dass aber nicht heißt, dass sie es auch bezahlen. Die Kindergärten/Krankenhäuser/… werden von der öffentlichen Hand bezahlt so auch die Löhne der Mitarbeiterinnen. Die Kirchen haben also volle Kontrolle, bei minimalstem finanziellem Einsatz.

    Antworten
  7. Knallfrosch

    Kurierfahrer/Angestellte,

    Holgis Wahrnehmung resultiert scheinbar aus der Annahme, das Vorgesetzte/Chefs illoyal gegenüber den Arbeitnehmern/Angestellten eingestellt seien.

    Oftmals rufen (vermeintliche) Spießer an, die sich über den Fahrstil des Firmenwagenfahrers echauffieren.

    Da reagiere ich sofort stets mit der Aussage, den betreffenden Fahrer sofort fristlos zu kündigen und heuchle Verständnis für sein Anliegen. harhar

    Meistens legen sie dann kleinlaut auf …

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Das sollten sie sogar sein. Ich bin in meinem Bekanntenkreis nicht der Einzige, der Firmen, deren Fahrer sich daneben benehmen, nicht mehr beauftragt. Gibt ja genug andere.

    2. Knallfrosch

      Das stimmt ja auch, wenn Du aber eine Firma hast, bei welcher die Aufträge kaum abzuarbeiten sind, legst du dich nicht wegen Lappalien mit deinen Leuten an. Da bist du froh wenn alles schnell erledigt wird und nimmst sie in Schutz, wenn mal wieder einer meint zu Unrecht überholt worden zu sein.
      Wenn einem etwas nicht passt und man ist in der Position, soll man es einfach boykottieren. Hier bin ich voll deiner Meinung. Eigentlich wollte ich auch gar nicht rumbrüllen hier (Entschuldige bitte), denke aber, dass du deinen “Impact” überschätzt.

    3. holgi Beitragsautor

      Es geht ja nicht darum, zu unrecht überholt, sondern fast überfahren zu werden oder derjenige zu sein, der einen Unfall gerade noch verhindet hat, weil ein schlechtgelaunter Fahrer meint, sich einen Scheiß um seine Umgebung kümmern zu müssen.

      Und ich würde mal vermuten, dass auch Du aktiv werden würdest, wenn sich über ein und denselben Kollegen häufiger beschwert würde, oder?

      Inwiefern überschätze ich meinen Impact?

  8. Steffen

    Moin Holgi,
    du meintest, dass 25% CDU 2009 gewählt haben.
    Ich komme auf nur 18% .
    Bevölkerung: 81,8 M
    Wahlberechtigt: 62,2 M
    Wahlbeteiligung: 70,8 %
    Ergebnis CDU: 33,8%

    also 14,9 M : 81,8 M
    gerade mal 18%

    Oder habe ich was übersehen?

    dubiose Quellen:
    http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/wahlen-in-deutschland/55604/wahlberechtigte-1949-2009
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wahlbeteiligung#Bundestagswahlen
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_2009#Umfragen_vor_der_Wahl

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Das war eine Zahl, die ich irgendwo irgendwann mal aufgeschnappt hatte. Dann sind es halt nur 18. Umso besser 😀

  9. Andre

    Ich hätte auch noch was: “Wir” retten eben nicht Griechenland, sondern die Banken, die das land früher mal mit Geld versorgt haben. Die letzte Zahlung ist praktisch sofort an die Banken weitergeleitet worden. Dafür zwingt die “Troika” dem Land einen “Spar”-Kurs auf, durch den es schon länger praktisch pleite ist. Die offizielle Zahlungsunfähigkeit darf es trotzdem nicht geben, weil dann eben eine größere Anzahl Banken selbst Probleme hätten. Und deswegen “retten” “wir” Griechenland eben auch weiterhin, während die Griechen schon einige Medikamente nicht mehr bekommen können, weil die Hersteller nicht mehr an Krankenhäuser aus Griechenland liefern wollen.

    Ich könnte mir vorstellen, dass das Thema auch wieder einen längeren Podcast mit Steffen hergeben würde.

    Antworten
  10. Rico

    Zu den Fussballspielern, Facebooktrolls und schlechten Fahrer: Ich gehe mal davon aus das diese nicht mit der Absicht aufs Spielfeld gehen / in den Chat gehen / hinters Steuer steigen um dann etwas dummes zu tun, sondern im Affekt handeln. Das hat nichts mit Dummheit der Person an sich zu tun, sondern da setzt halt das Hirn aus 😀

    Antworten
    1. Steffen

      Ist das nur ein subjektiver Eindruck, dass beim Fussball öfter das Hirn aussetzt. Hab da unter anderem die Ultras von Eintracht Frankfurt im Ohr, die im Bluemoon/Lateline anrufen.

    2. Timo

      Deshalb werden Bahnsteige durch Kameras ja auch nicht sicherer. Jeder weiß, dass sie da sind, aber aggressive Idioten, die andere zusammenschlagen, denken nun mal nicht über die Konsequenzen ihres Handelns nach. Würden sie das tun, wären sie keine aggressiven Idioten.

  11. Andreas

    Hallo,

    die HASPA (Hamburger Sparkasse)fällt deshalb etwas aus dem Rahmen, weil sie eine von sechs Sparkasse in Deutschland ist, die nicht an eine Kommune gebunden ist.
    Mehr hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Verband_der_Deutschen_Freien_%C3%96ffentlichen_Sparkassen

    Und zu eurer Diskussion über christliche Arbeitgeber empfehle ich die Doku “Gott hat hohe Nebenkosten” die erst vor ein, zwei Wochen in der ARD lief. Aufhänger ist eine Kindergärtnerin, die wegen ihrer Scheidung gekündigt wurde. Ganz in der Nähe hier bei mir in Bonn.
    http://www.youtube.com/watch?v=C7NWHtQXUaI

    Antworten
  12. mrjerk

    Eine sehr hörenswerte Folge. Danke Euch zweien!

    Zu dem Thema “Beschäftigung bei der Kirche als Nicht-Mitglied”:
    IMO ist es auch bei nicht-kirchlichen Arbeitgebern durchaus so, dass man in gewisser Weise zu seinem Unternehmen stehen muss. Ich kenne es aus der Praxis von Bekannten, dass man als Arbeitnehmer gefälligst das Auto/die Klamotten/das Produkt… der eigenen Firma fahren/tragen/benutzen muss oder es zumindest “nicht gerne gesehen wird”, wenn man es nicht tut.

    Dass man diese “Richtlinien” bei der Kirche vielleicht zu genau nimmt (eine Reinigungskraft in einem christlichen Kindergarten z.b. muss nach meinem Dafürhalten – ich bin selber Christ, sollte ich vielleicht sagen – nicht unbedingt religiös sein), mag sein.

    Aber: Wenn ich aus der Kirche austrete oder vielleicht nie Mitglied war, muss ich mir als potentieller Arbeitnehmer einer kirhclichen Einrichtung schon die Frage gefallen lassen, warum ich für ein Unternehmen arbeiten möchte, dessen Ziel die Vermittlung bestimmter Werte/Weltanschauungen ist, mit denen ich nachweislich (durch mein “Nicht-Mitglied-sein”) nichts zu tun haben will.

    Ein anderes Beispiel: Wenn Holgi z.b. sagen würde, er fände Radio langweilig oder Tobi sagen würde, Internet interessiere ihn nicht – könnte man es dann ihren Vorgesetzten übelnehmen, wenn sie an deren Eignung für die Jobs als Radiomoderator / XING-Produktmanager ihre Zweifel hätten?

    Antworten
  13. Matthias

    Man kann Ecosia übrigens auch durchaus kritisch sehen. Es wird unnötigerweise doppelt Strom verbraucht. Ein mal bei der Suche auf Ecosia (deren Rechenzentrum nach eigenen Angaben allerdings klimaneutral mit Ökostrom betriebenewird) und ein mal bei Bing, wohin die Suche weitergeleitet wird. Letztere haben (im Gegensatz zu Google) keine klimaverträglichen Rechenzentren. Schon 2009 war Google vorbildlich, was das angeht. Ecosia kauft zum Ausgleich dafür CO2-Zertifikate. Das macht den erhöhten Energieverbrauch und die Klimabelastung allerdings nicht rückgängig.

    Am Ende würde ich glaube ich lieber direkt spenden und dafür eine taugliche Suche benutzen. Wobei der WWF auch eher fragwürdig ist bzw. sein soll.

    Antworten
  14. Christian Pier

    Ich hatte übrigens lange Zeit ein Konto bei einer kleinen Raiffeisen- und Volksbank auf nem Dorf und auch damit einen bemerkenswerten Vorteil: wenn ich mal vergessen hatte, was ich verdiene oder ausgebe, reichte es bei einem der gemeinsamen Bekannten von mir und meinem “Berater” nachzufragen.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.